„Wie eine große Familie“

Neuzugang Salif Sané steigt in dieser Woche ins Training ein

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Gelsenkirchen - Am Montagabend lernte Salif Sané die Veltins-Arena mal von einer ganz anderen Seite kennen. Das gesamte Schalker Team nutzte die Gelegenheit zu einem Mannschaftsabend in der Spielstätte der Blau-Weißen anlässlich eines Konzerts von Popstar Ed Sheeran. Auf die Frage, ob ihm die Musik gefallen habe, lächelte Schalkes Neuzugang ein bisschen gequält. Es scheint wohl nicht ganz so sein Geschmack gewesen zu sein.

Ganz anders reagierte der 27-Jährige, wenn es um seinen neuen Arbeitgeber geht. Als er vom Schalker Angebot hörte, brauchte Sané nicht lange überlegen. Er war sofort Feuer und Flamme. „Ich wollte unbedingt den nächsten Schritt in meiner Karriere machen. Schalke ist ein großer Verein, wo ich mich weiter verbessern kann“, so der Senegalese.

Bevor er den Königsblauen zusagte, war ihm eine Meinung besonders wichtig, nämlich die seines Bruders Lamine, dem früheren Bundesliga-Profi von Werder Bremen, der jetzt in Orlando spielt. Als dieser ihm Schalke empfahl, war für Salif Sané alles klar in Sachen Vereinswechsel.

Tränen zum Abschied

Leicht fiel ihm die Entscheidung, Hannover 96 nach fünf Jahren zu verlassen, jedoch nicht. Bei seinem Abschied aus Hannover flossen Tränen. Sané: „Es war eine sehr schöne Zeit, in der ich viel gelernt habe.“ Bei den Königsblauen will Sané nun auch internationale Fußball-Luft schnuppern. „Dass Schalke in der Champions League spielt, hat meine Entscheidung ebenso beeinflusst wie Trainer Domenico Tedesco“, gibt der Defensivspezialist zu und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „In der Königsklasse will ich nur gegen große Mannschaften spielen.“

Schon nach wenigen Tagen bei seinem neuen Klub hat Sané festgestellt: „Diese Mannschaft ist wie eine große Familie.“ Er wird zukünftig mit der Nummer 26 auflaufen. „Ich habe die 26 schon in Bordeaux getragen, wo ich meinen ersten Profivertrag unterschrieben habe“, so der 27-Jährige, der nach den Leistungstests in dieser Woche ins Mannschaftstraining einsteigen will. Womöglich wird er schon nächsten Sonntag im Testspiel in Aue sein Debüt im Schalke-Trikot feiern.

Dann ist der Innenverteidiger, der auch im defensiven Mittelfeld spielen kann, endgültig in den sportlichen Alltag zurückgekehrt. Ganz so einfach war das für Sané nicht, denn er musste erst einmal die WM-Enttäuschung mit Senegal verarbeiten. Nur aufgrund der Fair-Play-Wertung verpassten die Senegalesen das Erreichen des WM-Achtelfinals. Sie hatten im Verlauf des Turniers in Russland zwei Gelbe Karten mehr bekommen als die am Ende punktgleichen Japaner. Sané: „Das war bitter, aber ich hoffe, dass ich in vier Jahren bei der nächsten Weltmeisterschaft noch einmal dabei bin.“

Nach einer starken Saison in Hannover geht Sané die neue Herausforderung Schalke mit gesundem Selbstvertrauen an. „Mir ist egal, welches System wir spielen. Ich habe schon Dreier- und Viererkette gespielt. Ich kann das alles“, betonte der Verteidiger voller Überzeugung.

Auch sprachliche Integrationsprobleme sind bei Sané nicht zu befürchten. Er spricht französisch, englisch und deutsch. Eine Wohnung in Gelsenkirchen hat der Abwehrhüne (1,96 m) mit seiner Verlobten auch schon gefunden. Noch hat die Frau seines Herzens nicht so viel Ahnung über Fußball. „Das kommt noch“, lachte Sané, also von dieser Seite hat er erstmal keine Kritik zu fürchten.

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