Sportgericht kann aber nur wenig Licht ins Dunkel bringen

Abbruch in Horneburg: Oberwiese erhält Punkte

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DATTELN/WALTROP - Das letzte Saisonspiel zwischen SV Horneburg und FC Spvgg. Oberwiese (Kreisliga B4) am 26. Mai war vorzeitig nach 83 Minuten beendet, als Schiedsrichter Muammar Sarac die Begegnung abbrach. Vor dem Kreissportgericht gab es jetzt eine 60-minütige Verlängerung.

Die brachte ein wenig überraschendes Ergebnis: Die Begegnung wird mit 3:0 Toren und drei Punkten für Oberwiese gewertet, so hatte es zum Zeitpunkt des Abbruchs gestanden. Der Horneburger Spieler Sven Moll, dessen Verhalten für den Abbruch ausschlaggebend gewesen sein soll, erhält eine zehnwöchige Sperre.

Der Unparteiische fühlte sich bedroht

Das Strafmaß ist milde angesichts der Schwere der Vorwürfe, die Schiri Sarac in seinem Sonderbericht niedergeschrieben hatte. Neben übelster Beleidigungen soll Moll ihm unter anderem gedroht haben: „Du bekommst einen Kieferbruch.“ Zuvor war es in Höhe der Mittellinie zu einem groben Foulspiel an einen Oberwieser gekommen, das der Unparteiische mit einer Roten Karte ahndete.

Danach habe ihm der Horneburger Spieler aus kurzer Nähe mit Wucht einen Ball in die Rippen geworfen oder getreten, wofür er ihm ebenfalls die Rote Karte gezeigt habe. Das Kreissportgericht unter Vorsitz von Thomas Michalczak (VfB Hüls) blieb an der unteren Strafgrenze. Zeugen, die die Schimpftiraden des Horneburger Spielers bestätigten, konnte die Rechtsinstanz nämlich nicht finden.

Beide Trainer haben einen Ball fliegen sehen - aber nichts gehört

Oberwieses Trainer Hans-Bernd Westhoff will aus dem Augenwinkel vernommen haben: „Ich hab ’nen Ball fliegen sehen, der den Schiedsrichter getroffen hat.“ Auch sein Horneburger Kollege Rüdiger Bona räumte ein: „Ich habe ein Klatsch gehört.“

Schwerer wiegen jedoch die Anschuldigungen, die Schiri Sarac in Richtung des Horneburger Spielers richtet. Der räumte zwar ein, aufgebracht gewesen zu sein („Was pfeifst du für eine Pisse?“), den Unparteiischen aber nie bedroht zu haben. Schiri Sarac ließ die Polizei kommen und erstattete Anzeige. Die Ermittlungen hier laufen noch.

Schiri hat das Recht, ein Spiel abzubrechen

Das Sportgericht konnte zwar kein weiteres Licht ins Dunkel bringen, sprang dem Unparteiischen aber zur Seite: Wenn dieser das persönliche Empfinden habe, die Begegnung nicht mehr weiterleiten zu können, habe er jederzeit das Recht, das Spiel abzubrechen.

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