Fußball

Schalke in der Champions League gegen Lokomotive Moskau

Gelsenkirchen - Domenico Tedesco war nichts anzumerken. Der Schalker Trainer antwortete freundlich und ausführlich auf jede Frage. Doch die Lage ist ernst. Vor dem heutigen Champions-League-Spiel gegen Lokomotive Moskau (18.55 Uhr/Sky) muss der 33-Jährige einen schwierigen Spagat hinbekommen.

Einerseits wollen die Gastgeber unbedingt den Eindruck vermeiden, als würde sie die für sie sportlich bedeutungslose Partie abschenken wollen. Diesen Verdacht will Tedesco gar nicht erst aufkommen lassen, nachdem Schalke sich bereits für das Achtelfinale in der Champions League qualifiziert hat.

"Wir wollen jedes Spiel gewinnen"

Deshalb betonte der 33-Jährige: „Wir wollen jedes Spiel gewinnen, auch dieses. Schließlich geht es nicht nur um Schalke 04, sondern auch darum, in der Fünf-Jahres-Wertung für Deutschland weitere Punkte zu sammeln“. Dabei sieht sich Tedesco in einer besonderen Rolle. „Ich muss die Lokomotive sein und die Spieler pushen. Wir wollen zeigen, dass wir zurecht im Achtelfinale stehen. Wir wollen unseren Verein und den deutschen Fußball würdig vertreten.“

2,7 Millionen Euro für einen Sieg

Und dann ist ja auch noch das Preisgeld von 2,7 Millionen Euro zu berücksichtigen, dass Schalke im Fall eines Sieges einstreichen würde und womöglich den Spielraum für etwaige personelle Verstärkungen in der Winterpause nutzen könnte. Nach Informationen dieser Zeitung sucht Sportvorstand Christian Heidel nach schnellen Spielern für die Außenbahnen. Dass seine Mannschaft ein Geschwindigkeitsdefizit hat, bestätigte Tedesco nach der 1:2-Niederlage gegen Borussia Dortmund mehr oder weniger direkt.

Jeder Punkt zählt

Andererseits muss Tedesco auch das bisher sehr enttäuschende Abschneiden in der Bundesliga berücksichtigen. In den noch drei ausstehenden Bundesligapartien (in Augsburg, gegen Leverkusen und in Stuttgart) braucht Schalke jeden Zähler, damit man im schlimmsten Fall nicht unter dem Tannenbaum auf einem Abstiegsplatz überwintert. Deshalb räumt der Schalker Trainer ein, dass er gegen Lokomotive Moskau rotieren wird.

„Denken an Rotation“

Etwas anders bleibt ihm im Angriff angesichts der großen Personalnot auch gar nicht übrig. Nachdem schon nach dem verlorenen Derby klar war, dass Guido Burgstaller, Mark Uth, Breel Embolo und Franco Di Santo nicht zur Verfügung stehen würden, haben sich auch die zarten Hoffnungen auf einen Einsatz von Steven Skrzybski zerschlagen. Tedesco: „Er hat bei gewissen Bewegungen immer noch Schmerzen“. Die muskuläre Verletzung im Brustbereich ist noch nicht ausgeheilt. Deshalb werden Benjamin Goller aus der U 23 und der A-Jugendliche Ahmed Kutucu dem Kader angehören. Goller trainierte schon öfter bei den Profis, für Kutucu ist es eine noch ungewohnte Erfahrung, die gleich mit einem Einsatz in der Königsklasse beginnen könnte. „Wir denken an Rotation. Aber nicht weil wir sagen, das Spiel ist unwichtig. Sondern weil wir Frische brauchen“, betonte Tedesco. Kutucu habe eine gute Ballführung und er verstecke sich nicht auf dem Platz ist. „Er fordert immer den Ball“, so Tedesco. In der A-Jugend-Bundesliga hat der 18-Jährige in zehn Spielen neun Treffer markiert.

Naldo ist Diskussionsthema

Auch in anderen Mannschaftsteilen sind Veränderungen gegen Moskau zu erwarten. Ein ständiges Diskussionsthema bei den Fans ist zum Beispiel die neue Bankdrückerrolle von Naldo. Dazu entgegnete Tedesco den Kritikern: „Es ist keine Entscheidung gegen Naldo, sondern für andere. Aber Naldo ist immer eine Option“.

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