Dejan Petrov, Trainer der GV-Basketballer, gibt in einer Auszeit taktische Spielzüge vor.
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Die Waltroper Basketballer haben sich für einen Start im Januar 2021 entschieden. Trainer Dejan Petrov respektiert das Votum, hätte es aber dennoch gerne früher versucht.

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Saison startet erst im Januar 2021 - Teams der 2. Regionalliga sollen sich bis Freitag entscheiden

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Am späten Dienstagnachmittag sorgte der Westdeutsche Basketball-Verband für Fakten: Der Ende des Monats anvisierte Saisonstart bei den Damen, den Herren von der Kreis- bis zur Oberliga sowie in der kompletten Jugend ist auf Januar 2021 verschoben.

Update Mittwoch, 21.10., 9.45 Uhr: Am Dienstagabend erhielten die Vereine der 2. Regionalliga vom WBV eine Mail. Hierin wurden zwei Szenarien aufgeführt, über die die Vereine abstimmen können.

Szenario 1: Der Saisonstart wird auf Januar 2021 verschoben.

Szenario 2: Die Ligen beginnen mit dem zweiten Spieltag, also am 7. November. Es wird nur Aufsteiger, aber keine Absteiger geben. Vereine, die nicht am Spielbetrieb teilnehmen wollen, können kostenlos zurückziehen.

Die Vereine haben bis Freitag, 23. Oktober, Zeit, sich hierzu zu äußern.

Zweit-Regionalliga-Aufsteiger GV Waltrop hat sich bereits entschieden. Die Mannschaft von Trainer Dejan Petrov votiert für einen Saisonstart im Januar 2021. Beim Training am Dienstagabend waren neun Spieler da, das Votum fiel 6:3 für einen späteren Saisonstart aus. Dejan Petrov: „Ich respektiere diese Entscheidung, aber ich hätte es gerne versucht.“

Das hatten wir ursprünglich berichtet: Ob die Regionalliga der Damen wie geplant am 31. Oktober starten kann, soll nach einer Vereinsbefragung entschieden werden.

Georg Kleine, Sportdirektor bei Citybasket Recklinghausen, spricht von einer „herben Entscheidung“ des Verbandes, will diese aber nicht kritisieren: „Wahrscheinlich war es aufgrund der aktuellen Corona-Situation nicht anders möglich.“ Gleichwohl hätte sich Kleine einen anderen Weg gewünscht: „Ich persönlich hätte es für sinnvoller gefunden, eher mit der Saison zu beginnen, um dann Zeitpuffer zu haben, wenn die Corona-Zahlen wie aktuell in die Höhe schießen.“

Nicht betroffen sind Citybaskets Bundesliga-Kooperationsmannschaften von Metropol in der U19-Bundesliga NBBL, der U16-Bundesliga JBBL und die Metropol Girls in der weiblichen U18-Bundesliga. Alle drei Teams haben – wie auch die 1. Herren in der 1. Regionalliga West – ihren Spielbetrieb bereits aufgenommen. „Hier geht es sicher etwas professioneller auch in der Gestaltung des Ablaufs bei den Heimspielen zu“, erläutert Georg Kleine.

Daher spricht sich der Verein auch für einen regulären Start der Regionalliga-Saison bei den Damen am 31. Oktober aus. „So wollen wir es dem Verband mitteilen“, sagt Kleine, der sich aktuell im Urlaub befindet und der bei einer Videokonferenz mit dem WBV-Präsidium Anfang der Woche daher nicht zugeschaltet war.

Hier geht es zur kompletten Mitteilung des Westdeutschen Basketball-Verbandes.

Kleine ist allerdings skeptisch, ob eine Verlegung des Saisonstarts in den Januar hinein einen Effekt haben wird: „Niemand weiß, ob die Zahlen sich bis dahin gebessert haben.“ Sollte dies nicht sein, wäre die Konsequenz, dass die Saison 2020/2021 wohl ganz ausfallen würde – zumindest in der Jugend und in den bis zur Oberliga spielenden Seniorenmannschaften.

„Dann müsste man das Jahr als reines Ausbildungsjahr ansehen“, so Kleine, der aktuell eine U18 bei Citybasket Recklinghausen coacht, die hauptsächlich aus Spielern des Jungjahrgangs besteht. „Natürlich will sich jeder Sportler im Wettkampf beweisen, da ist das kein Ersatz. Aber eine andere Möglichkeit gibt es wohl nicht.“ Freundschaftsspiele sind – wo es das Infektionsgeschehen zulässt – im Übrigen vom WBV weiter erlaubt.

