Handball-Damen, PSV Recklinghausen
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Volle Halle beim Oberliga-Spitzenspiel: Am 8. März bezwingen Charly Heieck (l.) und die Oberliga-Handballerinnen der PSV Recklinghausen ihren Verfolger Ibbenbürener SpVg. ungefährdet mit 32:22 und machen damit einen großen Schritt in Richtung Drittliga-Aufstieg.

Rückblick Januar bis Juni 2020

Bis zum 8. März war alles gut - dann stand die Sportwelt im Kreis RE lange still

  • Meike Holz
    vonMeike Holz
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Dieses Sportjahr wird als außergewöhnlich in die Geschichte des Sports im Kreis Recklinghausen eingehen. Nur etwas mehr als zwei Monate war alles in Ordnung.

In der Erinnerung an das Jahra 2020 bleibt folgende Erkenntnis: Sportler können noch so viel trainieren, Übungsleiter sich eine Taktik für die nächste Partie zurechtlegen und Funktionäre für optimale Rahmenbedingungen sorgen. Das Jahr 2020 hat eines schonungslos gezeigt: Es gibt einen Gegner, sei er noch so winzig, gegen den alle machtlos sind: das Coronavirus.

Dabei scheint im Winter die Welt noch in Ordnung zu sein. Während Covid-19 weit weg ist, läuft der Trainings- und Spielbetrieb nach der Feiertagspause wieder an. Mannschaften rüsten sich für den Abstiegskampf oder verschaffen sich eine gute Position im Aufstiegsrennen. Winterneuzugänge leben sich in ihrer neuen sportlichen Umgebung ein, hier und da laufen die Planungen fürs neue Spieljahr an. Das Trainerkarussell dreht sich.

Letzte Fußball-Begegnung am 12. März

Individualsportler befinden sich in der heißen Phase der Hallensaison und belohnen sich mit Medaillen und Bestleistungen für ihre Mühen. Doch Anfang März zeichnet sich immer mehr ab, dass der Sport nur eine Nebenrolle spielen wird. Die Welt ist etwa am 8. März noch in Ordnung, als sich die Oberliga-Handballerinnen der PSV Recklinghausen und der Ibbenbürener SpVg. zum Gipfeltreffen in der bestens gefüllten Sporthalle im Recklinghäuser Norden treffen. Eine tolle Kulisse, 60 unbeschwerte Spielminuten und Freude über einen ungefährdeten PSV-Sieg.

Das ändert sich von Tag zu Tag. Die Infektionszahlen steigen auch im Kreis Recklinghausen. Dass die Kreisliga-A-Fußballer des FC/JS Hillerheide und SV Borussia Ahsen am 12. März mit ihrem Nachholspiel die letzte Partie der Saison 2019/20 bestreiten, wird schnell klar.

Virtuelle Stadtmeisterschaft in Oer-Erkenschwick

Wenige Tage später verkündet die Politik den Lockdown. Nichts geht mehr, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Sportler geben jedoch nicht klein bei. Viele Vereine leben Solidarität, starten Hilfsangebote für ältere Mitglieder, entwickeln Alternativ-Angebote, um auch mit dem nötigen Abstand gemeinsam aktiv zu bleiben, oder starten kreative Spendenaktionen. In Oer-Erkenschwick etwa mit einer virtuellen Fußball-Stadtmeisterschaft, in Recklinghausen und anderen Städten der Region spülen Geisterspieltickets etwas Geld in die klammen Vereinskassen.

Auch Verbände geraten mächtig ins Schwitzen: Aus der Saisonunterbrechung wird schnell ein Abbruch. Doch wie? Soll die Spielzeit annulliert oder doch gewertet werden? Absteiger gibt es oftmals nicht, dafür dank Quotienten-Regelungen und Wildcards einen vermehrten Aufstieg. Feiern? Fehlanzeige! Erst ab Mai kehrt schrittweise etwas Normalität ein, wenn man in Zeiten wie diesen davon sprechen kann...

Das erste Sport-Halbjahr 2020 bot aber auch einige Kuriositäten, tragische Geschichten und weitverbreitete Entwicklungen:

Großes Vorbild: Als ranghöchster Fußballverein des Kreises steht der TuS Haltern zweifellos im medialien Mittelpunkt. Ende April schreibt der Regionalligist aber überregional Schlagzeilen. Die Seestädter richten den Verein neu aus.

Nach dem Vorbild des spanischen Erstligisten Athletic Bilbao, der nur Spieler aus der eigenen Jugend und dem Baskenland beschäftigt, will der Klub verstärkt auf Kicker aus Haltern setzen. Alle Senioren-Mannschaften sollen eine Mindestquote von Spielern aus der Stadt erfüllen, schon in der Saison 2020/21 mit einem Anteil von 50 Prozent.

Die personellen Veränderungen machen auch vor der Trainerbank nicht halt: Timo Ostdorf wird Nachfolger von Magnus Niemöller. Einer von vielen Trainerwechseln, die im Fußballkreis vonstattengehen.

Multitalent: Während sich seine Mannschaftskollegen vom Fußball-Westfalenligisten TuS 05 Sinsen Ende Januar im Trainingslager auf Mallorca auf die Restsaison vorbereiten, greift Torjäger Lorenz Niedrig auf der Laufbahn an: Bei den Westfälischen Hallenmeisterschaften in der renovierten Helmut-Körnig-Halle sichert sich der für die LG Olympia Dortmund startende Oer-Erkenschwicker den Titel über 400 Meter.

Überraschende Rückkehr: Die Bestürzung im Fußballkreis ist im Januar 2016 groß. Der VfB Hüls und auch der FC 96 Recklinghausen und SV Vestia Disteln trauern um ihren aktuellen oder ehemaligen Spieler Hiannick Kamba. Der technisch begabte Abwehr- und Mittelfeldspieler ist bei einem Autounfall im Kongo, der Heimat seiner Familie, im Alter von 29 Jahren tödlich verunglückt. Anfang Mai 2020 dann die Überraschung: Hiannick Kamba ist wieder da. Gegen dessen ehemalige Frau wird ermittelt, es soll um Versicherungsbetrug gehen.

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