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Lassen sich aktuell nicht beirren: die Spieler der zweiten Mannschaft von Teutonia SuS Waltrop.

Teutonia SuS Waltrop II

Reaktionen auf den "Nichtaufstieg" von Zweitmannschaften

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WALTROP - Ibrahim Karadag spielt seit 26 Jahren Fußball. Dass er in einer Mannschaft kickt, die nach den Statuten am Saisonende nicht aufsteigen darf, ist ihm noch nicht passiert. „Wenn Du Meister wirst, steigst du auf. Das ist die Regel, die ich kenne.“

Der Vorstand des Fußballkreises hatte vor zwei Wochen die Durchführungsbestimmungen dahingehend geändert, dass eine Zweitmannschaft nicht aus der Kreisliga B aufsteigen darf, wenn die erste Mannschaft des Vereins in der Kreisliga A spielt. Genau dieses Konstrukt könnte auch im Fall von Teutonia SuS eintreten. Emir Tavalioglu beklagt, dass den Sportlern durch diese Neuregelung die Motivation genommen wird. Seine Teamkollegen nicken ihm bei diesen Worten zu.

"Ich war geplättet"

Pascal Almenröder, der in der vergangenen Saison Kapitän des Teams war, das zu dem Zeitpunkt noch als „Dritte“ aufgelaufen war, erzählt von dem Moment, als Trainer Yücel Özdemir ihm davon erzählte. „Natürlich war ich im ersten Augenblick geplättet. Aber dann habe ich mich damit nicht mehr beschäftigt. Denn wir müssen erst einmal unsere Hausaufgaben machen“, sagt „Almi“.

Fokus liegt auf dem Sport

Damit meint er, dass sich das Team aktuell auf den Saisonstart in der Kreisliga B4 gegen Angstgegner Suderwich konzentriert. „Danach spielen wir gegen Horneburg und Rot-Weiß Erkenschwick, die beide Aufstiegskonkurrenten sind.“ Die Jungs wollen sich durch den „Nebenkriegsschauplatz“ nicht ablenken lassen. Matthias Heyden pflichtet ihm bei. „Wir reden derzeit über ungelegte Eier. Wenn wir im Winter Zehnter sein sollten, dann hat sich das ja sowieso erledigt.“ Die Spieler begrüßen es indes sehr, dass sich der Coach für sie einsetze, die Sportler aber in Ruhe trainieren und sich derweil auf den Liga-Start vorbereiten können. Sie finden das Engagement des Vorstands, hier vor allem von Klubchef Stephan Oberkönig, sehr gut.

Dank an Oberkönig

„Ober“ schaute beim Mannschaftsabend am Freitag vorbei, führte Gespräche und formulierte im Anschluss einen Offenen Brief an den Kreisvorstand. Karadag: „Es ist richtig gut, dass der Verein das macht. Er scheint das Potenzial bei uns zu sehen. Es ist klasse, dass sie zumindest versuchen, etwas zu erreichen.“ Neben David Brand ist Karadag der einzige Spieler, der von der ehemaligen zweiten Mannschaft übrig geblieben ist. Zwölf Spieler wechselten zum FC Spvgg. Oberwiese. „Das ist ja auch völlig in Ordnung. Aber ich muss ja nicht auch von der Brücke springen, wenn das viele andere tun.“ Der Großteil der anderen Spieler der neuen „Zweiten“ kommt aus der ehemaligen dritten Mannschaft, die aufgelöst wurde.

Wohlfühlfaktor

„Wir sind eine coole Truppe, in der der Wohlfühlfaktor eine große Rolle spielt. Einerseits ist der Gedanke, den der Kreisvorstand hat, ja richtig, eine erste Mannschaft zu stärken, damit solch ein Konstrukt wie bei uns hier nicht zum Problem wird“, gibt Heyden zu. Aber er fügt auch hinzu: „Wir sind damals als komplette Mannschaft von Meckinghoven hier hin gekommen. Wir hätten uns ja auch verstreuen können, wollten aber zusammenbleiben.“ Bevor die Runde sich auflöst, um sich beim Sonntagstraining den letzten Schliff für den Auftakt kommenden Sonntag zu holen, formuliert Karadag einen Gedanken: „Eigentlich ist das Problem einfach zu lösen: Die Erste steigt auf und wir auch.“ Alle grinsen, nicken und laufen auf den Platz…

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