Saison 2020/21 scheint insgesamt in Gefahr

Dirk Ewald, Trainer von Oberliga-Aufsteiger Marler BC, hat es kommen sehen. „Ich habe mir gewünscht, dass es nicht passiert, aber ich bin auch Realist“, sagt er. Bei der Arbeit in Münster sitzen Ewald und seine Kollegen in kleineren Büros alleine, in größeren mit großem Abstand voneinander. „Und dann sollen wir mit 24 Spielern sowie Schiedsrichtern und Zeitnehmern in die Halle und uns dort bekebbeln?“, so Ewald, der für ein großes Versicherungsunternehmen arbeitet.

Die Verschiebung scheint Dirk Ewald Sinn zu machen. Aber dass es im Januar wirklich um Meisterschaftspunkte gehen kann, da ist er skeptisch. „Was soll sich bis Januar ändern?“, fragt er. „Ich mache seit 40 Jahren Sport, erst Leistungs-, jetzt Amateursport. Ich mache das wirklich gerne– aber in der momentanen Situation sollte es Wichtigeres geben.“ Nämlich die Gesundheit. So schlimm das sei, er halte es für möglich, dass man die Saison ganz absagen müsse. „Ich sehe kein Licht am Ende des Tunnels.“

Für Jürgen Groothus, Jugendleiter bei den Hertener Löwen, war die Verschiebung der Saison auf westdeutscher Ebene absehbar. „Am vergangenen Montag gab’s eine Telefonkonferenz des Verbandes, an der unser Präsident Hermann Zechel teilgenommen hat. Da war die Tendenz zur Verschiebung erkennbar“, sagt Groothus. Dass der Verband so schnell entschieden hat, war für Groothus eine Überraschung. Wobei: So haben die Vereine Planungssicherheit.

„Der Basketball-Kreis muss noch nachziehen und wird es sicher auch“, sagt Groothus. Und fügt hinzu: „Ich gehe nicht davon aus, dass wir im Januar starten werden.“ Alle Mannschaften – Jugend wie Senioren – hätten sich auf die Saison vorbereitet. Er erwartet, dass es in den kommenden Wochen und Monaten vermehrt zu Testspielen kommt. „Du kannst nicht einfach vier, fünf Monate trainieren und dann in die Saison starten. Das, was Du trainierst, musst Du auch in Spielen umsetzen“, betont Groothus. Die Löwen werden den Trainingsbetrieb für den Nachwuchs und die Senioren weiter aufrecht erhalten.

Für den GV Waltrop heißt das: Der Jugendspielbetrieb mit elf Mannschaften liegt erst einmal brach, genauso wie auch der von zwei Damen- sowie von zwei Herrenteams. Einzig bei der ersten Herrenmannschaft besteht noch ein Fünkchen Hoffnung, dass die Saison am 31. Oktober starten kann. Denn vom Verband heißt es: „Für den Bereich der Regionalligen im Seniorenbereich findet noch eine Abstimmung mit den betroffenen Vereinen statt.“ An der Videokonferenz am Montagabend nahm auch der Basketball-Abteilungsvorsitzende des GV, Christoph Beermann, teil. Er sei mit der Hoffnung in diese Konferenz gegangen, den Spielbetrieb irgendwie aufrecht erhalten zu können. „Doch wurde schnell klar, dass gefühlt 90 Prozent der Vereine dagegen sind“, so Beermann, der bei den Sportlern der Abteilung einen gewissen Wunsch nach Normalität erkannt haben will.

Was der Verband ausdrücklich wünscht ist, den Trainingsbetrieb aufrechtzuerhalten. „Das werden wir auch tun“, kündigte Beermann an. Er hofft derweil, dass die Zweitregionalliga-Saison wie geplant startet. „Es wäre schön, wenn wir wenigstens die Spiele einer Mannschaft anbieten könnten“, so Beermann. Allerdings: Hier zählt das Votum der Mannschaft. „Und hinter ihrer Entscheidung werden wir auch als Verein stehen“, sagt Beermann.

Das für Dienstagabend angesetzte Testspiel gegen die LippeBaskets Werne wurde am Nachmittag abgesagt, weil Trainer Dejan Petrov zu viele Absagen bekommen hatte. Dafür stand ein Training an. Oder besser gesagt: Es wurde gemeinsam überlegt, ob die Mannschaft für die Aufnahme eines regulären Spielbetriebs ist oder nicht.

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