Unzählige Pokale hat Shreyas Royal schon gewonnen. Der Elfjährige spielt ab sofort für den SV Erkenschwick.
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Unzählige Pokale hat Shreyas Royal schon gewonnen. Der Elfjährige spielt ab sofort für den SV Erkenschwick.

Schach

Elfjähriges Schach-Wunderkind aus London spielt bald für den SV Erkenschwick

  • vonOlaf Nehls
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Shreyas Royal ist erst elf Jahre alt, lebt in London und gilt als eines der größten Schachtalente. Bald spielt der Junge für den SV Erkenschwick.

  • SV Erkenschwick sichert sich die Dienste eines elfjährigen Schach-Talents aus London. 
  • Shreyas Royal möchte der jüngste Schach-Weltmeister der Geschichte werden. 
  • Experten sind sich sicher: Diesem Jungen steht eine große Karriere bevor.   

Dieser Junge will ganz hoch hinaus. Zumindest verkündet er das selbst sehr selbstbewusst auf seiner eigenen Homepage. Shreyas Royal – aktuelle ELO-Zahl 2200 – will 2030 der jüngste Schach-Weltmeister in der Geschichte werden und den Russen Garri Kasparow ablösen, der bei seinem ersten WM-Titel 22 war. Shreyas Royal hat also noch etwas Zeit bis dahin, denn der junge Mann mit indischen Wurzeln, der mit seinen Eltern in einer Londoner Vorstadt lebt, ist im Januar erst elf Jahre alt geworden. Und – man mag es kaum glauben – seit dieser Woche ist Shreyas Royal Mitglied im Schachverein Erkenschwick. 

Experten sagen große Karriere voraus

Erkenschwicks Jugendwart Dirk Broksch spricht von einem „Königstransfer“ für den mitgliederstärksten Schachklub im Kreis Recklinghausen. Dabei hat Broksch selbst den Coup unter Dach und Fach gebracht. 2017 waren er und drei weitere Mitglieder des SVE über den Jahreswechsel bei den Schach-Open im englischen Hastings dabei. Bei dem traditionsreichen Turnier nahm auch der damals noch neunjährige Shreyas Royal teil. Im Spiel um die vorderen Plätze traf Dirk Broksch in der letzten Runde auf das englische Toptalent, dem auch von internationalen Experten eine große Karriere vorausgesagt wird. Die Partie endete mit einem Remis. Broksch und Shreyas Royal belegten am Ende die Plätze zwei und drei. „Da hat man gleich gemerkt, dass der Junge richtig gut ist“, sagt der Jugendwart heute. 

Eigener Sponsor und eigene Homepage

Bei der obligatorischen Analyse der Partie kamen er und auch die Eltern des Schach-Wunderkindes ins Gespräch. Der Kontakt brach nicht ab. Und weil es in England so etwas wie ein Ligensystem wie in Deutschland nicht gibt – die Deutsche Bundesliga gilt als die stärkste der Welt –, wird der nun Elfjährige bald häufiger zwischen der Metropole London und dem Ruhrgebiet hin und her pendeln. „Organisatorisch wird das sicher nicht einfach“, sagt Broksch. Und finanziell? „Der Junge hat bereits einen eigenen Sponsor, der Vater ist im Management eines IT-Unternehmens und unterstützt seinen Sohn voll und ganz“, sagt Dirk Broksch. In welcher Mannschaft der Neuzugang bei den Oer-Erkenschwickern ans Brett gehen wird, ist noch nicht entschieden. „Ich könnte mir vorstellen, dass er in der Zweiten oben spielt und dann als Ersatzmann zweimal für die Erste zum Einsatz kommt“, erklärt Broksch.

Lettischer Großmeister wird Trainer

In erster Linie soll Shreyas Royal, dem der SVE-Jugendwart mit dem lettischen Großmeister Nikita Meshkovs gleich auch einen eigenen Trainer besorgte, gemeinsam mit dem 13-jährigen Kai Spriestersbach (DWZ 1900) spielen und trainieren. „Kai ist aktuell eines unserer größten Talente im Verein. Das passt auch vom Alter sehr gut“, sagt Broksch. Shreyas Royal wurde unlängst zu einem Candidate Master (CM) ernannt und darf nun auf Einladungen zu Masters-Turnieren auf der ganzen Welt hoffen, an dem sonst nur die Elite des Schachsports teilnimmt. Wo, wie, wann und wie häufig der Elfjährige für den SVE eingesetzt wird, soll in Video-Calls ausführlich mit ihm und den Eltern besprochen werden. „Man darf nicht vergessen, dass er im Januar gerade erst 11 Jahre jung geworden ist“, gibt Broksch zu bedenken. 

Turniere in London und Riga geplant

Geplant sind zudem gemeinsame Besuche bei Internationalen Turnieren, wie die in London, Wijk aan Zee, Innsbruck, Reykjavík oder Riga. „Auch hier im Ruhrgebiet gibt es einige interessante Turniere“, sagt Broksch. Der Jugendwart ist sich sicher: „Die Jugend des SV Erkenschwick wird durch die Verpflichtung von Shreyas Royal an Glanz gewinnen. Er hebt die Jugendarbeit bei uns auf ein neues Level.“ Insgesamt sind aktuell 35 Kinder und Jugendliche im Schachverein Erkenschwick aktiv. Und wer weiß, vielleicht ist jetzt sogar ein künftiger Weltmeister unter ihnen.

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