Spielszene aus dem Westfalenligaspiel zwischen der Spvgg. Erkenschwick und SuS Neuenkirchen
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In der umkämpften Schlussphase rücken die Innenverteidiger Christoph Kasak (links) und Andreas Ovelhey mit nach vorne

Fußball

Jubel und Frust - so spielten die Westfalenligisten Spvgg. Erkenschwick und TuS 05 Sinsen

  • Olaf Krimpmann
    vonOlaf Krimpmann
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  • Thomas Braucks
    Thomas Braucks
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Der vierte Spieltag in der Westfalenliga 1 brachte bei den Fußballern des TuS 05 Sinsen und von der Spvgg. Erkenschwick Jubel und Frust.

• TuS 05 Sinsen feiert in einem irren Spiel mit vielen Wendungen gegen VfL Theesen den zweiten Saisonsieg.

• Die Spvgg. Erkenschwick bleibt auch im dritten Spiel ohne Sieg.

•  Vor dem Nachholspiel am Mittwoch in Kinderhaus erhöht sich bei den Schwarz-Roten damit der Druck.

Die Schwarz-Roten haben das 1:1 gegen SuS Neuenkirchen teuer bezahlt: Marcel Klakus (76.) war nach Foulspiel per Ampelkarte vom Platz geflogen, Christian Warnat folgte ihm nach Spielschluss – weil der Rechtsverteidiger einfach nicht aufhörte, die Leistung des Unparteiischen zu kritisieren. Beide Kräfte fehlen der Spvgg. im Nachholspiel am Mittwoch in Kinderhaus.

Für die Partie versprach Trainer David Sawatzki umgehend die ersten drei Saisonpunkte – es war eine Art Trotzreaktion, wie sie nach dem Spiel gegen Neuenkirchen nur allzu verständlich schien. 45 Minuten hatte sein Team feldüberlegen agiert und in den letzten 15 Minuten in Unterzahl ein Chancenplus herausgespielt, das seinesgleichen sucht.

Finn Wortmann (82.; 88.), Arian Schuwirth (83.) und, als es fast schon zu spät war, Hakan Gökdemir mit einem feinen Schuss aus 18 Metern hatten den Sieg zu erzwingen versucht, verzogen aber denkbar knapp oder fanden ihren Meister im unter Dauerbeschuss stehenden Neuenkirchener Keeper Lukas Greiwe. Dass die Münsterländer mit einem blauen Auge davonkamen und den Punkt mitnahmen, darauf dürften sie auf der Busfahrt zurück sicher angestoßen haben.

Erkenschwick investiert wieder viel, bekommt aber (zu) wenig

Und doch zeigte das Spiel auch, wie verwundbar die schwarz-rote Seele noch immer ist, wie viel Arbeit dem Trainer ins Haus steht. Beispiel Durchgang eins: Da beherrschten die Schwarz-Roten den Gegner, die drei, vier richtig guten Möglichkeiten nutzten sie aber nicht für platzierte Schüsse aufs Tor. „Wir haben viele gute Bälle über Außen gespielt, sie aber nicht zu Ende gebracht“, so David Sawatzki.

Aus den Kabinen heraus gelang den Platzherren ein Blitzstart: Finn Wortmann verlängerte einen Ball auf Enes Kaya, der durch bis zum Fünfmeterraum lief und frech ins kurze Eck traf – 1:0 (47.).

Was folgte, war abzusehen: SuS Neuenkirchen musste mehr wagen – und bekam auf einmal auch die Räume! Spvgg.-Schlussmann Sören Stauder musste sich in der 53. Minute bei einem Schuss von Marco Diekmann ganz lang machen und sah, wie zehn Minuten später ein Freistoß knapp an seinem Kasten vorbei strich. Als sich Eduard Wegmann kurze Zeit später gegen Christoph Kasak eindrehte, Erkenschwicks Verteidiger ein langes Bein machte und Neuenkirchens Angreifer im Strafraum fiel, gab’s Elfmeter, den Malte Nieweler sicher verwandelte (65.).

