Crystal Palace

Max Meyer scheint neuen Verein gefunden zu haben

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MITTERSILL - Ein „Weltklassesspieler“ sei er, sagt sein Berater. Er wolle zu einem Topclub, sagte der Spieler selbst. Jetzt steht Max Meyer, der seinen Vertrag auf Schalke am 30. Juni hatte auslaufen lassen, vor der Vertragsunterzeichnung bei Crystal Palace. Wer den Verein in den aktuellen Champions- oder Europa-League-Lostöpfen sucht, der sucht vergeblich.

Crystal Palace, ein Londoner Club, ist so ein bisschen der SC Freiburg Englands, was das Pendeln zwischen erster und zweiter Liga (manchmal auch dritter und vierter Liga) angeht. Seit 2013 hat sich der Club einigermaßen in der Premier League etabliert, kam aber nie über Platz zehn hinaus. In der vergangenen Saison belegten die „Eagles“ Platz elf – im Grund ein Achtungserfolg, denn bis zum 16. Spieltag hatte Crystal Palace fast durchgehend die rote Laterne des Tabellenletzten getragen. Im Europapokal hat Crystal Palace noch nie gespielt.

Am Dienstag absolvierte Max Meyer den Medizincheck bei den Londonern, bestätigte Schalke-Manager Christian Heidel. Er beantwortete auch die Frage, warum Schalke sich noch mit dem Thema Max Meyer beschäftigt, obwohl der Spieler seit dem 1. Juli nicht mehr bei den Königsblauen unter Vertrag steht: Weil Meyer viele Jahre bei Schalke in diversen Jugendmannschaften gespielt hat, erhält der Verein von Crystal Palace eine sogenannte, von der FIFA festgeschriebene „Ausbildungsentschädigung“ in Höhe von einer halben Million Euro.

Vorausgegangen war bekanntlich eine regelrechte Schlammschlacht zwischen Max Meyer, seinem Berater Roger Wittmann und dem Verein Schalke 04, vertreten durch Christian Heidel. Nachdem Trainer Domenico Tedesco Max Meyer in der vergangenen Saison erfolgreich zum defensiven Mittelfeldspieler umgeschult hatte, wollte Schalke mit Meyer eigentlich verlängern und hatte dem Spieler ein Angebot gemacht. Das lag allerdings gehaltsmäßig unter den Vorstellungen von Meyer und seinem Berater. „Ich hatte bei den Verhandlungen immer das Gefühl, wir reden über verschiedene Spieler“, hatte Heidel einmal gesagt: „Ich habe den sehr guten Bundesligaspieler Max Meyer im Kopf gehabt, sein Berater wollte aber einen Vertrag zwischen Schalke und dem Weltklassespieler Max Meyer abschließen.“ Man wurde sich nicht einig, Meyer sprach in einem Interview mit der „Bild“ von „Mobbing“, am Ende wurde Max Meyer zwei Spieltage vor Saisonende vom Spiel- und Trainingsbetrieb suspendiert.

Wittmann und Meyer gingen auf Vereinssuche, die aber bis jetzt erfolglos blieb. Wer erwartet hatte, dass die Real Madrids und Manchester Citys dieser Welt Schlange stehen würde, der sah sich getäuscht. Jetzt also Crystal Palace. Christian Heidel will sich nicht groß zum Thema äußern: „Alles, was ich jetzt dazu sagen würde, würde mir in irgendeiner Art und Weise ausgelegt werden – nur soviel: Ich freue mich, dass er einen Verein gefunden hat.“ Auch die Beziehung zu Roger Wittmann, der bekanntlich auch der Berater von Thilo Kehrer ist, sei nicht endgültig zerrüttet. „So eine Sache ist nie angenehm, das war für uns beide so“, sagt Heidel. Inzwischen sei die Sache aber vom Tisch: „Wir haben uns die Hand drauf gegeben, und seitdem führen wir wieder ganz normale Gespräche.“

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