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Clemens Tönnies ist zurück auf Schalke.

PR-Offensive nach Zwangspause

Schalke-Boss Clemens Tönnies bricht sein Schweigen: "Es hätte mir nicht passieren dürfen"

Clemens Tönnies ist zurück auf Schalke: Am Tag seiner Rückkehr hat der Schalke-Boss sein Schweigen gebrochen und spricht mit dem vereinseigenen TV-Sender über seine umstrittenen Äußerungen.

Wohlwollende Fragen in entspannter Atmosphäre - am Tag der Rückkehr von Clemens Tönnies in sein Amt als Aufsichtsratschef startete der FC Schalke 04 eine PR-Offensive. In einem Interview des vereinseigenen TV gab sich der Fleisch-Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück geläutert.

Am ersten Tag seiner Rückkehr in die Amtsgeschäfte als Schalker Aufsichtsratsvorsitzender bezeichnete der 63 Jahre alte Fleisch-Unternehmer aus Rheda-Wiedenbrück seine vielfach als rassistisch eingestuften Äußerungen als "Fehler".

Das Interview soll dazu beitragen, dem Clubchef das Comeback auf Schalke zu erleichtern. In erster Verärgerung über dessen Äußerungen Anfang August beim "Tag des Handwerks" in Paderborn ("Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren") hatte es zahlreiche Vereinsaustritte und viel öffentliche Kritik gegeben. 

Nicht zuletzt deshalb hatte der Schalker Ehrenrat eine Woche später eine dreimonatige Zwangspause für den 63-Jährigen ausgesprochen.

Schalke-Boss bittet um Entschuldigung

"Ich war von der Wucht der Reaktion total erschlagen. Es hätte mir nicht passieren dürfen. Es ist voll in die Hose gegangen. Wenn sich jemand verletzt gefühlt hat, bitte ich ihn aufrichtig um Entschuldigung", sagte Tönnies am Donnerstag dem clubeigenen Schalke TV.

Am 6. August hatte der Schalker Ehrenrat nach vielfach als rassistisch eingestuften Äußerungen von Tönnies über Afrikaner und einem anschließenden Gespräch mit dem Clubchef entschieden, dass dieser sein Schalke-Amt drei Monate lang nicht ausüben darf. 

Schalker Ehrenrat schloss Tönnies aus

"Es war eine harte Zeit. Ich hätte nicht erwartet, dass ich ein Stück weit leide, nicht dabei zu sein", kommentierte Tönnies. "Das hat mir viele Gedanken gebracht, über das, was ich gesagt habe, wie ich es eigentlich gemeint habe und wie es insgesamt aufgenommen wurde."

Tönnies fühlt sich falsch eingeschätzt: "Ich bin nicht der, der trennt, sondern eher der, der vereint und sagt, das darf auf Schalke keinen Einzug haben. Wir müssen uns in der Gesellschaft viel mehr gegen Rassismus stellen. Ich sehe uns alle in Europa in der Pflicht, was für Afrika zu tun."

Unterstützung bekam Tönnies vor drei Monaten unter anderem von einem Fan: 

Tönnies verspürt bei seiner Rückkehr positiven Zuspruch. "Ich habe das Gefühl, dass sich alle freuen, dass ich wiederkomme. Ich möchte da jetzt gerne mit allen anfassen und Schalke weiter nach vorne bringen", sagte er. Den Zeitpunkt seiner Rückkehr in das Stadion ließ er offen: "Ich bin geschäftlich derzeit sehr eingebunden. Ich sage früh genug Bescheid."

Unterstützung auch von Peter Peters

Unterstützung erhielt Tönnies von Peter Peters. Der Finanzvorstand wies die teilweise harsche Kritik am Umgang des Vereins mit seinem Aufsichtsratschef zurück und forderte eine Rückkehr zur Normalität. "Schalke hat in dieser Frage mit seinen Gremien bemerkenswerte Entscheidungen getroffen, die letztendlich dazu geführt haben, dass nun eine Sperre abgelaufen ist", sagte Peters in einem Interview der "WAZ". Die Entscheidung des Revierclubs war teilweise als zu mild kritisiert worden.

Auf die Frage, ob er fürchte, "dass bei Tönnies etwas hängen bleibt", antwortete Peters: "Ich werbe intensiv dafür, dass das nicht so ist. Es gibt nicht lebenslang, das gehört zu einem Miteinander dazu." Peters glaubt, dass "eine deutliche Mehrheit" der Schalke-Mitglieder es positiv bewerte, "dass er sich sofort entschuldigt hat und jetzt zurückkommt". 

Ihm sei in der Diskussion zu kurz gekommen, "dass es hier eine dreimonatige Sperre gegeben hat - das ist kein Freispruch!", sagte er. Es sei "ja nicht nur das Rechtsverständnis von Schalke 04, sondern allgemein gültig, dass man nach dem Verbüßen einer Sperre wieder seiner Tätigkeit nachgehen kann", betonte Peters.

Die Äußerungen von Clemens Tönnies hatten seinerzeit für breite Diskussionen gesorgt. 

Schauspieler Peter Lohmeyer hatte wegen des Eklats um Tönnies sogar seine Mitgliedschaft beim Traditionsklub aufgekündigt.

dpa

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