Tim Braun (re.), Trainer von Teutonia SuS Waltrop, mit Florian Sulzbacher (li.).
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Fordert mehr „Drecksack“-Mentalität von seiner Mannschaft: Teutonen-Trainer Tim Braun.

Fußball-Bezirksliga

Tim Braun wandelt auf Oli Kahns Spuren

  • Christine Horn
    vonChristine Horn
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„Eier, wir brauchen Eier“, sagte der einstige Torwart Oli Kahn am 1. November 2003, als er mit dem FC Bayern auf Schalke 0:2 verlor. Ähnlich äußerte sich jüngst Tim Braun, Trainer des Bezirksligisten von Teutonia SuS Waltrop, nachdem sein Team beim FC Nordkirchen mit 1:6 untergegangen war. „Wir haben nur Eier, wenn es läuft“, wetterte Braun.

Rückfall ins alte Schema in Nordkirchen

So im Waltroper Pokalderby gegen den VfB, das Teutonia mit 4:1 gewann. Da waren sie laut, präsent und unmissverständlich. Doch in Nordkirchen dann der Rückfall ins alte Schema. „Meine Spieler sind einfach zu brav“, kritisiert Braun. Viele Jungs aus der ersten Elf sind spielerisch stark. Doch wenn es nicht läuft, herrscht auch bei ihnen Totenstille auf dem Feld, die Köpfe hängen Richtung Grasnarbe.

Gesucht: „Drecksäcke“, die auf den Putz hauen

„Und wenn sie dann dienstags zum Training kommen, ist alles gut. Sie verstehen sich untereinander so gut, dass man als Außenstehender nicht glauben würde, dass sie zwei Tage zuvor eine so schlechte Leistung abgeliefert haben.“ Er wünschte sich ab und an drei, vier „Drecksäcke“ im Team von außen zu haben, die dann mal mächtig auf den Putz hauen würden.

Vorgaben werden gebetsmühlenartig wiederholt

Nach Abpfiff des jüngsten Spiels gegen Mengede am Sonntag musste Tim Braun ganz tief durchatmen, eher er sagte: „Ich bin in einer Sinnkrise." Denn gebetsmühlenartig betet er seit Wochen seinen Spielern vor, dass sie leidenschaftlich spielen, an ihre Grenzen gehen und von der ersten Sekunde Vollgas geben müssen. Sonst wird das nichts“, so der Coach, dessen Team nach dem vierten Spieltag mit drei Punkten und einem Torverhältnis von 3:13 auf dem viertletzten Platz der Bezirksliga 9 steht und während der Vorbereitung wegen eines internen Corona-Verdachts ausgebremst worden war.

Projekte werden zu Ende gebracht

Ab der 54. Minute spielten die Teutonen gegen Mengede in Überzahl. Immer und immer wieder rief Braun ihnen taktische Vorgaben zu: „Doch sie kamen kein einziges Mal nach vorne in die Box. Das kann nicht sein." Braun ist dafür bekannt, Projekte, die er begonnen hat, auch zu Ende zu bringen. In der Hoffnung, dass schnellstmöglich auch wieder die Eier ins Spiel kommen.

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