Biathlon: Arnd Peiffer war eines der Aushängeschilder im deutschen Team, beendete aber seine Karriere und wird eine große Lücke hinterlassen.
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Biathlon: Arnd Peiffer war eines der Aushängeschilder im deutschen Team, beendete aber seine Karriere und wird eine große Lücke hinterlassen.

Fazit zum Weltcup 2020/21

Wintersport-Bilanz: Eine besondere Saison mit Licht und Schatten

Die Wintersport-Saison 2020/21 ist beendet. Die deutschen Athleten haben sich unter außergewöhnlichen Voraussetzungen behaupten müssen - Mit gemischten Resultaten.

Rosenheim - Mit dem Skifliegen in Planica endete am 28. März die Wintersport-Saison 2020/21. chiemgau24.de zieht ein Fazit in den Sportarten Biathlon, Skispringen und Ski alpin.

Alle Sportarten waren wie das gesamte öffentliche Leben mit der Corona-Pandemie konfrontiert. Der Internationale Skiverband und die Internationale Biathlon-Union mussten ihre Kalender anpassen und strenge Hygienekonzepte erarbeiten.

Wintersport-Verbände mit guten Konzepten

Die Verbände haben sich trotz der schweren Umstände als handlungsfähig erwiesen, die Wintersport-Saison konnte nahezu reibungslos durchgeführt werden. Es kam zu einigen Coronafällen, im Großen und Ganzen haben sich die Konzepte aber bewährt.

Aus sportlicher Sicht fällt die Bilanz der deutschen Athleten im WM-Winter 2020/21 grundsätzlich gut aus. Die alpine Ski-WM lief mit vier Medaillen deutlich erfolgreicher als erwartet, auch die Skispringer konnten bei den Saisonhöhepunkten überzeugen.

Biathlon: Gemischte Bilanz im deutschen Team

Im Biathlon fällt die Bilanz zweischneidig aus. Franziska Preuß zeigte die stärkste Saison ihrer bisherigen Karriere und ist der größte Lichtblick im deutschen Team. Preuß blieb in der Vorbereitung gesund, konnte reibungslos trainieren und im Winter die Früchte ernten.

Sie war Stammgast in den Top Ten, erreichte mehrere Podestplätze und beendete einen starken Winter auf dem dritten Platz der Gesamtwertung.

Biathlon: Franziska Preuß lief die stärkste Saison ihrer Karriere.

Denise Herrmann wurde in der Vorsaison Gesamtdritte und wollte in diesem Winter einen weiteren Schritt nach vorne machen. Dies gelang der ehemaligen Langläuferin nicht, auch wenn sie gelegentlich starke Ergebnisse zeigte. Läuferisch war sie ungewöhnlich schwankend, auch am Schießstand konnte sie nicht konstant abliefern.

Eine positive Entwicklung nahm Janina Hettich, die sich im Weltcup etablierte und eine echte Hoffnung für die Zukunft darstellt. Dahinter klafft aber eine große Lücke, in nahezu allen Weltcups waren Preuß, Herrmann und Hettich ihren Teamkolleginnen deutlich überlegen. Die zweite Reihe hat den nächsten Schritt verpasst!

Biathlon: Arnd Peiffer hinterlässt eine große Lücke

Bei den Herren zeigte Arnd Peiffer eine überzeugende Leistung und holte bei der WM in Pokljuka die einzige Medaille des deutschen Teams. Zudem feierte er im Massenstart von Hochfilzen den einzigen Einzelerfolg der deutschen Herren und gewann mit der Staffel in Nove Mesto. Überraschend beendete er noch vor dem Saisonfinale in Östersund seine Karriere und hinterlässt eine große Lücke.

Zwar zeigten Erik Lesser und Benedikt Doll ebenfalls gute Leistungen, auf die von Norwegen, Frankreich und Schweden dominierte internationale Spitze waren beide aber meist ein gutes Stück entfernt.

Biathlon: Arnd Peiffer beendete seine Karriere im Alter von 33 Jahren.

Philipp Horn und Johannes Kühn galten als fester Bestandteil des Weltcup-Teams und sollten sich der Weltspitze weiter annähern. Beide konnten den Erwartungen nicht annähernd gerecht werden und flogen phasenweise sogar aus der Weltcup-Mannschaft. Beide hatten massive Probleme am Schießstand und müssen die Vorbereitung nutzen, um gezielt an diesen Defiziten zu arbeiten.

Insgesamt hat die Saison 2020/21 den Eindruck der vergangenen Jahre bestätigt. Die einstige Biathlon-Übermacht Deutschland hat den Anschluss in vielen Bereichen verpasst. Norwegen und Frankreich sind in der Spitze und in der Breite besser aufgestellt, gerade in der zweiten Reihe wurden in dieser Saison viele Defizite offensichtlich.

Skispringen: Die emsigen Titelsammler von den Schanzen

Im Skispringen erlebten die deutschen Adler ein Wechselbad der Gefühle, können insgesamt aber auf einen sehr erfolgreichen Winter zurückblicken.

