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Dennis Aogo steht bei Schalke vor dem Comeback.

Reha beendet

Aogo freut sich aufs Comeback

GELSENKIRCHEN - Vor einer Woche haben sie auf dem Trainingsplatz genau an der Stelle gestanden, wo es passierte. "Wir haben geflachst und Ralf wollte sich zum 100. Mal entschuldigen. Aber ich habe ihm gesagt: Das ist unser Berufsrisiko."

Dennis Aogo erzählt diese kleine Geschichte ganz entspannt, obwohl der Zusammenprall mit Torhüter Fährmann schlimme Folgen für ihn hatte. Kreuzbandriss im linken Knie lautete die niederschmetternde Diagnose an jedem 29. November 2013 im Abschlusstraining vor dem Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV. Statt sich auf das Wiedersehen mit seinem Ex-Club zu freuen, begann für Aogo eine lange Leidenszeit.

"Gab Tage die nicht einfach waren"

Ausgerechnet Aogo, der nach seinem Wechsel kurz vor Transferschluss vom HSV zu Schalke sofort sportlich einschlug, musste einen bitteren Rückschlag verkraften. "Ich bin zwar kein Typ, der schnell in Depressionen verfällt, aber es gab schon Tage während der Reha, die nicht einfach waren", räumt der Defensivspezialist ein. Dabei hatte Aogo vor der schweren Verletzung einen so starken Eindruck hinterlassen, dass er schon als WM-Teilnehmer in Brasilien auf der linken Verteidigerposition gehandelt wurde.

Dort spielte bekanntlich sein Mannschaftskamerad Benedikt Höwedes und wurde Weltmeister. "Mich haben die Leistungen von Benny nicht überrascht. Er hat das gespielt, was er kann", lobt Aogo den 27-Jährigen, dem in seiner Heimatstadt Haltern per Ortschild ("Weltmeisterstadt Haltern - Glückwunsch Benedikt Höwedes) quasi ein "Denkmal" setzte.

Erster Härtetest am Samstag

Aogo hat die Weltmeisterschaft richtig intensiv erst ab den Viertelfinalspielen verfolgt. Er war in der Anfangsphase der WM noch in Los Angeles, um mit Fitness-Experten seine Defizite aufzuarbeiten. Jetzt fühlt er sich so fit, um am Samstag im Testspiel bei Hansa Rostock (ab 17.45 Uhr, live auf Sport1) sein Comeback zu geben. "Ich bin im Plan. Meine Vorfreude auf dieses Spiel ist riesig. Ich will endlich wieder unter Wettkampfbedingungen Fußball spielen", so der 27-jährige.

Langfristige Pläne hat der Nationalspieler jedoch nicht. "Es kann sein, dass ich beim Bundesligastart schon wieder der Alte bin. Aber es kann auch noch einige Zeit dauern", will sich Aogo selbst keinen Druck machen. Realismus statt Euphorie - getreu dieser Marschroute will er einen Schritt nach dem anderen machen. Sein Blick ist dabei nach vorn gerichtet. "Für mich ist es eine perfekte Situation, dass ich bisher jeden Tag in der Vorbereitung mit der Mannschaft trainieren konnte", betont Aogo. Diesen Zustand will er Tag für Tag genießen. Die Prognose scheint nicht gewagt: Bleibt er gesund, wird Schalke an Aogo noch viel Freude haben.

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