Bundesliga

„Wären blöd, Hilfsmittel nicht zu nutzen“

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Gelsenkirchen - Seit dem Bundesligastart sind technische Hilfsmittel in der Coaching Zone erlaubt. Wie geht Schalke mit diesen Möglichkeiten um?

Bei den Königsblauen sind hauptsächlich Co-Trainer Peter Perchtold und Video-Analyst Lars Gerling die federführenden Personen bei der Nutzung von Headset, Smartphones und Tablets während der 90 Minuten. Perchtold betont, dass das Schalker Trainerteam offen für jede technische Neuerung sei, „aber wir wollen das Ganze nicht verkomplizieren,“ so der 34-Jährige.

Nutzen, was Sinn macht

Soll heißen: Schalke nutzt die neuen technischen Möglichkeiten in dem Maße, wie es den Trainern am sinnvollsten erscheint. Perchtold: „Wenn Du nur mit der Hand am Laptop an der Seitenlinie stehst, ist das nicht zielführend. Entscheidend bleibt, was auf dem Platz passiert. Wenn man immer hin- und herwechselt zwischen Laptop und Livebild besteht die Gefahr, den Überblick zu verlieren“. Perchtold und Gerling können per Headset mit Spielbeginn miteinander kommunizieren. „Ich habe das Headset aber nicht dauerhaft die gesamten 90 Minuten im Ohr. Drei bis viermal pro Halbzeit hatte ich in den ersten beiden Bundesligaspielen Kontakt mit Lars. Das reicht aus“, erzählt Perchtold.

Tablet auf der Trainerbank

Der Videoanalyst hat auf der Tribüne von oben eine andere Sicht auf das Spielgeschehen, die für das Trainerteam auf der Bank hilfreich sein kann. Parallel zum Livegeschehen läuft mit sechs Sekunden Verzögerung die Partie auf einem Tablet auf der Trainerbank ab, wo man sich wichtige Szenen noch mal anschauen kann. „Wir wären blöd, wenn wir die technischen Hilfsmittel nicht nutzen würden, aber wir wollen das Ganze so einfach wie möglich halten“, betont Perchtold. Die Videoanalyse bestimmt einen großen Teil des Alltags im Schalker Trainerteam. Gerade in der Länderspielpause gucken sich Domenico Tedesco und sein Stab die Länderspiele mit Schalker Beteiligung besonders akribisch an. „Wenn die Jungs mit gestärktem Selbstvertrauen von ihren Länderspielen zurückkommen, ist das für uns eine positive Geschichte“, betont Perchtold. Bisher kann das Schalker Trainerteam in dieser Hinsicht sehr zufrieden sein. So feierte Breel Embolo mit der Schweiz einen perfekten Start in die Nations League durch einen 6:0-Erfolg gegen Island. Embolo war 65 Minuten im Einsatz.

Gute Ergebnisse

In der Qualifikation für den Afrika-Cup 2019 hat Algerien mit Nabil Bentaleb beim 1:1 in Gambia einen wichtigen Zähler eingefahren. Algerien liegt nach zwei Spielen mit vier Zählern an der Tabellenspitze der Vierergruppe. In die Torschützenliste eintragen konnte sich Yevhen Konoplyanka beim 2:1-Erfolg in der Tschechoslowakei für die Ukraine im Rahmen der Nations League. Jetzt hofft das Schalker Trainerteam, dass auch in der Bundesliga der Fehlstart mit zwei Niederlagen korrigiert werden kann. „Wir waren nicht zufrieden mit beiden Leistungen in Wolfsburg und gegen die Hertha. Trotzdem gab es in beiden Spielen von unserer Mannschaft vernünftige Passagen, aber leider haben wir uns durch leichte Fehler selbst verunsichert und so den Faden verloren,“ so der Schalker Co-Trainer. Dass die Laufzeit von Perchtolds Vertrag (bis 2021) ein Jahr kürzer ausfällt als bei Cheftrainer Domenico Tedesco, quittiert der 34-Jährige mit einem Lächeln und merkt an: „Das spielt keine Rolle für mich. Es ist eine vernünftige Laufzeit, über die ich mich nicht beschweren kann“.

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