Lothar Woelk (Ex-Profi VfL Bochum)
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Ex-Profi Lothar Woelk hatte lange einen engen Draht zum neuen Schalke-Trainer. Der Recklinghäuser traut Christian Gross zu, die Trendwende im Abstiegskampf einzuleiten.

Fußball

Sie waren sogar Zimmergenossen - was Lothar Woelk über den neuen Schalke-Trainer sagt

  • Jochen Börger
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Lothar Woelk und Christian Gross spielten vor 40 Jahren zusammen in Bochum. Was sagt das VfL-Urgestein über den neuen Trainer des FC Schalke 04?

Es ist nicht ganz auszuschließen, dass sich diese beiden Männer nach längerer Pause vielleicht bald mal wiedersehen. Gut drei Jahre ist es her, da hatten Lothar Woelk und Christian Gross letztmals Kontakt. Und klar, schnell wurden bei dem Bochumer Fußball-Urgestein Woelk aus Recklinghausen und dem Schweizer Gross, der seit dieser Woche nun den FC Schalke 04 trainiert, Erinnerungen wach. An 1980/1981, als Gross ein Jahr lang für den VfL spielte.

Bei zwei Trainingslagern waren die beiden gar Zimmergenossen – und Woelk spricht noch heute mit hoher Wertschätzung von dem neuen Schalker Coach. „Schon damals war klar, dass Christian top diszipliniert ist und eine ganz eigene, hohe Fußball-Philosophie besitzt. Man hat ziemlich schnell gemerkt, dass es bei ihm in Richtung einer Trainer-Karriere gehen kann“, sagt Woelk. Die beiden verstanden sich auf Anhieb gut, nach nur einem Jahr war die gemeinsame Zeit aber auch schon wieder vorbei. Gross ging zurück in seine Heimat und schloss sich Neuchâtel Xamax an. Woelk, seit 1977 beim VfL unter Vertrag, blieb noch bis 1989 dort, ehe er zum MSV Duisburg wechselte.

Hospitation bei Grashoppers Zürich

Doch der Kontakt zwischen Ruhrpott und Schweiz hielt lange. Wir schreiben das Jahr 1994. Woelk absolviert gerade die Ausbildung zum Fußball-Lehrer und ist auf der Suche nach einem Hospitationsplatz im Ausland. „Komm doch zu mir“, sagt Gross – und Woelk macht sich Richtung Grashoppers Zürich auf. „Eine schöne Zeit“, lautet sein Urteil. Und schon dort wird Lothar Woelk klar, dass seine Prophezeiung der Grosschen Trainerkarriere eine richtige war.

Das ist längst Geschichte – die Realität ist: Dieser Mann soll nun den FC Schalke in einer der schwersten Krisen der Vereinsgeschichte retten. Ist Gross dafür die richtige Wahl? Sein alter Mitstreiter Woelk kann es sich jedenfalls vorstellen, dass die Wende doch noch klappt. Als „Alpen-Magath“, der nur mit Tugenden wie Disziplin zu definieren sei, sieht Woelk den neuen Schalke-Coach jedenfalls nicht. „Da steckt viel mehr dahinter. Christian war schon früh seiner Zeit voraus. Schon damals hat er uns erzählt, dass mehr als die Hälfte aller Tore aus Standardsituationen resultieren. Und heute muss ich sagen, dass er richtig lag“, lacht Woelk.

Natürlich sei die Mission Klassenerhalt auf Schalke schwierig. Aber der Recklinghäuser traut das seinem alten Spezi durchaus zu. „Christian hat ein Faible dafür, Spieler zu kitzeln und ihnen noch einmal einen Schub zu verleihen.“

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