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Hand drauf: Franziska Kampmann (li.) und Frieda Hämmerling holten mit Julia Lier und Michaela Staelberg EM-Gold.

Rudern

In der Weltspitze etabliert

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WALTROP - In dieser Woche wird Franziska Kampmann 22 Jahre. Somit könnte die beste Ruderin aus dem Vest noch im U23-Bereich aktiv sein. Doch mit dem Gewinn der EM-Goldmedaille hat sie sich in der Weltspitze etabliert – und dort noch Großes vor.

Bereits im vergangenen Jahr hatte die für den Ruderverein Waltrop startende Athletin aufhorchen lassen. Im Doppelvierer gewann sie das Weltcupfinale und holte bei der WM die Silbermedaille. „Das ist das eine, in einer Saison gut zu sein“, sagt Franzi Kampmann. Dies aber zu bestätigen, um auch im zweiten Jahr erste Wahl zu sein, sei eine ungleich größere Herausforderung. Umso größer war jetzt die Freude und Erleichterung, als der Doppelvierer mit der Waltroperin bei der EM auf dem Rotsee in Luzern Gold gewann. Und das vor den amtierenden Weltmeisterinnen aus Polen. „Das war unser Ziel, die zu schlagen“, erzählt die (Noch-) 21-Jährige. Es sei sehr anstrengend gewesen, in der großen Hitze zu rudern. „Wir waren letztlich nur gut eine Stunde auf dem Wasser. Aber bei dieser Wärme dann Höchstleistungen bringen zu müssen, ist schon sehr anstrengend“, erzählt die Studentin.

Vierer hat immer eine Antwort

Der Start des deutschen Bootes war nicht so explosiv wie geplant. „Da hatten wir es Julia Lier zu verdanken, dass sie das Kommando übernommen hat. Sie rief uns dann laut zu, wann die Schlagzahl erhöht werden sollte.“ Immer, wenn die Polinnen oder die Niederländerinnen Anstalten machten, anzuziehen, wusste der deutsche Vierer eine Antwort. „Am Ende dachte ich nur noch, hoffentlich kommt jetzt nicht noch ein Kommando. Und dann kam es doch – für den Schlussspurt. Da haben wir noch einmal alles gegeben und es hat gereicht. Ich war schweißgebadet“, berichtet Franziska Kampmann. Der Fahrplan für die deutsche Nationalmannschaft sieht nun Starts bei den Weltcups in Posen und in Rotterdam vor, ehe Ende August/Anfang September die WM in Linz ansteht. „Wer da dabei ist, steht noch nicht fest. Unser Trainer hat mir hier in Luzern nur gesagt, dass er mit dieser Besetzung nun auch beim ersten Weltcup in Posen plant.“

2018 war kein Ausreißer nach oben

Die Vorzeigeathletin ist kein Typ, der sich mit Prognosen aus dem Fenster lehnt. Doch sagt sie: „Ich bin froh, bewiesen zu haben, dass der Erfolg im vergangenen Jahr kein Ausreißer war. Ich denke schon, dass ich mit meiner Einer- und Ergometerleistung gute Chancen habe, bei der WM dabei zu sein.“ Nach der WM ist gleichbedeutend vor Olympia 2020 in Tokio. „Ein ganz kleines bisschen schielt man schon da hin“, gibt die sympathische Athletin zu. Das Landwirtschaftsstudium bestimmt neben dem Sport aktuell den Alltag Kampmanns. Dienstags bis sonntags ist sie stets in Berlin. „Da lerne ich in den Mittagspausen und an den Abenden. Sonst hat man da nicht so viel zu tun.“ Aktuell ist sie im vierten Semester. Sie muss noch zwei Klausuren nachholen. „Aber dafür bin ich schon an einer Projektarbeit dran, die erst im fünften Semester gefordert ist“, sagt Franziska Kampmann. Wer weiß, wofür es gut ist, sich während der Olympiavorbereitung noch intensiver auf seinen Sport konzentrieren zu können…

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