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Ab Fronleichnam fliegen im Sportzentrum Nord wieder die Celluloid-Bälle. Auch die Nachwuchsspielerinnen und -spieler des TTV Waltrop sind dann aktiv oder als Zuschauer dabei.

Tischtennis

Gegen den Trend - Volle Halle beim Jugendtraining des TTV Waltrop

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WALTROP - Donnerstag, 18 Uhr in der Turnhalle des Gymnasiums: 35 Kinder und Jugendliche tummeln sich beim Training des Tischtennisvereins. Die Jüngeren sind fertig, die Älteren machen sich gerade warm. Betreut werden sie von vier Trainern. Ein Bild, das bei anderen Vereinen im Umkreis Waltrops für Wehmut sorgt.

Es gibt Vereine, die es schwer haben, überhaupt eine Jugend- oder Schülermannschaft zu stellen. Aus Mangel an Spielerinnen und Spielern. Das ist bei Waltrops einzigem Tischtennisklub anders. Fünf Nachwuchsteams werden in der kommenden Saison den Verein vertreten.

Warum es beim TTV so gut läuft? Das Ehepaar Korte (-Wildoer) hat dafür eine einfache Erklärung. „Das ist die Kontinuität“, sagt Antje, die seit 14 Jahren Jugendleiterin und -trainerin ist. Ihr Mann Jens ist seit vier Jahren Vorsitzender des Vereins. „Man sagt über uns, dass wir einen Tischtennisball haben, wo andere ihr Herz haben“, sagt Jens Korte mit einem verschmitzten Lächeln.

Wenn diese Kontinuität gegeben sei, liefe es dann von alleine. Fast von alleine. Denn der Tischtennisverein engagiert sich sehr in Kindergärten und Schulen. „Wenn ich donnerstags in der Halle bin, sind manchmal 50 Prozent der Kinder ehemalige Kindergartenkinder“, berichtet Antje Korte-Wildoer, die selbst im Kindergarten St. Ludgerus arbeitet.

Unterstützt wird sie im Jugendtraining derzeit von Alina Straberg und Jonas Luther. Sowie vom „Bufdi“, also dem jungen Mann, der seinen Bundesfreiwilligendienst bei dem Verein ableistet. Im Moment ist das Leo Dicks. Aktuell hat der Verein 90 Mitglieder, 45 davon sind Kinder und Jugendliche. Das ist der Bestwert des TTV, der im Mai groß seinen 20. Geburtstag gefeiert hat.

Der Sport mit dem kleinen Zelluloid-Ball hat eine große Konkurrenz, wie Antje Korte-Wildoer beobachtet hat. „Das ist der Fußball. Kinder, die Tischtennis und Fußball spielen, entscheiden sich bei überschneidenden Terminen immer für den Fußball. Warum auch immer“, sagt sie.

Die Zeiten, in denen der leistungsorientierte Sport im Mittelpunkt stand, scheinen vorbei. „Die Anzahl derer, die nur zocken wollen, ist in der letzten Zeit größer geworden“, weiß Jens Korte. So sind auch außerhalb des Spielbetriebs, wenn die Saison beendet ist, im Schnitt 30 Nachwuchs-Spielerinnen und Spieler in der Halle. Anders als bei den Erwachsenen, die dann gerne mal eine Auszeit nehmen. Und auch die Rolle der Nachwuchs-Trainer habe sich verändert, sagt Jens Korte: „Der soziale Aspekt steht viel mehr im Vordergrund. Trainer sind eher Moderatoren und ‚Erzieher‘. Und letztlich ist es ihr Bestreben, den nötigen sportlichen Ausgleich zur Playstation zu schaffen.“ Er weiß von einigen Eltern, die ihr Kind vor der Halle abgeben und sich in mehreren Jahren noch kein Training angeschaut haben. 13 TTV-Nachwuchsspieler sind kommende Woche bei den viertägigen Offenen Waltroper Stadtmeisterschaften im SpoNo am Start. Warum es nicht mehr sind? „Wir lassen sie erst Turniere spielen, wenn ich das Gefühl haben, dass sie eine Niederlage verkraften könnten“, sagt Antje Korte-Wildoer.

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