Die deutschen Bahnrad-Frauen um Emma Hinze zeigten bei der WM starke Leistungen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
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Die deutschen Bahnrad-Frauen um Emma Hinze zeigten bei der WM starke Leistungen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Nach WM in Berlin

Die deutschen Bahnradasse im Olympia-Check

Die Bahnrad-WM in Berlin war für die deutsche Mannschaft auch die Generalprobe für Olympia. Die Sprinterinnen haben den Test mit der Note 1+ bestanden, vor allen Dreifach-Weltmeisterin Emma Hinze hat sich zum Superstar entwickelt. Bei den Männern gibt es noch Arbeit.

Berlin (dpa) - Angeführt von Bahnrad-Königin Emma Hinze fährt das deutsche Team mit viel Rückenwind im Sommer zu den Olympischen Spielen nach Tokio. Oder auch nicht?

Eine Absage der Sommerspiele wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus würde Hinze schwer treffen. "Das wäre superschade, vor allem wenn man so gut in Form ist und als amtierende Weltmeisterin in den Wettkampf gehen kann", sagte Hinze, nachdem sie bei den Titelkämpfen in Berlin drei Goldmedaillen geholt hatte. Insbesondere im Sprintbereich der Frauen hat der Bundestrainer ein Luxusproblem. Bei den Männern gibt es noch ein wenig Arbeit. Die deutschen Bahnradasse im Olympia-TÜV.

SPRINT FRAUEN: Was für eine Gala-Vorstellung von Emma Hinze auf dem Holzoval! Gold in den olympischen Disziplinen Teamsprint, Sprint und Keirin und eine Dominanz, wie sie in der Vergangenheit Rekord-Weltmeisterin Kristina Vogel gezeigt hat. Kann sie die Form halten, wäre sogar ein Gold-Triple in Japan möglich. In Hinzes Windschatten brillierten auch die erst 20 Jahre alte 500-Meter-Weltmeisterin Lea Sophie Friedrich und Pauline Grabosch. Bitter für den Bundestrainer, dass nur zwei bei Olympia starten können.

VIERER FRAUEN: Der Vierer der Frauen ist sogar bis auf eine Sekunde an den Weltrekord rangefahren. Die Plätze zwei, drei und vier in der Einerverfolgung für Lisa Brennauer, Franziska Brauße und Lisa Klein zeigen, welch ein Potenzial vorhanden ist. Einziges Problem: Die Amerikanerin Chloe Dygert fährt in einer eigenen Liga. Eine Medaille sollte aber drin sein.

SPRINT MÄNNER: Die einst so erfolgreiche Sparte ist im deutschen Lager zum Problemfall geworden. Bundestrainer Detlef Uibel sprach gar von Egomanentum, der Abstand zur Weltspitze, speziell den überragenden Niederländern, dürfte bis zum Sommer kaum aufzuholen sein. Am ehesten sieht Uibel noch eine Chance im Teamsprint, wo es Platz sechs gab.

VIERER MÄNNER: Der deutsche Vierer wird immer schneller und hat schon mehrmals in diesem Winter den deutschen Rekord verbessert. Nur: Die Konkurrenz macht genauso große Schritte. Der dänische Vierer fuhr in Berlin eine Fabelzeit von 3:44,672 Minuten und war damit sechs Sekunden besser als die Deutschen. Bis zu Platz drei ist der Abstand aber nicht gar so groß, ein wenig Hoffnung besteht noch.

MADISON: Roger Kluge und Theo Reinhardt sorgten mit Bronze im Madison für die einzige Männer-Medaille in Berlin. Dass der dritte Titel nach 2018 und 2019 nicht heraussprang, ist zu verschmerzen. Das Duo ist ein klarer Medaillenkandidat für Tokio.

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