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Fußball

Der Wadenkrampf ist Geschichte: Verlängerung wird abgeschafft

KREIS RECKLINGHAUSEN - In Pokalspielen sind treffliche Elfmeterschützen bald besonders gefragt: Westfalen schafft die Verlängerung in Verbandspokalspielen ab. Der Fußballkreis zieht nach: Auch im Kreispokal geht's bei einem Unentschieden künftig sofort ins Elfmeterschießen.

Seit mehr als 100 Jahren gehört die Verlängerung bei Pokalspielen zum Fußball wie Abseits oder Foulelfmeter. Mit all ihren besonderen Zutaten – wie müden Kickern, schmerzhaften Wadenkrämpfen oder der Aufgabe aller taktischen Zwänge. Das ist Geschichte – zumindest bei den Amateuren. Der Fußballausschuss des westfälischen Fußballverbandes (FLVW) hat beschlossen, die Verlängerung um 2x15 Minuten bei Westfalenpokalspielen abzuschaffen. Ab der kommenden Saison geht’s bei einem Unentschieden sofort ins Elfmeterschießen. „Die Entscheidung fiel einstimmig“, sagt Westfalens Pokalspielleiter Klaus Overwien. Grund seien gesellschaftliche Entwicklungen, vor denen der Verband nicht die Augen verschließen könne. Aufgrund der beruflichen Situation der Spieler sei es kaummehr möglich, Spiele vor 19.30 Uhr anzusetzen. Daneben gäbe es für viele Sportanlagen inzwischen Auflagen aus Rücksicht auf Anwohner. „Da muss um 21 oder 22 Uhr Feierabend sein.“ Fußballkreise wie Dortmund oder Bochum verzichten aus diesem Grund in ihren Kreispokalwettbewerben bereits auf eine Verlängerung. Der Fußballkreis Recklinghausen wird sich der Entscheidung auf Westfalenebene anschließen. Ab der kommenden Spielzeit wird der Kreispokal ohne Verlängerung ausgetragen, teilt Spielleiter Friedhelm Dukat mit: „Im Finale zwischen dem SC Reken und der Spvgg. Erkenschwick an diesem Donnerstag ist damit letztmals eine Verlängerung möglich.“ Auch im Fußballkreis geht es künftig in Pokalspielen bei einem Unentschieden nach 90 Minuten ins Elfmeterschießen, von Kickern und Trainern gern als Lotterie bezeichnet. „Ob die neue Regel im Sinne einer sportliche fairen Lösung ist, steht auf einem anderen Blatt“, sagt Friedhelm Dukat. Andererseits verlaufen Verlängerungen bekanntlich nicht immer wie beim WM-Halbfinale 1970 zwischen Deutschland und Italien (3:4) – die Älteren unter uns erinnern sich. Meist verlängern sie nur das Elend der 90 Minuten um eine halbe Stunde. Zumal im Kreispokal. Fest steht: Für alle Funktionäre, die künftig Pokalspiele anzusetzen haben, wird das Geschäft einfacher. Die Gefahr, dass Spiele im Spätsommer kurz vor Ende der Verlängerung wegen Dunkelheit abgebrochen werden müssen, dürfte gebannt sein.

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