Abschied von Schalke bahnt sich an

Bentaleb und Mendyl: Tischtuch ist zerschnitten

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Gelsenkirchen - Nach der verkorksten Saison will Schalke im Sommer den Kader „aufräumen“. Zwei Kandidaten für den Abschied drängen sich momentan förmlich auf.

Die Stimmung war sehr gelöst im Presseraum der Schalke-Arena. Bei der üblichen Journalistenrunde vor dem Bundesligaspiel in Leverkusen (Samstag, 15.30 Uhr/Sky) saß auf dem Podium ein Trainer Huub Stevens, der bester Laune war: er knurrte nicht, im Gegenteil: Er scherzte, und oftmals lachte er sogar. Kein Wunder: Seine Mission, Schalke vor dem Abstieg zu bewahren, hat er seit Sonntag erfüllt. Nur einmal wurde er ernst. Ob es dabei bliebe, dass Nabil Bentaleb und Hamza Mendyl auch weiterhin nicht mit den Profis trainieren würden, wurde Stevens gefragt. Die beiden Spieler waren bekanntlich zur U23 „strafversetzt“ worden: Zuerst Bentaleb, dann Mendyl.

Mangel an Disziplin

„Ja!“, sagte Stevens knapp, „das Thema ist abgehakt.“ Das heißt: Auch in den beiden verbliebenen Spielen gegen Leverkusen und Stuttgart werden weder Bentaleb noch Mendyl im Kader stehen. „Beide sind sehr gute Spieler“, erklärte der Trainer, „aber man muss konsequent sein – und der Mannschaft gegenüber ein Zeichen setzen.“

Bentaleb hatte immer wieder mit Disziplinlosigkeiten den Ärger des Vereins auf sich gezogen. Bereits kurz nach seinem Amtsantritt im März hatte Huub Stevens den Algerier zur U23 versetzt: Zum Spiel gegen Leipzig war Bentaleb, der damals verletzt war, trotz Ansage des Trainers nicht ins Stadion gekommen. Kurze Zeit später hatte Stevens den Mittelfeldspieler wieder „begnadigt“: Beim Spiel in Nürnberg Mitte April wurde Bentaleb zumindest eingewechselt. Doch nur wenige Tage später wurde der Spieler rückfällig: Weil er einen Deutschkurs geschwänzt hatte, folgte am 24. April die erneute Strafversetzung in die U23, die bis jetzt Bestand hat – und an der sich bis zum Saisonende wohl nichts ändern wird.

Trennung mit Verlust droht

Anfang April war auch sein Landsmann Hamza Mendyl aus dem Profikader verbannt worden: Über die Hintergründe wurde nichts bekannt, es soll sich aber auch bei ihm um Disziplinlosigkeiten gehandelt haben. Mendyl war erst zu Beginn der Saison vom französischen Verein OSC Lille zu Schalke gewechselt – mit der Verpflichtung des Linksverteidigers hatte Schalke auf die Verletzung von Bastian Oczipka reagiert. Mendyl konnte allerdings bei den Königsblauen nie so richtig Fuß fassen: Ganze 17 Spiele absolvierte er für Schalke, davon acht von Beginn an – überzeugen konnte er in keiner Partie. Sein Vertrag läuft noch bis 2023.

Nabil Bentaleb spielt seit 2016 für Schalke, sein Vertrag läuft noch bis 2021. Dass beide Spieler bis zum Ende ihrer jeweiligen Vertragslaufzeit im Verein bleiben, ist mehr als unwahrscheinlich: Bentaleb und Mendyl dürften auf der Liste der Spieler, von denen man sich im Sommer trennen will, ganz weit oben stehen. Sollte das klappen, wird es wohl eine Trennung mit Verlust: Für Bentaleb hatte Schalke 19 Millionen Euro, für Mendyl sechs Millionen Euro bezahlt. Dass ein Verein solche Summen auf den Tisch legt, erscheint wenig wahrscheinlich.

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