Ex-Kapitän ohne Zukunft

Rückkehr von Höwedes birgt Zündstoff auf Schalke

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Gelsenkirchen - Als der Schalker Mannschaftsbus am Samstag gegen 15.30 Uhr vor dem Stadion Uhlenkrug in Essen vorfuhr, wurde er bereits sehnsüchtig erwartet. Zahlreiche Autogrammjäger hatten sich postiert und hielten Ausschau nach ihren jeweiligen Lieblingsspielern. Einer, der viele Jahre bei den Anhängern hoch im Kurs stand, fehlte allerdings und beschäftigt Schalke weiterhin mehr, als es dem Verein lieb ist: Benedikt Höwedes bleibt ein Dauerthema.

Dabei war die Argumentation von Sportvorstand Christian Heidel in Sachen Höwedes nachvollziehbar. „Benni hat erst drei Tage mit der Mannschaft trainiert. Sollen wir da ein Verletzungsrisiko eingehen?“, so der 55-Jährige. Heidel verwies auf die langen Ausfallzeiten des 30-Jährigen in der vergangenen Saison.

So weit, so richtig. Aber mit Thilo Kehrer war in Essen zum Beispiel ein Spieler wenigstens in der Zuschauerrolle dabei, obwohl er wegen seiner Sehnenreizung für einen Einsatz nicht infrage kam. Und mit Salif Sané saß – wenn auch nur in zivil – ein Neuzugang auf der Bank, der gerade erst seinen Urlaub beendet hatte. Heidel dazu: „Warum soll Salif zu Hause rumsitzen? Es ist wichtig, dass er mal die Abläufe bei uns kennenlernt.“

Dennoch drängt sich der Eindruck auf, dass sich Schalke lieber heute als morgen von Höwedes trennen will. Der frühere Mannschaftskapitän hat bei den Königsblauen weiterhin keine sportliche Perspektive, aber Heidel setzt alles daran, dass der 30-Jährige wenigstens nicht beschädigt wird. Es soll eine Trennung in beiderseitigem Einvernehmen ohne öffentliche Schuldzuweisungen geben, obwohl es ein offenes Geheimnis ist, dass die Selbsteinschätzung von Höwedes und die Bewertung von Trainer Domenico Tedesco über dessen Leistungsfähigkeit meilenweit auseinanderliegen.

Tedesco betonte denn auch noch einmal: „Ich habe schon zu Saisonbeginn durchblicken lassen, dass es für Benni nicht einfacher wird als in der vergangenen Saison. Wir haben in der Innenverteidigung einen sehr guten Konkurrenzkampf. Und da haben andere Jungs eben die Nase vorn“, so der Schalker Trainer. Das gilt auch für Johannes Geis, den Tedesco für das Testspiel ebenfalls nicht berücksichtigte und der beim VfB Stuttgart im Gespräch sein soll.

Doch bis Entscheidungen bei Höwedes und Geis im Hinblick auf ihre berufliche Zukunft gefallen sind, könnte es noch dauern. Höwedes-Berater Volker Struth ließ intern verlauten, dass er in den nächsten zwei Wochen nicht mit Bewegung rechnet. Was wird dann aus Höwedes, wenn Schalke sich am nächsten Wochenende auf den Weg ins Trainingslager nach Mittersill macht? Wird er überhaupt dabei sein? Antwort Tedesco: „Da ist noch keine Entscheidung gefallen.“

Auf jeden Fall mit dabei sein in Österreich wird Amine Harit, der nach dem tragischen Unfall in Marokko erstmals eine Halbzeit für Schalke spielte. „Er macht einen stabilen Eindruck. Wir versuchen, ihn einfach aufzubauen. Amine hat tolle Mitspieler um sich herum, die ihn unterstützen“, erklärte Tedesco. Anfang der Woche wird WM-Teilnehmer Breel Embolo auf Schalke zurückerwartet. Dann hat Trainer Tedesco seinen Kader erstmals komplett – fertig ist er wohl erst, wenn auch die Streichkandidaten weg sind.

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