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Schalker Frust: Abdul Rahman Baba (l.) und Salif Sané nach der 1:2-Niederlage beim VfL Wolfsburg.

Dreifach-Frust in Wolfsburg

Schalke 04 hofft nun auf Sebastian Rudy

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Wolfsburg - Naldo guckte grimmig, als er durch die Katakomben der VW-Arena in Wolfsburg zur Schalker Mannschaftskabine ging. Im Vorbeigehen sah der Schalker Abwehrchef, wie auf einem Monitor eine der viel diskutierten Szenen nach der Schalker 1:2 (0:1)-Niederlage über die Bildschirme flimmerte. „Lächerlich“, zischte der 35-Jährige, doch zum Lachen war nach diesem missratenen Saisonauftakt niemand im Schalker Lager zumute.

Für Sportvorstand Christian Heidel trug Video-Schiedsrichter Wolfgang Stark in Köln die Hauptschuld daran, dass die mäßige Bundesliga-Partie, in der die Wolfsburger durch John Anthony Brooks (33.) in Führung gegangen waren, in der Schlussphase so aus dem Ruder lief.

„Er hätte nicht eingreifen dürfen, denn es lag keine gravierende Fehlentscheidung vor“, so Heidel und bezog sich auf das Foul von Nastasic, das erst mit Gelb und dann – nach Intervention aus Köln – mit Rot geahndet wurde ebenso wie auf das Vergehen von Wolfsburgs Mittelstürmer Wout Weghorst an Guido Burgstaller, das zunächst mit Rot und dann mit Gelb sanktioniert wurde.

„Der Schiedsrichter hat mir leidgetan. Die Konfusion hat Köln ins Spiel gebracht“, bilanzierte ein enttäuschter Heidel, der auf der Bank auch noch eine dritte Rote Karte – diesmal für den Wolfsburger Brooks sah, die den Höhepunkt an Konfusion darstellte und zum Disput zwischen Schiedsrichter Patrick Ittrich und Schalke-Trainer Domenico Tedesco führte.

Karten verwechselt

Ittrich hatte seine Karten verwechselt, nahm Rot wieder zurück und zeigte Brooks Gelb. Das geschah jedoch in einer unübersichtlichen Spielsituation, sodass der Schalker Trainer den vierten Offiziellen fragte, warum Wolfsburg noch zehn Feldspieler auf dem Platz hatte.

Tedesco beklagte die Art der Kommunikation und den Umgang miteinander. „Ich habe dem Vierten Offiziellen eine ganz normale Frage gestellt und wurde dann durchbeleidigt. Das Gespräch war aus meiner Sicht nicht sehr respektvoll“, so der 32-Jährige.

Ittrich wies die Vorwürfe zurück: „Ich war ein bisschen lauter und emotionaler, aber ich habe Herrn Tedesco nicht beleidigt. Aber wenn er denkt, ich hätte ihn beleidigt, dann in aller Form: Entschuldigung.“

Bei allem Frust über den Spielverlauf beging niemand im Schalker Lager den Fehler, die Niederlage an den Unparteiischen in Wolfsburg oder Köln festzumachen. Heidel stellte zutreffend fest, dass „wir im Spielaufbau unheimlich viele Fehler gemacht haben. Wir müssen uns an die eigene Nase fassen und viele Dinge verbessern.“

Dass ausgerechnet Geburtstagskind Salif Sané (wurde am Samstag 28 Jahre alt) hier an erster Stelle zu nennen ist, war ungewöhnlich. Aber auch Abwehrchef Naldo leistete sich ungewohnte Schnitzer wie auch Abdul Rahman Baba, der in der Nachspielzeit das Verteidigen einstellte und prompt Daniel Ginczek das 2:1 ermöglichte.

Zuvor hatte Schalke in Unterzahl den Ausgleich per Elfmeter durch Nabil Bentaleb (85.) erzielt, dessen Jubel allerdings verhalten ausfiel. Womöglich hängt das mit der Verpflichtung von Sebastian Rudy zusammen, denn Schalke und die Bayern haben am Wochenende eine Einigung erzielt. 16 Millionen Euro soll die Ablösesumme betragen. Nach Informationen dieser Zeitung wird Rudy einen Dreijahresvertrag unterschreiben.

Das dürfte Bentaleb nicht gefallen, denn damit wird die Konkurrenzsituation im Mittelfeld noch größer. Dass Olympique Marseille Interesse am Algerier haben soll, davon wusste Heidel am Wochenende nichts. Trotzdem bleibt es bis zum 31. August weiter spannend in Sachen Kaderplanung. Denn Nastasic wird eine Sperre abbrummen müssen und der verletzte Benjamin Stambouli wird laut Heidel noch zwischen sechs und acht Wochen ausfallen. Kein Wunder also, dass Naldo schlechte Laune hatte.

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