Gelbrote Karte ist der Weckruf für einen wahren Sturmlauf

Den Gästen reichte der eine Treffer, Erkenschwick rannte danach eher kopflos an – bis zur 76. Minute, als der bereits verwarnte Klakus wegen Foulspiels die Ampelkarte sah. Bemerkenswert: Die Gelbe Karte hatte der Erkenschwicker schon in Minute vier (!) gesehen, weil er einen Freistoß zu früh getreten hatte. Der Platzverweis war wie ein Weckruf – aber Neuenkirchens Bollwerk hielt irgendwie. Nur Christian Warnat seinen Mund nicht: Gelb-Rot nach Abpfiff.

Außer Rand und Band: Der Zweikampf zwischen den Torschützen Finn Jaster (VfL Theesen, vorn) und Ünal Kurtulus (TuS 05 Sinsen) steht sinnbildlich für ein turbulentes Westfalenliga-Spiel.

 Zweites Heimspiel, zweiter Saisonerfolg: Der TuS 05 Sinsen schlägt den VfL Theesen mit 4:3 (1:2) – in einem äußerst unterhaltsamen Westfalenliga-Spiel. Fürs Eintrittsgeld gab es auf der Bezirkssportanlage ein wildes Fußball-Spektakel zu sehen. Nicht auf dem höchsten Westfalenliga-Niveau. Dafür aber mit viel Tempo und Einsatz, sieben Treffern, etlichen Torszenen und irren Wendungen. Dass am Ende die Sinsener als Sieger vom Platz marschierten, da waren sich alle einig, war nicht unverdient. Weil die Schwarz-Weißen, die am Sonntag ganz in Grau aufliefen, etwas mehr investierten als der Gegner. Mehr Einsatz, mehr Laufbereitschaft, mehr Willen.

Zum Verlauf: Für den TuS 05 hätte es gar nicht besser losgehen können. Die zweite Minute war gerade angebrochen, da kam Leonard Onofaro 20 Meter vor dem Theesener Tor an den Ball. Und weil sich so recht kein Kollege zum Anspiel anbot, jagte der Angreifer den Ball einfach in den Winkel – 1:0.

Sinsen kommt mit viel Druck aus der Kabine

Es folgten viele flotte Sinsener Angriffe, etliche Ecken und Flanken. Was fehlte: die Übersicht, auch eine klare Chance herauszuspielen. Das nutzten die Gäste, als sie endlich besser ins Spiel fanden. Erst drückte Marvin Höner den Ball nach einem Eckball zum 1:1 ins Netz (29.). Dann brachte Finn Jaster die Ostwestfalen mit einem kapitalen Schuss aus 16 Metern sogar in Führung (44.).

Sinsens Kicker kamen erhobenen Hauptes aus der Kabine. Sie pressten, machten Druck und entwickelten viel Zug zum Tor. Mirko Grieß erzwang mit einem strammen Schuss den Ausgleich (53.). Ünal Kurtulus zirkelte den Ball ins lange Eck – 3:2 (57.). Das Spiel war gedreht? Noch längst nicht. Jetzt übernahm wieder der VfL Theesen. Die Elf von Michael Schrank hatte Mühe, sich zu befreien. Nach einer sehenswerten Kombination schob Brian Ketscher den Ball zum 3:3 (66.) ins Tor. Und der VfL Theesen war anschließend drauf und dran, sogar das 3:4 zu schießen. Torhüter Tom Richert verhinderte es – als er gegen Theesens Torjäger Marvin Höner rettete (69.).

Die Entscheidung fällt nach einem Standard

Danach meldete sich auch der TuS 05 in der Offensive zurück. Die Entscheidung fiel ausgerechnet nach einem Sinsener Standard. Ausgerechnet, weil die zuvor an Harmlosigkeit schwer zu überbieten waren. Doch als in der 74. Minute Olcay Yilmaz einen Eckball vors Gäste-Tor zog, wuchtete sich Kapitän Emre Köksal entschlossen in die Flanke und traf per Kopf – 4:3.

Was folgte, waren inklusive Nachspielzeit 20 packende Minuten, in denen das 5:3 hätte fallen können. Oder das 4:4. Aber es blieb beim alten Spielstand. Beim TuS 05 hatte niemand etwas dagegen.

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