Schalke im Formcheck

DIe Abwehr bleibt das Prunkstück

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GELSENKIRCHEN - Im österreichischen Mittersill hatte Schalke-Trainer Domenico Tedesco seine Jungs eine Woche lang kräftig schwitzen lassen – am Dienstag nach der Rückkehr durften die Profis einen trainingsfreien Tag lang durchschnaufen. Allzu viel Zeit für die Saisonvorbereitung bleibt Tedesco allerdings nicht mehr: In eineinhalb Wochen, am 17. August, steht mit der Pokalpartie beim 1. FC Schweinfurt das erste Pflichtspiel an.

Eine Woche später startet die Bundesligasaison. Wir machen vor dem Endspurt der Vorbereitung den Schalke-Formcheck. Schalke geht mit Ralf Fährmann als klarer Nummer eins in die neue Saison. Dahinter steht mit Alexander Nübel allerdings ein hungriger Ersatzmann, der in dieser Saison mehr Einsätze bekommen will als im vergangenen Jahr – da spielte er genau 45 Minuten. „Ich darf und will Ralle unter Druck setzen“, sagte Nübel kürzlich im Interview mit dem „Reviersport“. „Vielleicht trainiere ich ja auch mal drei Wochen überragend und spiele dann.“ Fazit: Die Qualität zwischen den Pfosten ist auf Schalke unverändert hoch – und könnte durch den Konkurrenzdruck noch besser werden. Die Defensive war in der vergangenen Saison Schalkes Prunkstück: Lediglich 37 Gegentore kassierte das Team, nur Bayern und Stuttgart waren besser. Abwehrchef Naldo macht den Eindruck, als wäre er trotz seiner fast 36 Jahre „unkaputtbar“. In seiner Rangliste der besten Innenverteidiger der Liga führt der „Kicker“ Naldo an Nummer zwei – mit der Nummer vier, Salif Sané, spielt Naldo jetzt zusammen. Benjamin Stambouli wird für die Mannschaft immer wichtiger, Matija Nastasic ist nach seiner Kreuzbandverletzung wieder zurück, Thilo Kehrer hat seiner „Lehrjahre“ beendet. Fazit: Die sowieso schon gute Schalker Abwehr dürfte für Gegner in Zukunft noch schwerer zu knacken sein. Nominell verfügt Schalke über ein starkes Mittelfeld: Die Abgänge von Max Meyer und Leon Goretzka wurde durch die Neuzugänge Omar Mascarell und Suat Serdar aufgefangen. Aber: In der vergangenen Woche häuften sich die Verletzungen, Serdar, Yevhen Konoplyanka und zuletzt Omar Mascarell zogen sich Muskelverletzungen zu, Amine Harit (der auch noch mit den psychischen Folgen seines Unfalls zu kämpfen hat) erlitt eine Bänderdehnung im Knie. Zwar erwies sich keine dieser Verletzungen als schwerwiegend, dennoch: In einer wichtigen Phase der Vorbereitung konnten die Spieler nicht mit der Mannschaft trainieren. Fazit: Die Vorbereitung verlief nicht optimal, die Abläufe im Mittelfeld werden sich erst noch finden müssen. Auch hier wurde personell nachgebessert: Mit Steven Skrzybski und vor allem Mark Uth hat Tedesco mehr Auswahl als zuvor, kann die Offensive variantenreicher gestalten. Ein großes Fragezeichen hängt noch immer über Breel Embolo. Nach seiner schweren Verletzung und der langen Rekonvaleszenz konnte der Schweizer noch nicht an seine alte Form anknüpfen, auch in den beiden letzten Testspielen überzeugte er nicht. Fazit: An der Torgefährlichkeit wird Domenico Tedesco auch über die Vorbereitung hinaus noch ein wenig feilen müssen.

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