Marius Kusch (Schwimmer)
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Ein halbes Jahr hat der Dattelner Marius Kusch noch Zeit, sich auf die Olympischen Spiele in Tokio vorzubereiten. Als erster deutscher Schwimmer möchte der 27-Jährige über 100 Meter Schmetterling unter 51 Sekunden bleiben.

Schwimmen

Manchmal darf es auch eine Roulade sein - so rüstet sich Marius Kusch für Olympia

  • vonOlaf Nehls
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Marius Kusch wird im Sommer bei Olympia in Tokio über 100 Meter Schmetterling starten. Der Dattelner will als erster Deutscher unter 51 Sekunden bleiben.

Sein Lieblingsgericht, Rouladen mit Knödeln und Rotkohl, ließ sich Marius Kusch (27) kurz vor dem Weihnachtsfest im Kreise seiner Familie im Allgäu noch schmecken. „Er freut sich immer ganz besonders auf die traditionelle deutsche Küche, wenn er zu Besuch ist“, sagt Vater Udo. Ab jetzt muss Sohn Marius aber wieder genauer auf seine Ernährung achten, denn in der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele in Tokio (23. Juli bis 8. August) ist Disziplin das Stichwort für den Weltklasseschwimmer, der in Datteln aufgewachsen ist und mittlerweile in San Diego (Kalifornien) lebt.

Ende November hatte der Kurzbahn-Europameister über 100 Meter Schmetterling in Budapest mit seinem Team „London Roar“ beim Finale der International Swimming League (ISL) Platz drei erreicht. Danach ging’s für gut eine Woche zu den Eltern, die seit Jahren in Bayern leben. „Wir haben das Weihnachtsfest vorgezogen – mit allem, was dazugehört“, erzählt Udo Kusch. Eine nachträgliche Bescherung folgte vor ein paar Tagen. Da teilten der Deutsche Schwimmverband (DSV) und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) nämlich mit, dass Marius Kusch in Tokio über 100 Meter Schmetterling gesetzt ist. Erbrachte Qualifikationszeiten müssten nicht noch einmal bestätigt werden, hieß es in der Mitteilung des Verbandes.

Sechsmal in der Woche wird trainiert

Der 27-Jährige hatte die Norm über seine Paradestrecke in der schwierigen Corona-Saison längst erfüllt, bei seinem EM-Triumph in Glasgow dabei zudem auch noch den Deutschen Kurzbahnrekord geknackt. Weihnachten und den Jahreswechsel erlebte der Modellathlet aus dem Ostvest, der in seiner Jugend auch für den SV Blau-Weiß Recklinghausen startete, dann wieder im sonnigen Kalifornien. Sechsmal die Woche – außer sonntags – trainiert er dort mit dem „Team Elite Aquatics“, zu dem auch sein WG-Kumpel und DSV-Kollege Jacob Heidtmann zählt. Auch der gebürtige Elmshorner ist sicher in Tokio dabei.

Viele Möglichkeiten, sich in Wettkämpfen auf den Höhepunkt der Karriere vorzubereiten, gibt es bis zum Juli aber für die beiden Top-Schwimmer nicht mehr. Am nächsten Wochenende wollte Marius Kusch eigentlich bei einem Wettbewerb in Texas seine Form über die lange Strecke testen. Veranstalter „TYR“, ein amerikanischer Hersteller von Schwimmbekleidung, hat aber kurzfristig alle ausländischen Schwimmer wieder ausgeladen. Zwei weitere Wettkämpfe der „TYR-Serie“ stehen für Kusch nun ebenfalls auf der Kippe.

DM-Start in Berlin steht noch nicht fest

Auch ob er im April bei der Deutschen Meisterschaft in Berlin dabei sein wird, ist von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie abhängig. Grundsätzlich ist der DSV-Schwimmer vertraglich sogar dazu verpflichtet, an der nationalen Meisterschaft in der Hauptstadt teilzunehmen. Berlin wäre sicher der perfekte Ort, um auch die Olympia-Qualifikation über 100 Meter Freistil zu packen. In dieser Disziplin ist Kusch zwar amtierender Deutscher Meister, hat jedoch die geforderte Norm noch nicht erfüllt. Grundsätzlich sei das Training aber auf Schmetterling ausgerichtet, weiß Vater Udo Kusch zu berichten.

Schließlich will Marius Kusch der erste Deutsche sein, der die 100m Schmetterling auf der langen Bahn unter 51 Sekunden schwimmt – am liebsten in Tokio. Wozu das dann reichen würde, bleibt abzuwarten. 2016, im denkwürdigen Finale von Rio, hatten die drei (!) Silbermedaillengewinner Laszlo Cseh, Michael Phelps und Chad le Clos in 51,14 Sekunden hinter Olympiasieger Joseph Schooling zeitgleich angeschlagen.

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