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Timo Barth pfeift weiter, das Urteil des Sportgerichts erachtet der Hertener aber als zu gering.

Fußball

Härtere Strafen für Attacken auf Schiris - so sieht Timo Barth die Sache

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Tut der DFB im Kampf gegen Angriffe auf Schiedsrichter zu wenig? Unparteiische aus Krefeld kritisieren in einer Petition im Internet den Verband. Sie verlangen härtere Strafen für Gewalttäter auf dem Platz. Referee Timo Barth aus Herten hat seine eigenen Erfahrungen mit Gewalt gemacht. 

Am 2. Oktober wurde Timo Barth selbst Opfer einer Attacke: Dem jungen Schiedsrichter aus Herten wurde beim Elfmeterschießen der Kreispokalpartie zwischen DJK Grün-Weiß und der Spvgg. Erkenschwick von einem aufs Spielfeld stürmenden Zuschauer die Pfeife aus dem Mund geschlagen. Wie geht es Timo Barth zwei Monate nach dem aufsehenerregenden Vorfall? 

Das Urteil des Sportgerichts hält der junge Unparteiische für "lächerlich"

„Soweit ganz gut“, sagt der 24-Jährige am Telefon. „Die Sache von damals ist durch.“ Erfreut klingt der junge Mann, der seit 2010 pfeift, dabei nicht. Der Strafantrag, den er bei der Polizei gegen den Täter gestellt habe, sei abgelehnt worden. Das Urteil des Kreissportgerichts in der Sache hält er „für lächerlich“.

Der Platzverein DJK Grün-Weiß, aus dessen Umfeld der Täter stammte, war mit einer Geldstrafe von 100 Euro davongekommen. „Wenn ich sehe, was in anderen Verbänden für Strafen ausgesprochen werden, ist das wenig“, findet Barth.

Härtere Strafen sind vonnöten, sagt Timo Barth

Von der Krefelder Petition hat der hauptberuflich als Versicherungsmakler tätige Hertener gehört. Er findet sie gut. Härtere Strafen für tätliche Angriffe auf Schiris seien in der Tat vonnöten, findet er: „So denke nicht nur ich, das sagen auch viele meiner Kollegen.“

Das sind die Kernforderungen der Krefelder Petition:

• Der DFB muss die Strafen verschärfen: „Wer einen Schiedsrichter schlägt, tritt, anspringt oder bespuckt, darf in Deutschland nie mehr in einem Verein Fußball spielen.“ 

• Die Verbände (Fußballkreis, Landesverband) sollen verpflichtet werden, Strafanzeige gegen Gewalttäter zu erstatten. Als „ein deutliches Signal an Schiedsrichter, Täter und alle am Fußball beteiligten Personen“. 

• Der DFB schließt für seine 57.000 aktiven Schiedsrichter eine Rechtsschutzversicherung ab. Diese könnten Forderungen etwa nach Schmerzensgeld verfolgen und bräuchten Kosten nicht aus eigener Tasche zu bezahlen.

Hier geht es zur Petition.

Erst am letzten Wochenende habe er als Assistent an der Linie bei einem Landesliga-Spiel in Mesum „wieder das komplette Programm mit Rudelbildung et cetera“ erleben müssen. Timo Barth, der hofft, vielleicht in Zukunft nochmals als Schiedsrichter aufzusteigen, geht in die Spiele wie vor dem Vorfall in Erkenschwick auch, wie er sagt.

„Aber das erste Spiel danach war schon komisch“, berichtet er. „Da habe ich schon immer geguckt, ob da nicht einer aufs Feld stürmt.“ 

Der Täter hat sich entschuldigt, Barth hat die Entschuldigung angenommen

Der Übeltäter von Erkenschwick habe sich bei ihm telefonisch entschuldigt, berichtet Timo Barth. Er habe die Entschuldigung angenommen. Dass sein Strafantrag von der Polizei wegen Geringfügigkeit abgelehnt wurde (zudem soll der Täter bislang nicht strafrechtlich in Erscheinung getreten sein), sei eine Sache, die er nicht gut findet. Strafe muss sein, sagt er. 

Das Sportgericht hätte aber klarere Kante zeigen müssen, meint er: „Ich verstehe es nicht, es gab doch so viele Bilder aus vielen Perspektiven.“ 

Das Verfahren gegen den Täter ruht nur und ist nicht eingestellt

Der Täter blieb straffrei, da er kein Mitglied mehr in einem dem DFB angehörigen Verein ist. Schließt er sich wieder einem Klub an, kann das Verfahren gegen ihn sofort eröffnet werden.

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