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Ein Herz und eine Seele: Die Waltroper Springreiterin Frederike Windmüller und Cabinteely, die im S**-Springen Vierte wurden.

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"Ganz Erkrath kennt jetzt meine Unterwäsche"

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WALTROP - Cabinteely ist schon ein spezieller Typ. Der neunjährige Schimmelwallach von Star-Vererber Clinton mag es nicht, wenn Artgenossen ihm zu nahe kommen. Das weiß seine momentane Reiterin Frederike Windmüller. Direkt vor dem Einritt in das S**-Springen in Erkrath passierte es: Die 26-Jährige fiel vom Pferd, die Reithose riss am Allerwertesten. Mit diesem Loch ritt sie den Umlauf und das Stechen – und wurde am Ende tolle Vierte.

„Ganz Erkrath kennt jetzt meine Unterwäsche“, erzäht die Reiterin vom RV Waltrop. Sie wollte gerade als Erste in die Prüfung einreiten. Noch ein Sprung auf dem Abreiteplatz stand auf dem Vorbereitungsplan. Und dann passierte es: Cabinteely schlug einen Haken, seine Reiterin fiel herunter. Direkt in einen Ständer hinein. Ihre Eltern Ute und Bernd kamen herbeigelaufen. Dem Pferd war nichts passiert und die Reiterin signalisierte auch: Daumen hoch. Ehe sie dann das Dilemma mit der Reithose entdeckten. Vater Bernd Windmüller meinte: „Das ist etwas luftig.“

Tochter Frederike stieg sofort wieder auf und ritt in den Parcours. Zeit, um sich umzuziehen, hatte sie nicht. „Ich hatte auch keine zweite Reithose dabei“, erzählt die Lehramtsstudentin verschmitzt. Dass sie bei jedem Sprung mit dem Allerwertesten aus dem Sattel musste, und damit den Blick auf den knapp 20 Zentimeter langen Riss freigab, störte sie nicht. Im Gegenteil: Konzentriert bewältigte das Paar die Aufgabe, blieb fehlerfrei und qualifizierte sich fürs Stechen. „Bis dahin bin ich einfach auf dem Pferd geblieben“, erzählt Frederike Windmüller. Was dauerte, denn es sollten noch 39 Starter folgen. Aber sie musste sich im Sattel keine Gedanken machen, wie sie den Allerwertesten bedecken könnte.

Zudem telefonierte sie mit Chiara Mecke, der Besitzerin und Reiterin des Holsteiner Wallachs. Dafür musste die Waltroperin in San Francisco anrufen, wo sich Chiara Mecke gerade wegen eines Auslandssemesters befindet. „Und da erfuhr ich, dass Cabinteely mit seinen acht Jahren noch nie ein Stechen gegangen ist.“ Daher lautete die Devise für die Entscheidungsrunde: kontrollierte Offensive. Dieser Plan ging auf, sodass das Paar letztlich auf den vierten Rang kam.

Im Großen Preis ging das Duo dann im Rahmen der Düsseldorfer Reitertage, die im Pferdezentrum Uhlendorf in Erkrath ausgetragen wurden, noch einmal an den Start. Hier wurden sie mit zwei Fehlern Elfte. Und diesmal im Gepäck: eine zweite weiße Reithose.

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