Markus Eisenbichler zeigte gerade zu Saisonbeginn sehr starke Leistungen, war der einzige ernsthafte Konkurrent des norwegischen Gesamtweltcupsiegers Halvor Egner Granerud und beendete die Saison auf einem starken zweiten Rang in der Gesamtwertung.

Bei der Skiflug-WM in Planica holte der Siegsdorfer Bronze im Einzel und Silber mit dem Team. Bei der Heim-WM in Oberstdorf wurde Eisenbichler Weltmeister im Team und im Mixed und ist inzwischen der erfolgreichste deutsche Skispringer bei Nordischen Weltmeisterschaften.

Skispringen: (von links) Pius Paschke, Markus Eisenbichler, Severin Freund und Karl Geiger wurden Weltmeister im Team.

Überragender Athlet des Winters war aber Karl Geiger. Zwar hatte er in einigen Phasen der Saison mit starken Formschwankungen zu kämpfen, pünktlich zu den Saisonhighlights war der Oberstdorfer aber voll da.

In Planica wurde der 28-Jährige Skiflugweltmeister, was den größten Erfolg seiner Karriere darstellt. Zudem gab es Silber mit dem Team, einen guten zweiten Platz bei der Vierschanzentournee und überragende Titelkämpfe in seiner Heimat Oberstdorf.

Skispringen: Karl Geiger gewann den Weltcup im Skifliegen.

Bei allen vier Wettbewerben, an denen Geiger teilnahm, holte er eine Medaille - Gekrönt von den Titeln im Team und Mixed. Zum Saisonabschluss gewann er noch den Weltcup im Skifliegen.

Auch Pius Paschke kann mit diesem Winter sehr zufrieden sein. Er etablierte sich in der erweiterten Weltspitze und war ein zuverlässiger und unverzichtbarer Teil des deutschen Teams.

Skispringen: Schwieriger Winter für Schmid und Wellinger

Constantin Schmid konnte den hohen Erwartungen hingegen nicht gerecht werden und verpasste nach der starken vergangenen Saison den nächsten Schritt nach vorne. Andreas Wellinger hatte in seiner Comeback-Saison große Probleme und wurde zum Jahreswechsel aus dem Weltcup-Team genommen. Auch er kann mit dem Winter nicht zufrieden sein, muss aber aufgrund seiner langen Verletzungspause nicht in Panik verfallen.

Die Bilanz fällt also insgesamt positiv aus. Zwar wurden die DSV-Springer nur Dritter im Nationencup - im Vorjahr konnte man hier noch gewinnen -, zu den Saisonhighlights war man aber auf den Punkt voll da und konnte so für viele glänzende Momente sorgen.

Ski alpin: Erfolgreicher Winter der „zweiten Reihe“

Im Ski alpin war die deutsche Mannschaft nach dem Rücktritt von Viktoria Rebensburg und dem verletzungsbedingten Ausfall von Thomas Dreßen auf eine Übergangssaison eingestellt, konnte aber durchaus für Überraschungen sorgen.

Bei der WM in Cortina d‘Ampezzo gab es vier Medaillen, eine Bilanz die man den DSV-Fahrern so nicht zugetraut hatte. Andreas Sander und Romed Baumann holten Silber in den Speed-Disziplinen und zeigten während der gesamten Saison stabile Leistungen.

Ski alpin: Andreas Sander wird nach seiner WM-Silbermedaille gefeiert.

Linus Straßer hielt im Slalom die Fahnen hoch und feierte in Zagreb seinen ersten Slalom-Sieg überhaupt. Auch Alexander Schmid und Stefan Luitz zeigten im Riesenslalom und den Parallelwettbewerben gute Leistungen.

Bei den Damen holte Kira Weidle die Kohlen aus dem Feuer. In ihrer Paradedisziplin Abfahrt wurde sie Vizeweltmeisterin, fuhr einen weiteren Podestplatz ein und gehört mit noch jungen 24 Jahren bereits zur Weltspitze.

Ski alpin: Kira Weidle holte WM-Silber in der Abfahrt.

Rebensburgs Rücktritt machte sich vor allen Dingen in den technischen Disziplinen bemerkbar. Im Riesenslalom und Slalom fuhren die deutschen Damen dem Feld hinterher, einzig Lena Dürr konnte zum Saisonende noch für positive Akzente sorgen.

Alles in allem blickt man also auf einen positiven Winter zurück und wird im Hinblick auf die Olympia-Saison hoffen, dass Aushängeschild Dreßen wieder voll in den Winter einsteigen kann.

Winter 2021/22: Start im Oktober, Highlight im Februar

Die Alpinen werden im Oktober 2021 dann den Olympia-Winter 2021/22 in Sölden eröffnen. Der Saisonhöhepunkt in Peking findet dann vom 4. bis zum 20. Februar statt. Es geht um olympische Medaillen.

Quelle: chiemgau24.de

*chiemgau24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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