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FC Schalke 04: Endlich ist die Schrott-Saison vorbei

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  • Frank Leszinski
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GELSENKIRCHEN - Die triste Schalker Nullnummer gegen den VfB Stuttgart war ein Spiegelbild der Saison. Nach teilweise quälenden 90 Minuten herrschte beim FC Schalke 04 nur noch Erleichterung, dass diese Spielzeit endlich beendet ist.

Vor allem bei Huub Stevens, der in seiner Einschätzung – „Das war die schwierigste Mission meiner Karriere – zu seinem Leidwesen beim Saisonfinale noch einmal nachdrücklich bestätigt wurde. Der Schalker Jahrhunderttrainer machte hinterher auch gar nicht erst den Versuch, das Gesehene schönzureden. „Ich bin nicht froh über unser Spiel, die Art und Weise war nicht gut. Es tut mir leid für unsere Fans, dass wir uns nicht auf würdige Art und Weise verabschiedet haben“, schrieb der 65-Jährige seinen Spielern ins Stammbuch.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass der Schalker Jahrhunderttrainer mehr und mehr mit einer Branche fremdelt, der er sich jahrzehntelang verbunden fühlte. Doch am Samstag formulierte Stevens Sätze wie „Wir leben in einem anderen System. Es ist ganz anders geworden. Ich tue mir das nicht mehr an. Die Welt, in der die Spieler leben, ist nicht meine Welt“.

Solche Einschätzungen zeigen, wie ernst Stevens die Lage einschätzt. Es sei nicht damit getan, in der Mannschaft einiges zu verändern, sondern auch in den Strukturen. „Das wird ein langer Weg, einiges ist hier kaputtgegangen“, sagte Stevens, der mit feuchten Augen nach dem Schlusspfiff die Huldigungen für seine Arbeit von den Schalker Anhängern aus der Nordkurve quittierte.

Kaderplaner Reschke

Was die Strukturen betrifft, hat Schalke mit Michael Reschke als Technischem Direktor nun einen weiteren neu geschaffenen Posten besetzt. Er erhält einen Dreijahresvertrag. Reschke war die Wunschlösung des Aufsichtsrats-Vorsitzenden Clemens Tönnies und des Sportvorstandes Jochen Schneider. „Michael Reschke ist durch seine jahrzehntelange Arbeit im Profibereich auf nahezu allen Ebenen hervorragend vernetzt. Dazu besitzt er großes Fachwissen und Erfahrung – gerade im Bereich der Personalplanung im Profibereich“, betonte Schneider.

Zu Reschkes Aufgaben gehört die Neustrukturierung der Scouting-Abteilung für den Profibereich und die Kaderplanung. Hier wartet viel Arbeit auf den 61-Jährigen. Schalkes dramatischer Absturz vom Vizemeister zum Tabellenvierzehnten in nur einer Spielzeit macht zahlreiche Personalveränderungen notwendig. „Wir sind abgeschmiert wie noch nie“, nahm Tönnies bei „Sky“ kein Blatt vor den Mund. Die Abwärtsspirale stoppen soll auch noch ein Sportdirektor. Schalkes Ex-Manager Horst Heldt wurde in diesem Zusammenhang zwar mehrfach ins Gespräch gebracht, doch der Schalke-Boss betonte gestern: „Horst steht zwar auf unserem Zettel, aber er ist nicht der favorisierte Kandidat“.

Große Hoffnungen setzt Tönnies auf den neuen Trainer David Wagner. „Er ist sehr empathisch, kann Leute mitnehmen. Das ist für Schalke sehr wichtig, Eigenbrötler sind bisher immer gescheitert. Außerdem lässt er Fußball spielen, wie wir ihn sehen wollen“, glaubt der 62-Jährige.

Stevens bietet Hilfe an

Huub Stevens bot seinem Nachfolger jede Hilfe an: „David Wagner kann mich immer anrufen“. Schalke dürfe nicht wieder „einen jungen Trainer verbrennen“, gab es von Stevens noch eine verbale Spitze gegen Ex-Manager Christian Heidel, der seinen Vorgänger angeblich zu oft in schwierigen Situationen alleingelassen habe.

Tönnies ist überzeugt davon, dass Königsblau schnell in die Spur findet. Schalke werde „wieder angreifen. Darauf kann sich Fußball-Deutschland verlassen“, betonte der Schalke-Chef. Ob dieser Optimismus begründet ist, wird der Verlauf der nächsten Saison zeigen.

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