Heinz van Haaren
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Damals einer der Jüngsten beim Oberligisten TSV Marl-Hüls: Heinz van Haaren, späterer Bundesliga-Profi beim MSV Duisburg und FC Schalke 04.

Fußball

Als die Schalke-Fans immer leiser wurden - Erinnerungen an ein legendäres Spiel

  • Jochen Sänger
    vonJochen Sänger
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Als der TSV Marl-Hüls noch erstklassig Fußball spielte, da strömten die Fans in Massen. 15.000 Zuschauer wurden heute vor genau 60 Jahren gezählt.

Der Oberliga-Aufsteiger empfing zum ersten Mal den großen Nachbarn FC Schalke 04 empfing. Da die Gastgeber vor dem Duell den letzten Tabellenplatz belegten, galten die Gäste als haushoher Favorit. „Wir waren eigentlich immer die Außenseiter und sind gerade den großen Teams fußballerisch unterlegen gewesen. Aber wir haben sie oft genug geärgert“, erinnert sich Heinz van Haaren gern an seine Zeit im Hülser Trikot. Mit gerade einmal 20 Lenzen war der spätere Bundesligaspieler einer der Jüngsten in der Mannschaft.

Der heute 80-Jährige war von der SpVg. Marl zum Lokalrivalen gewechselt und wurde von Trainer Josef Gesell zunächst als Linksaußen eingesetzt, so auch gegen Schalke. „Das war nicht das Richtige“, räumt van Haaren selbst ein. Erst als er in einem Pokalspiel im Mittelfeld überzeugen konnte, stellte der Coach um. Im ungleichen Kampf zwischen dem kleinen TSV und dem großen FC Schalke hatten es die Sturmreihen schwer, obwohl die Gäste mit Weltmeister Berni Klodt nach Marl gekommen waren. Er war bei Manfred Wollenberg „gut aufgehoben.

Das Unentschieden war ein großer Erfolg

Mittelläufer Günther Peters nahm Schalkes Sturmtank Willi Soya aus dem Spiel; Horst Pilkewitz bekam nach anfänglichen Problemen den flinken Willi Koslowski in den Griff. Auf der anderen Seite fand auch Heinz van Haaren kein Mittel, den schnellen Walter Zastrau abzuhängen. Kein Wunder, dass die Begegnung torlos endete. Für die Hülser war das 0:0 ein Erfolg – Schalke durfte sich ärgern, denn vor dem Spiel hatten die Gelsenkirchener nur über die Höhe des Sieges spekuliert. Der stattliche Anhang der Gäste, so heißt es im Zeitungsbericht, wurde zum Ende hin „immer kleinlauter“ und war mit der Punkteteilung einverstanden.

Dass der Klassenneuling gerade gegen die Spitzenvereine für eine Überraschung gut war, musste einige Wochen später der 1. FC Köln erfahren. Die Geißböcke, am Ende der Punkterunde Oberliga-Meister vor Borussia Dortmund, kamen im Jahnstadion nicht über ein 1:1 hinaus. Für Hüls traf Willi Serschen zum 1:0, den Ausgleich besorgte Hans Sturm.

Zusammenhalt vor allem gegen die „Großen“

Heinz van Haaren hat die Begegnung noch besser in Erinnerung als das Match gegen Schalke. Das liegt wohl daran, dass er – mittlerweile ins Mittelfeld beordert – gegen den berühmten Nationalspieler Hans Schäfer (WM-Teilnehmer 1954, 1958 und 1962) antreten musste und seine Sache gut machte.

Gegen die „Großen“ zahlte sich der besondere Zusammenhalt des Aufsteigers aus. In der Mannschaft gab es eine klare Hierarchie. Ein Youngster wie Heinz van Haaren musste im Training einiges einstecken. „Revanchiert habe ich mich beim 400-Meter-Lauf. Da lagen die Älteren am Ende 40, 50 Meter hinter mir.“

Fußballerisch setzte sich der im Stadtteil Drewer geborene Marler eh durch, obwohl vor seinem Wechsel großen Respekt vor den TSV-Größen gehabt hatte. Ähnlich erging es ihm 1964, als Trainer Rudi Gutendorf ihn zum MSV Duisburg geholt hatte. „Ich dachte, ich bin nicht gut genug.“ Am Ende kam van Haaren auf 249 Bundesligaspiele für die Meidericher und für den FC Schalke, mit dem er 1972 Deutscher Pokalsieger wurde.

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