Einkaufskorb vor einer Regalwand im Supermarkt. Fenster? In der Regel nicht vorhanden
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Einkaufskorb vor einer Regalwand im Supermarkt. Fenster? In der Regel nicht vorhanden

Abgeschnitten von der Außenwelt

Aldi, Edeka und weitere Supermärkte verzichten auf Fenster - Perfide Strategie dahinter?

Idyllische Supermärkte mit Fenstern, durch die Tageslicht hineingelangt, gibt es selten. Das hat gute Gründe, die zum Teil perfide sind und auf die Kaufwirkung von Konsumenten abzielen.

München - Einkaufen in Supermärkten, Kaufhäusern oder Discountern hat zunächst einmal nicht viel mit Entspannung zu tun: Künstliche Beleuchtung, Menschen im Konsumrausch und eine Vielzahl unterschiedlicher Produkte mit dem Druck sich zu entscheiden können schonmal aufs Gemüt schlagen. Lichteinwirkung in Form von Sonnenstrahlen gibt es so gut wie gar nicht - geschweige denn Fenster, die überhaupt einen Blick auf die Umgebung außerhalb der Handelsfläche zulassen.

Die auf den ersten Blick subtil anmutende Inneneinrichtung von Supermärkten ist jedoch kein Zufall - vielmehr wenden Aldi*, Lidl*, Edeka* und Co. eine perfide Strategie an, die auf die Kaufwirkung der Konsumenten abzielt. Hier erklären wir, was es damit auf sich hat:

Supermärkte ohne Fenster: Kein Zufall, sondern (auch) Marketingstrategie

Verlust an Verkaufsfläche: Je weniger Fenster verbaut sind, desto mehr Platz steht für den Verkauf von Produkten zur Verfügung. Vor Fenstern können keine Regale platziert werden - die dann wiederum woanders stehen müssen. Für ein Warenangebot in mit Fenstern versehenen Verkaufsräumen müsste insgesamt eine größere Fläche zur Verfügung stehen. Das wirkt sich wiederum auf die Miet- bzw. Pachtkosten aus. Speziell in städtischen Gegenden wie München sind die Quadratmeterpreise schließlich sehr hoch.

Verderb von Lebensmitteln: Ein nächster Punkt ist, dass Sonnenbestrahlung die Verderblichkeit vieler Produkte beschleunigt. Obst und Gemüse werden schneller faulig, Backwaren trocken und Schokolade schmilzt. Einen weiteren Aspekt erklärt Chip.de: Verpackungen, die von der Sonne ausgeblichen sind, würden viele Kunden bewusst in den Regalen liegenlassen. Zwar besteht die Möglichkeit, dass Supermärkte spezielle Fenster mit stärkerem Glas verbauen, das würde jedoch wiederum höhere Kosten bedeuten.

Einkaufen gehen: Supermärkte tun einiges, damit sich Kunden wohlfühlen - und mehr einkaufen

Stimmungsvolle Lichteffekte: Des Weiteren setzen Supermärkte und Discounter schon seit Jahren Produktbereiche mit einem besonderen, farbtypischen Licht in Szene gesetzt. Das steigert zum einen das Kaufverlangen, würde aber auch an Wirkung verlieren, sobald äußere Einflüsse wie Tageslicht hinzukommen. Bei Fleischtheken* wird zum Beispiel rotes Licht verwendet, um die Ware möglichst frisch wirken zu lassen. Auch bei Obst- und Gemüsetheken sowie bei Brotregalen ist diese Methode verbreitet.

Witterungsfreies Einkaufserlebnis: Laut Untersuchungen gibt es einen weiteren Faktor, der darauf abzielt, Verbraucher nicht vom Einkaufen abzulenken. Hitze, Wind, Kälte oder Regen wirken sich angeblich unbewusst auf das Wohlbefinden der Konsumenten aus und würden das Wohlbefinden verringern. Bei klimatisierten Wohlfühltemperaturen halten sich Menschen lieber und länger in den Angebotsräumen auf - und kaufen optimalerweise mehr ein.

Was dem Einkaufserlebnis ebenfalls zuträglich ist - und die Kunden länger in den Supermarkt-Filialen hält: Gratis WLAN. Das wollen viele Kunden in Zeiten der langwierigen Corona-Pandemie jedoch eigentlich nicht. Aldi sieht sich deswegen zu Veränderungen beim Produktangebot* genötigt. (PF) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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