Nach Verletzungspause

Stambouli ist bereit für seine Rückkehr

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GELSENKIRCHEN - Benjamin Stambouli hat sich zum Schalker Führungsspieler entwickelt. Deshalb hat ihn seine Syndesmoseverletzung hart getroffen.

Ausgerechnet wenige Tage vor dem Bundesligastart beim VfL Wolfsburg war es passiert. Im Training prallte der 28-Jährige mit Breel Embolo zusammen. „Unserem Tier“, wie der Franzose mit einem Augenzwinkern angesichts der körperlichen Wucht, die Embolo mitbringt, am Montag erzählte.

Fast zwei Monate musste Stambouli aussetzen. Eine Leidenszeit, die ihm überhaupt nicht schmeckte. „Für mich gibt es eigentlich nur Fußball und die Familie. Gerade in den ersten Wochen ist es mir sehr schwer gefallen, mit der Verletzung klar zu kommen“, so Schalkes Vielzweckwaffe, der in der Abwehr und im Mittelfeld alle Positionen bekleiden kann.

In den ersten zwei Wochen nach der Verletzung war Stambouli völlig zur Untätigkeit verurteilt, weil er einen Spezialschuh tragen musste.

Danach begannen die Reha-Maßnahmen im Medicos auf dem Vereinsgelände, meistens zusammen mit seinem Leidensgenossen Bastian Oczipka. Zu gern hätte der Franzose seiner Mannschaft in den ersten Saisonspielen geholfen. „Bei den Heimspielen wollte ich manchmal auf den Platz springen“, erzählte Stambouli.

Da es sich nicht um die erste Verletzung in seiner Karriere handelte, hat der 28-Jährige jedoch genügend Geduld bewiesen, bis er wieder beschwerdefrei war. Jetzt sprüht Stambouli vor Ehrgeiz. Die Frage, ob er sich fit für einen Kaderplatz am Samstag im Heimspiel gegen Werder Bremen fühlt, empfindet Stambouli fast als Beleidigung. „Natürlich. Ich habe keine Schmerzen mehr, keine Angst und bin bereit“, kommt es wie aus der Pistole geschossen vom ansonsten eher zurückhaltenden Franzosen.

Der Franzose hat auf Schalke eine positive Entwicklung genommen. Von den eigenen Fans zunächst skeptisch beurteilt, hat Stambouli mit seiner ruhigen und abgeklärten Spielweise Sympathiepunkte noch und noch gewonnen. Das zeigte sich auch während seiner Verletzungszeit. „Ich habe noch nie so viele Genesungswünsche bekommen und bin immer noch überwältigt von der Anteilnahme der Schalker Anhänger“, betonte der Franzose.

Heute Abend wird er natürlich am Bildschirm sitzen, um das Spiel seiner Franzosen gegen Deutschland zu sehen. „Mit einem 1:0 für Frankreich wäre ich zufrieden“, sagte der Schalker Spieler mit einem Lächeln. Er führt die gute Entwicklung beim Weltmeister auch darauf zurück, dass sich die Mannschaft auf ihrem WM-Titel nicht ausgeruht habe, sondern bestrebt ist, dieses hohe Niveau mindestens zu halten.

Und was ist mit Schalke nach dem kapitalen Fehlstart in der Bundesliga noch möglich? „Wir müssen die Serie, die wir begonnen haben, weiter ausbauen. Dazu gehört eine gewisse Zweikampfstärke. Das ist die DNA von Schalke“, so Stambouli, der dazu seinen Teil am liebsten schon gegen Bremen beitragen würde.

Ob Domenico Tedesco ihm schon lässt? Der Schalke-Trainer ist nicht dafür bekannt, Spieler schnell Wettkampfpraxis zu verschaffen. Aber es kann als sicher gelten, dass Tedesco sehr froh sein dürfte, wieder mit Stambouli planen zu können. Denn der Franzose ist ein strategischer Kopf, mit dem sich Tedesco besonders gern austauscht.

„Benji hat die Abläufe in der Kabine positiv gestaltet“, lobte Tedesco im Juli und bestimmte Stambouli zum neuen Mitglied im Mannschaftsrat. Ein Vertrauensbeweis, den der 28-Jährige jetzt mit Verspätung wegen seiner Verletzung zurückzahlen will.

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