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Schalke-Kapitän Ralf Fährmann hielt in Wolfsburg einen Elfmeter. Foto: dpa

Schalker Talente

Fährmann ist der Letzte seiner Art

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GELSENKIRCHEN - Ralf Fährmann hat in diesen Tagen eine Menge Alleinstellungsmerkmale im Kader des FC Schalke 04. Er ist Kapitän, der dienstälteste Schalker (seit 2011 im Verein), der Schwerste (97 kg) und - dies ist höchst ungewöhnlich für die Königsblauen - der aktuell einzige "Local Player" im Aufgebot der Blau-Weißen.

Was ist ein „Local Player“? Die „Lizenzordnung Spieler“ gibt unter Paragraf „5 b Lokal ausgebildete Spieler“ Auskunft. Es handelt sich dabei um einen vom Klub ausgebildeten Spieler, „der für drei vollständige Spielzeiten, gleich, ob aufeinander folgend oder nicht, oder über einen Zeitraum von 36 Monaten zwischen seinem 15. (oder dem Beginn der Spielzeit, in der der Spieler das 15. Lebensjahr abschließt) und seinem 21. Lebensjahr (oder dem Ende der Spielzeit, in der der Spieler das 21. Lebensjahr abschließt) bei seinem aktuellen Klub registriert und spielberechtigt war.“

Einfacher und noch mal kurz und bündig ausgedrückt: Fährmann ist aktuell der einzige Spieler im Kader, den Schalke über einen längeren Zeitraum selbst ausgebildet hat. Dies ist aufgrund der herausragenden Nachwuchsarbeit bei den Königsblauen in den vergangenen Jahrzehnten ungewöhnlich, aber hängt damit zusammen, dass die Anstrengungen nicht nur „Segen“, sondern auch „Fluch“ bedeutet.

Schalke bildet so gut aus, dass viele Talente nicht langfristig zu halten sind. Die Beispiele der vergangenen Jahre sind Legion. Legt man nur die letzten zehn Jahre zugrunde, fallen einem die Namen Manuel Neuer, Julian Draxler, Leroy Sané oder Sead Kolasinac ein.

Auflagen sind zu erfüllen

Der Aderlass an eigenen Talenten hat zur Folge, dass Schalke bei der Zusammenstellung des Kaders improvisieren muss. Denn die Deutsche Fußball-Liga fordert von jedem Bundesligisten unter anderem vier Local Player in seinen Reihen. Außerdem müssen bei jeden Klub zwölf Lizenzspieler mit deutschem Pass unter Vertrag stehen.

Wie erfüllt der FC Schalke 04 diese Forderungen? Die Antwort gibt Sportvorstand Christian Heidel im Gespräch mit dieser Zeitung. „Wir werden auch für fast alle Spieler aus der U19 und der U23 eine Spielberechtigung für die Bundesliga beantragen und somit natürlich alle Kriterien und Bedingungen erfüllen“, sagte der 55-Jährige.

Heidel fügte hinzu: „Das machen allerdings alle Vereine.“ Wie zum Beispiel RB Leipzig, das im Vorjahr mit Marc Dauter, Dominik Minz, Kilian Senkbeil und Mert Yilmaz vier unbekannte Spieler meldete, die der U19 angehörten. Das Quartett kam in der Bundesliga keine Minute zum Einsatz.

Das muss aber nicht so sein, gibt Heidel zu bedenken. „Wenn ein Spieler nicht gemeldet ist, könnte er auch nicht in der Bundesliga spielen, und man weiß ja nie, was passiert….“ Siehe Schalke, wo nach dem kurzfristigen Wechsel von Thilo Kehrer zu Paris Saint-Germain und der Syndesmoseverletzung von Benjamin Stambouli plötzlich nur noch drei etatmäßige Innenverteidiger zur Verfügung stehen.

Heute wird nicht öffentlich trainiert.

Deshalb hat zum Beispiel Niklas Wiemann sehr gute Chancen, zu denjenigen Spielern zu gehören, für die Schalke eine Spielberechtigung für die Bundesliga beantragen wird. Der 19 Jahre alte Innenverteidiger gehörte zuletzt wieder zum Team der Schalker U23. Wegen der Verletzung von Stambouli trainiert Wiemann, wie schon vor einigen Wochen, wieder bei den Profis.

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