Algerier ins Schalker Oberliga-Team versetzt

Bentaleb steht sich meist selbst im Weg

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Eigentlich bringt er alles mit, um ein guter Bundesligaspieler zu werden: Spielintelligenz, Übersicht, Passgenauigkeit, Schussstärke. Aber Nabil Bentaleb steht sich meistens selbst im Weg. Das hat für ihn wieder einmal Folgen.

Als der Algerier am Mittwochvormittag nicht beim Training der Profis zu sehen war, glaubten die Besucher zunächst an eine Verletzung oder an eine Pause, das Wort „Belastungssteuerung“ gehört zu den Lieblingsvokabeln der Schalker Medienabteilung. Doch darum handelte es sich nicht. Bentaleb ist zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen vom FC Schalke 04 suspendiert worden.

Der Algerier muss – wie bereits im März diesen Jahres – bis auf weiteres mit der zweiten Schalker Mannschaft trainieren. Das Derby in Dortmund am Samstag wird der Mittelfeldspieler wohl nur in der Zuschauerrolle sehen.

„Der 24-Jährige wurde von Chef-Trainer Huub Stevens und seinem Trainerteam am Mittwoch aufgrund einer erneuten disziplinarischen Verfehlung in das Oberliga-Team versetzt“, teilten die Königsblauen auf ihrer Homepage mit. Angeblich soll Bentaleb einen Sprachkurs geschwänzt haben.

Nur 14 Tage Ruhe

Erst vor fünf Wochen war der Algerier erstmals in die Oberliga-Mannschaft geschickt worden. Weil Bentaleb nicht wie abgesprochen zum Heimspiel gegen RB Leipzig (0:1) erschienen war, schmiss Stevens den Mittelfeldspieler aus dem Profi-Kader. Gut drei Wochen lang trainierte Bentaleb mit der Mannschaft von Trainer Torsten Fröhling, die mittlerweile bereits den Aufstieg in die Regionalliga geschafft hat und hinterließ dort einen guten Eindruck.

Der Lohn ließ nicht lange auf sich warten: Die Rückkehr ins Profi-Team. Doch die hielt gerade einmal 14 Tage. Beim 1:1 in Nürnberg durfte Bentaleb 23 Spielminuten mitwirken. Im Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim gehörte der Mittelfeldspieler schon nicht mehr zum Kader der Königsblauen. Ab Donnerstag trainiert er wieder mit der zweiten Mannschaft.

Bentaleb hat sich für Schalke längst zu einem Problemfall entwickelt. Und zwar in dreierlei Hinsicht. Sportlich konnte der 24-Jährige, der im Frühjahr 2017 von den Tottenham Hotspurs für 19 Millionen Euro verpflichtet wurde, die in ihn gesetzten Erwartungen nur ganz selten erfüllen. Menschlich isoliert sich Bentaleb durch seine Extravaganzen immer mehr in der eigenen Mannschaft . Und in finanzieller Hinsicht war dieser Transfer des früheren Schalker Managers Christian Heidel ein großer Fehlgriff. Denn es ist kaum zu erwarten, dass Schalke überhaupt Interessenten findet für einen so schwierigen Profi wie Bentaleb, der auf Schalke noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021 besitzt.

Vierter Rauswurf

Den Spieler wird das wenig jucken. Er kann in aller Ruhe abwarten. Für Bentaleb ist es bereits der vierte Rauswurf bei den Gelsenkirchenern. Zweimal wurde der Mittelfeldmann schon unter dem früheren Coach Domenico Tedesco wegen schlechter Trainingsleistungen aussortiert. Doch die erzieherischen Maßnahmen haben offenbar nichts bewirkt. Ein Teamplayer wird der Algerier in seinem Fußballer-Leben wohl nicht mehr. Noch im November 2018 hatte Schalkes damaliger Manager Christian Heidel erklärt: „Ich bin sicher, Nabil kann ein überragender Fußballer werden“. Doch davon ist der Algerier so weit entfernt wie Schalke von der Deutschen Meisterschaft.

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