Schalke: "Letzte Konsequenz fehlt"

Tedesco über Fehler, Rudy, Brötchen und Stürmer

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Gelsenkirchen - Irgendwie, und mag es nur ein kurzer Moment gewesen sein, wirkte Schalkes Trainer Domenico Tedesco ratlos, als ihn die Fernseh-Kamera von Sky auf dem Schirm hatte. Gerade war das 2:0 für Hertha BSC Berlin gefallen, und weil sich das Ganze in der Nachspielzeit ereignet hatte, wusste Tedesco, dass Schalke nach zwei Saisonspielen ohne Bundesliga-Punkt bleiben würde. Keine Frage: Den Saisonstart hat sich der Vize-Meister anders vorgestellt!

Also raufte sich Tedesco die Haare und verharrte einige Sekunden lang in dieser nachdenklich wirkenden Position. Möglicherweise spukte da auch schon in seinem Kopf herum, dass angesichts der kommenden Gegner (mit Gladbach, Porto in der Champions League und den Bayern keine „Leichtgewichte“) ein erster mittelschwerer Sturm in seiner bislang so tadellosen Schalke-Karriere aufziehen könnte.

Dementsprechend kritisch ging Tedesco auch mit seiner Mannschaft um: „Wir kriegen seltsame Gegentore, die dürfen so in der Form nicht passieren. Und wir machen die Tore nicht. Es fehlt die letzte Konsequenz in allem, was wir machen. In Halbzeit zwei hat uns Hertha den Schneid abgekauft, da sind wir selbst schuld. Wir hatten zu viele leichtfertige Ballverluste, das bricht uns irgendwann das Genick“, so Tedesco bei „Sky“.

Lobende Worte gab es von Tedesco dagegen für Sebastian Rudy – damit sprach Schalkes Trainer ein Urteil gegen den Trend. Denn allgemein war aufgefallen, dass der Neuzugang von Meister Bayern München vor allem durch seine Unauffälligkeit hervorzuheben war. Ein kapitaler Bock, der beinahe zu einem Gegentor geführt hätte, ansonsten ein äußerst verhaltendes Debüt – Rudy wird sich (wie fast alle seiner Mitspieler) steigern müssen, um für Schalke die erwartete Hilfe zu sein.

Tedesco nahm Rudy kurz nach dem Seitenwechsel aus dem Spiel, hatte aber Verständnis für dessen Vorstellung: „Basti hat’s gut gemacht. Er wurde in Manndeckung genommen. Das ist nicht ganz einfach. Er kam einmal raus und sagte: ,Trainer, wenn ich auf die Toilette gehe, kommt der mit.‘ Wir haben die Lösungen parat, haben sie aber aufgrund von vielen Schlampigkeiten nicht auf den Platz bekommen.“

Als Tedesco das Offensivspiel seiner Mannschaft zusammenfasste, hatte er immerhin schon seinen Humor wiedergefunden: „Wenn Bälle Brötchen wären, wären unsere Stürmer verhungert.“

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