Die Sportanlagen bleiben für die kommenden Wochen geschlossen.
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Wieder ein gewohntes Bild: Die Sportanlagen bleiben in den nächsten Wochen geschlossen, alle für November geplanten Veranstaltungen fallen aus.

Fußball

So reagieren die Fußballvereine auf die Saisonunterbrechung

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  • Sebastian Schneider
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  • Christine Horn
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  • Meike Holz
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So richtig überraschend kommt es für die meisten Fußballer nicht, dass ab kommender Woche eine zunächst vierwöchige Pause ansteht.

Andreas Sperling, Trainer der Spvgg. 95/08 Recklinghausen, begrüßt den Entschluss, die laufende Saison zu unterbrechen. Nicht zuletzt wegen der zuletzt hohen Zahl der Spielabsagen sei dieser Schritt unumgänglich gewesen, erklärt er. „Wir waren auch schon betroffen.“ 95/08 hatte nach einem Corona-Verdachtsfall vorsorglich ausgesetzt. Auch wenn das Testergebnis letztlich negativ war, setzte der B-Ligist aus König Ludwig mehr als eineinhalb Wochen mit dem Training aus. „Ich war froh, dass wir an dem nachfolgenden Sonntag kein Spiel hatten“, sagt Sperling.

Marcel Peters, Trainer des SV Borussia Ahsen, war ohnehin ein Befürworter einer Unterbrechung: „Das Infektionsrisiko beim Spiel selbst mag vielleicht verschwindend gering sein, aber das ganze Drumherum in der jetzt kalten Jahreszeit ist für alle gefährlich. Du hast manchmal keine Kabinen, keine Duschen, bist verschwitzt und stehst dann in der Kälte.“ Der Trainer des Dattelner A-Kreisligisten hofft, dass im nächsten Jahr zumindest die noch ausstehenden Spiele der Hinrunde stattfinden können, damit die Saison auch gewertet wird. „Spiele im Dezember machen keinen Sinn mehr, dann lieber bis März oder sogar April warten, wenn die Witterungsverhältnisse wieder besser werden. Wenn wir einen fairen Wettbewerb hinbekommen, soll die Saison auch gewertet werden – mit Auf- und Absteigern“, sagt Peters.

Thomas Wilk aus dem Vorstand von Teutonia SuS Waltrop sagt: „Die Entscheidung ist richtig. Endlich gibt es eine einheitliche, Linie – bundesweit. Auch wenn wir es bis Sonntag dürften, haben wir den Trainingsbetrieb mit sofortiger Wirkung eingestellt.“ Die Teutonen hätten sich erhofft, vielleicht zumindest in Kleinstgruppen – wie beim ersten Lockdown – weitertrainieren zu dürfen. „Die Kinder sitzen mit 25 anderen Kindern in der Schule, dürfen aber an der frischen Luft nicht trainieren. Für sie tut es mir besonders leid. Sie sind auch die Ersten, für die wir wieder ein Training anbieten wollen, wenn wir es wieder dürfen.“ Ob er glaubt, dass in diesem Jahr noch Punktspiele stattfinden? „Das ist ganz schwer einzuschätzen. Man darf ja nicht vergessen: Wenn überhaupt, dürften die Spieler ja erst wieder Anfang Dezember trainieren. Sie bräuchten zwei Wochen der Vorbereitung, um dann auch wieder Meisterschaftsspiele austragen zu können. Dann sind wir bei Mitte Dezember, ehe dann schon wieder Weihnachten folgt.“

Fußball war die einzige kleine Insel

Für Thomas Synowczik, Trainer GW Erkenschwick ist die Unterbrechung nachvollziehbar. „Auch wenn ich gerne weitergespielt hätte“, sagt der A-Lizenzinhaber. „Fußball ist in dieser scheiß Zeit ohne soziale Kontakte, ohne die Möglichkeit, mal einen Urlaub zu machen oder sich mal im Sport richtig auszupowern, für die Jungs die einzige kleine Insel gewesen. Es heißt von allen Seiten, dass man sich an der frischen Luft aufhalten soll. Jetzt wird uns genau diese Möglichkeit genommen“, sagt der Oer-Erkenschwicker. Daran seien aber auch die Fußballer teilweise selbst schuld. „Wir Fußballer haben nicht immer ein gutes Bild abgegeben in der Corona-Zeit. Einige haben es ausgenutzt und Spiele mit dem Hinweis auf Corona-Verdachtsfälle ausfallen lassen, weil wichtige Spieler fehlten. Andere sind zu Spielen angetreten, obwohl sie wussten, dass ein Coronafall vorliegt oder wieder andere posten Fotos aus der Kabine in sozialen Netzwerken, wo sie mit 15 Spielern auf einem Quadratmeter zusammenstehen.“

Thorsten Gringel, Geschäftsführer der DJK Spvgg. Herten, geht davon aus, dass die Lage kritisch bleibt, solange es keinen Impfstoff gibt. Und selbst wenn der da ist: Wann sind alle geimpft (mancher will das vielleicht auch gar nicht)? „Wir hatten zum Beispiel auch zwei, drei Spieler, deren Arbeitgeber schon gesagt haben, dass sie Probleme kriegen könnten, wenn sie nochmal in Quarantäne müssten.“ Ein gravierendes Problem ist für Thorsten Gringel auch die rein sportliche Komponente. „Für mich zum Beispiel war die Saison unserer Kreisliga-A-Mannschaft nach der Quarantäne schon so gut wie gelaufen.“

Im Herz von Michael Sichler, Schatzmeister der Seniorenfußballer von B-Kreisligist Sickingmühler SV, schlagen zwei Herzen. „Einerseits tut es echt weh, denn vor allem unsere Jugend hat sich so viele Gedanken über Maßnahmen gegen das Corona-Virus gemacht und sie auch umgesetzt“, sagt er. „Andererseits verstehe ich, dass gehandelt werden musste.“ Auch Sichler glaubt, dass erst im Jahr 2021 wieder vor den Ball getreten wird. „Und ich frage mich schon: Kriegen wir dann auch wieder alle unsere Helfer hierhin?“, sagt er.

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