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13.03.2019, Großbritannien, Manchester: Fußball: Champions League, K.o.-Runde, nach dem Achtelfinale Rückspiele: Manchester City - FC Schalke 04. Trainer Domenico Tedesco von Schalke geht am Flughafen eine Treppe hinunter. Foto: Ina Fassbender/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Tedesco vor dem Aus

Schalke: Büskens oder Eichkorn sind im Gespräch

Manchester/Gelsenkirchen - Am heutigen Donnerstag will Schalke die Trennung von Trainer Domenico Tedesco verkünden. Mike Büskens oder Seppo Eichkorn sind als Interimslösungen im Gespräch.

Am Tag danach goss es an der Geschäftsstelle des FC Schalke 04 teilweise wie aus Kübeln. Das triste Wetter passte zur aktuellen sportlichen Großwetterlage bei den Königsblauen. Trainer Domenico Tedesco steht vor dem Aus.

Am heutigen Donnerstag will Schalke den Rauswurf des beliebten, aber erfolglosen Trainers bekannt geben. Bereits am Donnerstagabend gab es nach Informationen dieser Zeitung ein Vier-Augen-Gespräch zwischen Jochen Schneider und Tedesco. Der neue Schalker Sportvorstand hatte am Mittwoch ein straffes Programm mit unterschiedlichem Unterhaltungswert. Vor dem Gespräch mit Tedesco gab er von 17.04 bis 19.04 Uhr seinen Einstand bei den Schalker Mitarbeitern in den Räumlichkeiten der Arena. Dabei soll die Stimmung – kein Wunder – eher mau gewesen sein.

Wer sitzt für Tedesco am Samstag im Heimspiel gegen RB Leipzig auf der Bank? Als Interimslösung sind „Eurofighter“ Mike Büskens und Co-Trainer Seppo Eichkorn im Gespräch. Schneider kam am Mittwochvormittag ein wenig zeitverzögert an Gate 26 an. Er hatte das Telefon am Ohr und war in ein intensives Gespräch verwickelt. Eine Nacht war nach dem desaströsen 0:7 bei Manchester City im Achtelfinal-Rückspiel der Champions League vergangen – doch die Betroffenheit über diesen Auftritt der Profis des FC Schalke 04 saß noch tief.

„Es war ein unglaublich bitterer Abend für den ganzen Verein. So kann man sich nicht präsentieren, so darf man sich nicht präsentieren, egal wie stark der Gegner ist. Wir können nach dem Spiel nicht zur Tagesordnung übergehen“, sagte Schneider mit bitterer Miene.

„Unglaublich bitter“

Der ohnehin seit Wochen in der Kritik stehende Trainer Domenico Tedesco vermittelte zwar nach der Partie den Eindruck, als hätte er noch ausreichend Energie, um die kommenden Aufgaben in der Bundesliga anzugehen. „Wenn wir jetzt nicht mehr an uns glauben, wer soll das denn sonst tun“, fragte er eher rhetorisch in die Runde. Doch die Zweifel an seinem Einfluss auf die Schalker Mannschaft haben sich nach diesem Auftritt auch auf der Führungsebene der Schalker so deutlich verstärkt, dass seine Freistellung nahezu zwingend erscheint.

„Wir werden die nächsten Stunden dafür nutzen, um uns zu besprechen. und uns dann morgen erklären“, sagte Schneider am Mittwochvormittag. Ursprünglich hatte der Schalker Sportvorstand angekündigt, die kommenden Spiele abzuwarten und hatte dafür eine Leistungssteigerung eingefordert.

Schneider hatte Tedesco offenbar noch zugetraut, mit seinem Team wieder zurück in die Spur zu finden. Allerdings scheint ihn der derzeit überaus schlechte Zustand der Mannschaft derartig zu überraschen und auch zu schockieren, dass er eine längere Beobachtungsdauer nun nicht mehr gewähren will. „Es macht jetzt keinen Sinn über ursprüngliche Pläne zu sprechen. Die Situation ist so, wie sie ist“, sagte Schneider, der einen schnellen und äußerst pragmatischen Ansatz zu wählen scheint, weil er offenbar dringenden Handlungsbedarf sieht.

Ein Bekenntnis zum Trainer vermied Schneider ganz bewusst. „Das werden wir sehen. Wo gibt es Garantien?“, antwortete Schneider auf die Frage, ob er eindeutig sagen könne, dass der Coach weiter seinem Job nachgehen darf.

Am Donnerstag wird nicht öffentlich trainiert.

Schalke befindet sich auf einer Talfahrt, die in dieser Intensität kaum jemand erwartet hätte. Tedesco hatte nach der Partie gegen die „Citiziens“ erstmals auf einen gemeinsamen Kreis mit den Spielern verzichtet und war in den Katakomben des Stadions verschwunden, während die Spieler sich vor die rund 3.000 mitgereisten Anhänger stellten und sich wüste Beschimpfungen anhören mussten. Ein Bruch zwischen Trainer und Spielern ist mittlerweile unverkennbar.

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