Urteil nach Eklat im U19-Derby

Rassistische Beleidigungen gegen BVB-Jungstar Moukoko: Wegen Hass-Fans muss Schalke 04 finanziell bluten

Es war ein verabscheuungswürdiges Bild, das einige Schalke-Anhänger während des U19-Derbys gegen den BVB abgaben. Die üblen Beleidigungen gegen Dortmunds Top-Talent Youssoufa Moukoko haben für den Verein finanzielle Folgen.

Das DFB-Sportgericht hat ein deutliches Urteil im Prozess um die Vorfälle beim Revierderby der Nachwuchs-Mannschaften von Schalke 04 und Borussia Dortmund gefällt. Während des U19-Bundesligaspiels am 18. Oktober im Parkstadion Gelsenkirchen* war es von den Zuschauerrängen aus zu massiven Beleidigungen gegen das große BVB-Talent Youssoufa Moukoko gekommen, für die der Verein jetzt geradestehen muss, wie 24VEST.de* berichtet.

Die üblen Hass-Parolen gingen nach Ansicht vieler schockierter Anwesender mehr als nur einmal weit unter die Gürtellinie. Der erst 15-jährige Spieler wurde im Derby der Junioren-Bundesliga von Anhängern des FC Schalke 04 sogar rassistisch beleidigt. Doch der BVB-Jungstar zeigte eine passende Reaktion auf die Anfeindungen - sowohl auf dem Platz als auch in den Sozialen Medien.

U19-Derby Schalke gegen BVB: Moukoko gibt auf dem Platz die Antwort auf üble Parolen

Moukoko erzielte beim 3:2-Auswärtssieg der Borussia alle drei Treffer für sein Team. Und gab anschließend ein für sein Alter beeindruckend souveränes Statement im Internet* ab:  „Gott hat uns alle schön gemacht, wir sind alle besonders. Denn egal, ob arm, reich, schwarz, weiß, wir bluten alle gleich. Ihr könnt mich hassen und beleidigen, aber ihr werdet mich niemals unterkriegen.“

Nach Eklat im U19-Revierderby: Schalke muss Geldstrafe zahlen

Für die 15-jährige Sturm-Hoffnung der Borussen war das Thema damit offenbar erledigt, für das DFB-Sportgericht allerdings noch nicht. Denn das Gremium verdonnerte den FC Schalke 04 in einem am Montag, 2. November, veröffentlichten Urteil zu einer Geldstrafe von 6000 Euro wegen der Hass-Parolen einiger seiner Fans. Zudem müsse der Verein in Abstimmung mit dem DFB umgehend ein Ordnungsdienst-Konzept für die Heimspiele der A-Junioren-Bundesliga erarbeiten, das effektives und angemessenes Einschreiten bei Beleidigungen aus dem Zuschauerbereich beinhalte.

Wie Schalke 04 in einer Mitteilung auf seiner Homepage erklärt, solle der Klub darüber hinaus bis einschließlich der Saison 2022/2023 bei allen Heimspielen der U19 gegen den BVB die Zahl der Ordner auf mindestens 20 erhöhen. Die Königsblauen haben dem Urteil des DFB-Sportgerichts zugestimmt, das damit rechtskräftig ist.

Schon unmittelbar nach der Skandal-Partie am 18. Oktober hatten die Schalker Verantwortlichen den betroffenen Youssoufa Moukoko sowie seinen Verein Borussia Dortmund um Entschuldigung für die schlimmen Vorfälle auf den Rängen gebeten. Unter anderem hatten Sportvorstand Jochen Schneider und Chef-Trainer Manuel Baum Stellung zu den Vorfällen bezogen und verdeutlicht, dass Beleidigungen jedweder Art auf Schalke nicht toleriert und akzeptiert werden.

Schalke kämpft mit #stehtauf-Anlaufstelle gegen Rassismus und Diskriminierung

Bereits vor über einem Jahr hat Schalke 04 die #stehtauf-Anlaufstelle ins Leben gerufen. Die Beratungsstelle dient als Anlaufpunkt für Menschen, die auf Schalke Opfer von diskriminierendem, rassistischem und sexistischem Verhalten oder Gewalt geworden sind. Außerdem können Verstöße gegen das Leitbild des S04 und die Stadionordnung der VELTINS-Arena gemeldet werden.

Schalke: Ermittlungen der Polizei nach Skandal-Spiel dauern an

Nach Angaben des Vereins dauern die strafrechtlichen Ermittlungen zur Aufklärung noch an, Schalke 04 sei diesbezüglich im engen Austausch mit der Polizei Gelsenkirchen*. (op) *24VEST.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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