FC Schalke 04

Für Harit läuft momentan eine Menge schief

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GELSENKIRCHEN - Am Montag waren sie pünktlich. Amine Harit und Hamza Mendyl nahmen ab 10.30 Uhr an der Übungseinheit des FC Schalke 04 teil.

Das sollte eigentlich normal sein, doch angesichts der Vorkommnisse rund um das Länderspiel zwischen Marokko und Malawi hatte die Trainingsteilnahme der beiden Schalker bereits Nachrichtenwert. Denn bei ihrem Nationalteam waren Harit und Mendyl zuvor aus disziplinarischen Gründen aus dem Kader gestrichen worden.

Marokkos Trainer Hervé Renard sprach von einer „disziplinarischen Sanktion.“ Er könne nicht zur Tagesordnung übergehen: „Wenn wir in einer Gruppe arbeiten, dann muss man Zeiten respektieren. Und man muss andere Dinge respektieren.“ Ins Details mochte Renard nicht gehen, aber er wollte mit seiner Entscheidung offenbar auch ein Zeichen nach außen setzen, und zwar an alle anderen Spieler seines Kaders. „Wenn es Sanktionen gegen Spieler gibt, dann mache ich das, um ein Exempel für den Rest der Gruppe zu statuieren,“ betonte Marokkos Coach.

"Disziplin wird groß geschrieben"

Ein Nachspiel hatte das Geschehen in Marokko für Harit und Mendyl auch noch auf Schalke. Vor dem Training ließ Domenico Tedesco seine beiden Spieler zum Rapport antreten. „Ich kann die Entscheidung meines Trainerkollegen nachvollziehen. Disziplin wird nicht nur beim FC Schalke 04 großgeschrieben“, betonte der Schalker Trainer im Gespräch mit dieser Zeitung. Beide Spieler hätten sich laut Tedesco aber einsichtig gezeigt.

Harit und Mendyl hatten dem Schalker Coach versichert, dass in ihrer WhatsApp-Gruppe eine falsche Uhrzeit kommuniziert worden sei. Dadurch seien sie verspätet zum Treffpunkt der Nationalspieler erschienen. Für Harit geht momentan viel schief. War ihm bei der Weltmeisterschaft in Russland noch das Potenzial eines zukünftigen Top-Stars von vielen Experten attestiert worden, sorgte er im darauffolgenden Urlaub in seinem Heimatland für Negativschlagzeilen. Harit verursachte in Marrakesch mit seinem Auto einen Verkehrsunfall mit Todesfolge. Das Gericht verurteilte ihn daraufhin zu einer viermonatigen Bewährungsstrafe. Schalke gönnte seinem Spieler ein paar zusätzliche freie Tage, um das Ganze zu verkraften. In der Öffentlichkeit äußerte sich Harit bisher nicht zu den Geschehnissen in Marrakesch.

Hilfestellungen

Die Rückkehr in den Alltag fällt dem 21-Jährigen offenbar jedoch nicht leicht. In den ersten drei Pflichtspielen konnte Harit wie die gesamte Schalker Mannschaft nicht überzeugen. Schalke versucht so gut es geht, dem Spieler sämtliche Hilfestellungen zu geben. Im Mannschaftskreis ist man sich einig, dass der junge Marokkaner Schalker sportlich besser machen kann.

„Die letzten Monate waren für Amine bestimmt keine einfache Zeit. Aber wenn er im Kopf klar bleibt, wird er uns zu 100 Prozent sportlich helfen“, glaubt Daniel Caligiuri. Ein ausschließlich auf den Profifußball konzentrierter Harit wäre für die Königsblauen enorm wichtig. Denn nach dem Bundesliga-Fehlstart folgen ab Samstag mit dem Spiel in Mönchengladbach drei Englische Wochen in Folge. Danach dürfte man sehen, wohin Schalkes Weg führt.

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