Stille Rückkehr

Höwedes trainiert wieder auf Schalke

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GELSENKIRCHEN - Seit dieser Woche sind Sommerferien in NRW – das erkennt man auf Schalke daran, dass die ohnehin schon immer recht gut besuchten Trainingseinheiten noch besser besucht sind. Auch am Mittwoch drängten sich bei schönstem Wetter wieder zahlreiche Menschen um den Trainingsplatz, und nach der Einheit mussten sich die Spieler ihren Weg zurück in die Kabine durch ein Heer von Autogrammjägern bahnen.

Die wenigsten dieser Besucher werden allerdings einen Blick auf Benedikt Höwedes erhascht haben. Der Ex-Kapitän und Weltmeister ist seit Dienstag zurück auf Schalke, trainierte aber nicht mit der Mannschaft, sondern absolvierte die üblichen Fitnesstests, sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch. Und als alle anderen Spieler schon längst von der Vormittagseinheit in ihre provisorische Container-Kabine zurückgekehrt waren (der eigentliche Aufenthaltsbereich der Spieler ist nach dem Brand Mitte Juni noch gesperrt), konnte man für einen Moment auch Höwedes erblicken, als er still die Hintertreppe des Containers emporstieg und darin verschwand.

Der Ex-Kapitän ist also zurück: Genau 322 Tage nach seinem umstrittenen Abschied zu Beginn der vergangenen Saison. In einer seiner ersten Amtshandlungen hatte Neu-Trainer Domenico Tedesco entschieden, dass Höwedes nicht mehr Mannschaftskapitän sein sollte. Weil der Weltmeister von 2014 damit rechnen musste, nur noch selten eingesetzt zu werden, ließ er sich für ein Jahr an den italienischen Traditionsverein Juventus Turin verleihen – allerdings nicht ohne Misstöne. „Reisende soll man nicht aufhalten“: Mit diesem (etwas aus dem Zusammenhang gerissenen) Satz hatte Tedesco damals sowohl Höwedes als auch viele Fans vor den Kopf gestoßen. Trainer und Spieler haben sich inzwischen längst ausgesprochen, am Ergebnis änderte das allerdings nicht: Höwedes ging nach Turin.

Ab Donnerstag wieder beim Training

Dort konnte er allerdings wegen zahlreicher Verletzungen auch nicht richtig Fuß fassen und absolvierte in der Saison lediglich drei Spiele. Der Leihvertrag wurde folglich nicht verlängert, sodass Höwedes, der auf Schalke noch einen Vertrag bis 2020 besitzt, jetzt bei seinem Herzensverein wieder vorstellig wird. Nach den absolvierten Fitnesstests könnte er ab sofort wieder mit der Mannschaft trainieren – „wenn alles passt, ist er am Donnerstag dabei“, so Domenico Tedesco. Zumindest einen seiner Mitspieler freut‘s: „Ich habe ihn am Dienstag zum ersten Mal wiedergesehen“, sagt Abwehrkollege Matija Nastasic, der nach überstandener Kreuzbandverletzung wieder am Mannschaftstraining teilnimmt, „und habe mich darüber sehr gefreut.“ Zu Höwedes spezieller Situation wollte er allerdings auch nichts sagen.

Eine Zukunft auf Schalke für den 30-Jährigen wird es wohl nicht geben, da sind sich beide Seiten relativ einig. Schalke-Manager Christian Heidel steht nach eigener Aussage in ständigem Kontakt mit Höwedes und dessen Berater Volker Struth, um eine akzeptable Lösung für alle Beteiligten zu finden – und die sieht allem Anschein nach so aus, dass Höwedes den Verein verlässt. Zuletzt waren einige Clubs aus dem Ausland im Gespräch – unter anderem der türkische Verein Galatasaray Istanbul – konkret waren die Angebote allerdings bisher nicht.

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