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Die spielentscheidende Szene: Schiedsrichter Chris Nielinger zeigt Marcel Pietryga die Rote Karte.

U19-Landesliga

Michael Rütten: "Der Schiri war überfordert"

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WALTROP - Für viel Gesprächsstoff sorgte am Sonntagmittag die 2:4 (0:3)-Niederlage der U19-Junioren des VfB im Nachholspiel der Landesliga gegen den TuS Erndtebrück. Nach der Partie sagte VfB-Coach Michael Rütten unmissverständlich: „Der Schiedsrichter hat das Spiel entschieden.“

Gemeint war die Situation in der 56. Minute. Bei einem Flankenversuch wurde Leon Broda auf der rechten Angriffsseite von Niko Klappert gefoult. Der Ball landete dennoch im Strafraum und wurde von Justin Gruber versenkt. Wie Rütten nach der Video-Analyse herausfand, wurde Gruber von TuS-Keeper Alex Taach angefaustet. Der Unparteiische Chris Nielinger hatte das Tor aber wegen angeblichen Handspiels nicht gegeben. „Das war es aber definitiv nicht, wie man auf dem Video sieht“, so Rütten.

Video zeigt: Kein Handspiel

Plötzlich zeigte Nielinger dann aber VfB-Spieler Marcel Pietryga die Rote Karte. „Damit hätte ich nie gerechnet. Ich dachte, dass der Erndtebrück-Spieler für das Foul an Broda Rot sieht“, verstand Rütten die Fußball-Welt nicht mehr. Und was ihn zudem erzürnte: „Und die Karte bekam Marcel für den Ausspruch ‚du spinnst doch‘. Ich bin sehr kritisch mit meinen Spielern. Aber diese Aussage ist meines Erachtens nicht rotwürdig. Da müsste ein Schiri in der Senioren-Westfalenliga alle 30 Sekunden eine Karte zeigen.“ Für den Waltroper stand nach diesem Spiel fest: „Solch ein Schiedsrichter hat in dieser Liga nichts zu suchen. Zumal er mit dem Tempo überfordert war.“

Mit Windunterstützung

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Platzherren, die durch einen Sieg in diesem Nachholspiel den Kontakt zur Spitze halten wollten, mit 0:3 zurück. Fiel das 0:1 durch Niko Klappert noch nach einem Konter (8.), kamen die beiden weiteren Treffer nach Freistößen zustande. In der 11. Minute trug eine Windböe den Ball ins Tor, nachdem Mats Ole Joshua Birkelbach den Freistoß aus 45 Minuten getreten hatte: 0:2. Birkelbach war es auch, der nach der nächsten Standard-Situation den Ball ins VfB-Tor schoss. Ärgerlich für die Gastgeber, denn das Leder rutschte Torwart Furkan Dastan durch die Finger. In den ersten 45 Minuten erarbeitete sich auch der Tabellendritte aus Waltrop gute Chancen: Doch Nick Jünemann (20.) und Onofaro (38.) vergaben diese. Trotz des Platzverweises von Pietryga, „der bis dahin bärenstark gespielt hatte“, so Rütten, zeigten die Waltroper in der zweiten Halbzeit eine sehr gute Leistung. „Bis zur 80. Minute haben wir die in Grund und Boden gespielt“, so Rütten, der sich maßlos ärgerte, dass der Schiedsrichter das Foul, das nach Ansicht des VfB-Coaches im Strafraum an Justin Gruber stattgefunden hatte, vor den 16-Meter-Raum gelegt hatte. Dann in der 74. Minute der nächste Rückschlag: Nach einem Schuss aufs Tor konnte VfB-Keeper Dastan den Schuss noch parieren, jedoch saß der Nachschuss von William Wolzenburg dann: 0:4.

Noch zwei weitere Treffer

Dennoch gab sich der VfB nicht auf: In der 77. Minute verkürzte Justin Gruber auf 1:4, während Con Lappen in der 84. Minute per Handelfmeter das Tor zum 2:4 nachlegte. „Dann starteten die Jungs eine Schlussoffensive, brachen dann aber endgültig ein, als der Schiedsrichter nur eine dreiminütige Nachspielzeit anzeigte. Erndtebrück schindete in jeder möglichen Situation Zeit. Das würden wir auch tun. Aber dann muss der Schiedsrichter das auch ahnden und entsprechend nachspielen lassen“, kritisierte Rütten, der mit ansehen musste, dass seine Spieler dann die Köpfe hängen ließen. „Dafür hatte ich absolut Verständnis.“ Letztlich sei es bitter, so Rütten, dass eine der besten Saisonleistungen seiner Mannschaft derart bestraft wurde.

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