Schwimmausbildung
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Eine Schwimmausbildung kann Leben retten, sagt auch Claudia Heckmann, Vorsitzende des Schwimmverbandes NRW. Gechlortes Wasser und eine hohe Luftfeuchtigkeit sollen die Ansteckungsgefahr mit Corona verringern.

Schwimmen

Kein Unterricht im Wasser - so will der NRW-Verband dagegen angehen

  • vonOlaf Nehls
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Die Bäder sind geschlossen, Schwimmausbildung findet nicht statt. Das will der Schwimmverband NRW ändern und hat ein Positionspapier verfasst.

Die Verbände und Vereine in NRW schlagen bereits länger Alarm. „Schon jetzt müssen wir feststellen, dass die bisherigen Einschränkungen dazu geführt haben, dass in unseren Vereinen dieses Jahr rund 20.000 Kinder weniger das Schwimmen erlernt haben. Und dies trotz des verantwortungsvollen Engagements, welches unsere Vereine zum Erhalt der Schwimmfähigkeit auch unter Pandemiebedingungen gezeigt haben“, heißt es in einem Schreiben an Politik und Vereine, das die Präsidiumsmitglieder des Schwimmverbandes NRW um die Vorsitzende Claudia Heckmann gemeinsam unterzeichnet haben.

Für die Zeit ab Dezember fordert die Verbandsspitze nun, dass die spezifischen Besonderheiten des Schwimmsports und dessen Sportstätten von der Politik berücksichtigt werden und so auch unter Pandemiebedingungen Schwimmsport in all seinen Ausprägungen in den Vereinen ab Dezember wieder zugelassen werden, heißt es in dem Schreiben weiter. Ähnlich hatte es zuletzt bereits Matthias Freitag formuliert. Der 39-jährige Oer-Erkenschwicker ist seit sechseinhalb Jahren Vorsitzender des Schwimmbezirks Nordwestfalen, dem 70 Vereine mit knapp 26.000 Mitgliedern angehören. „Schwimmen ist mehr als nur Sport. Schwimmen ist in erster Linie ein Lehrauftrag an die Vereine“, hatte Freitag gesagt.

Tödliche Badeunfälle sind zu erwarten

Und wenn die Vereine ihrem Auftrag nicht mehr nachkommen können, werde man die Auswirkungen in ein paar Jahren spüren, wenn die Zahl tödlicher Badeunfälle rapide ansteigt. Auch Freitag fordert, dass die Bäder schnell wieder öffnen dürfen. Und das sei auch absolut möglich. Nach aktuellem Wissenstand gehe von einem strukturierten Ausbildungs- und Trainingsbetrieb in den Vereinen nämlich keine Ansteckungsgefahr aus, heißt es. Die Ansteckungsgefahr innerhalb der Hallenbäder sei sogar geringer als außerhalb.

„Durch das tägliche Desinfizieren des Nasen- Mund-Rachenraums mit Chlorwasser könnten die Schwimmer sogar einen echten Schutz vor einer Covid-19-Infektion erhalten. Diese These werde auch durch verschiedene wissenschaftliche Studien gestützt, behauptet die Verbandsspitze. Verfügbare Untersuchungen zu dem Thema und Stellungnahmen von Wissenschaftlern zur Wirkung von hoher Luftfeuchtigkeit auf Aerosole und des gechlorten Wassers auf das Coronavirus hat der Verband nun zusammengefasst, um seinen Forderungen nach schneller Öffnung der Bäder weiter Nachdruck zu verleihen.

Die Ergebnisse der Studien im Einzelnen:

• Durch den Zusatz selbst geringer Mengen Chlors wird das Virus sicher deaktiviert.

• Eine Feuchtigkeit der Raumluft von 40-60 % vermindert die Gefahr, das Virus einzuatmen.

• Die in Bädern vorherrschenden klimatischen Bedingungen bieten dem Virus nur ganz schlechte Überlebensbedingungen.

• Die hohe Luftfeuchtigkeit ist gut für die Schleimhäute, die damit nicht, wie gerade im Winter, austrocknen können. Aufgrund dessen wird also die Abwehrfähigkeit der Schleimhäute im Nasen- und Rachenbereich aufrechterhalten und auch dieses dient der Primärprävention.

• Im Rahmen eines strukturierten Trainings- und Ausbildungsbetriebes, der durch allgemeine Hygiene- und Abstandsregeln das Ansteckungsrisiko bei der An- und Abreise minimiert, besteht daher kein Risiko, welches vom allgemeinen Ansteckungsrisiko in der Öffentlichkeit abweicht.

Die Bäder sollten daher ab Dezember wieder öffnen, fordert der Verband. Schon jetzt werde es Jahre dauern, die bisher ausgefallene Schwimmausbildung bei Kindern und Jugendlichen wieder aufzuholen. „Die Auslastung in den Vereinen lag auch schon vor Corona bei nahezu 100 Prozent“, sagt Claudia Heckmann.

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