Die Zeckensaison beginnt und die soll nicht ohne werden.
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Die Zeckensaison beginnt und die soll nicht ohne werden.

Borreliose und FSME

Zecken-Saison ist gestartet: Mit diesen Tipps entgeht man einem Stich

Auch Zecken freuen sich, dass es wieder wärmer wird. Die Saison ist gestartet. Das kann man tun, um sich vor einem Zeckenstich zu schützen.

  • Derzeit zieht es viele Menschen in die Natur.
  • Doch Vorsicht: Die Zeckensaison steht kurz bevor.
  • Mit diesen Tipps hält man Zecken auf Abstand.

Nordrhein-Westfalen - Während der Coronavirus-Krise ist die Langeweile bei vielen Menschen groß. Geschäfte und Restaurants haben geschlossen, Veranstaltungen sind abgesagt und Netflix ist auch schon zweimal durchgeguckt. Was bleibt? Ein Ausflug in die Natur vielleicht. Aber auch hier lauern Gefahren, berichtet RUHR24.de*.

Zecken profitieren von der Trockenheit

Viele Menschen zieht es aktuell in die Natur: Wälder, Seen und Flüsse sind beliebte Ausflugsziele, um den Kopf freizubekommen. Aber Achtung, auch hier lauern Krankheiten. Die Zeckensaison steht bevor - und die soll heftig werden.

Die letzten zwei Jahre waren sehr trocken. Den Wäldern hat das ziemlich zugesetzt, die Zecken allerdings profitieren davon. Nicht nur, dass hohe Zahlen der heimischen Zecken erwartet werden, auch ist mit einer Verbreitung neuer Arten zu rechnen.

Die Hyalomma-Zecke kommt aus den Tropen nach Deutschland und kann gefährliche Krankheiten übertragen.

Neue Zecken bringen Krankheiten nach Deutschland

Wie die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) mitteilt, begünstigt der Klimawandel die Ansiedlung neuer Zeckenarten in Deutschland. Demnach breitet sich die Auwaldzecke vom Osten her immer weiter in Deutschland aus. Beim Menschen könne sie Fleckfieber* und bei Hunden Malaria auslösen.

Die Hyalomma-Zecke* kommt wahrscheinlich mit den Zugvögeln nach Deutschland. In den Tropen gilt sie als Erreger des Hämorrhagischen Fiebers. Sie ist dreimal so groß wie ihr mitteleuropäischer Verwandter und an den auffällig hellen, braun-gelb gestreiften Beinen zu erkennen.

Zecken in Deutschland können Borreliose übertragen - es gibt keine Impfung

Aber auch die heimischen Zeckenarten können schlimme Krankheiten übertragen. So zum Beispiel die gefährliche Borreliose. Laut Robert Koch-Institut tragen zwischen 5 und 35 Prozent der Zecken Borrelien in sich. Die Wahrscheinlichkeit sich nach einem Zeckenstich mit Borrelien zu infizieren, liegt bei 1,5 bis 6 Prozent.

Wie eine Expertin vom Klinikum Dortmund rät, kann ein schnelles Entfernen der Zecke schlimmeres verhindern , da der Erreger erst nach 12 bis 24 Stunden von der Zecke in den Menschen übergeht. Zeigt sich ein roter Kreis um den Zeckenstich, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Diese sogenannte Wanderröte kann auch erst einige Tage oder sogar Wochen später auftreten. Gegen Borreliose gibt es bislang keine Impfung

Lesen Sie dazu: Nach Wochen der Corona-Beschränkungen zieht es die Menschen in die Natur. Doch Vorsicht: Im Jahr 2020 ist die Zeckengefahr in Bayern besonders hoch - mit Folgen.

Zecken übertragen die teils tödliche Krankheit Frühsommer-Meningoenzephalitis

Gegen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hingegen kann man sich mit einer Impfung schützen. Menschen, die sich beruflich oder privat viel im Wald aufhalten, sollten sich unbedingt mit einer Impfung schützen. "Die FSME ist eine Hirnhautentzündung, die zu bleibenden neurologischen Schäden, psychischen Veränderungen und sogar zum Tod führen kann", teilt die SDW mit.

Außerdem weist die Schutzgemeinschaft darauf hin, dass ganz Süddeutschland und Teile von Hessen und Thüringen zu FSME-Risikogebieten zählen. Auch in Österreich, Norditalien und Skandinavien ist die Gefahr groß, sich mit FSME anzustecken. Wer dort Urlaub macht, sollte sich impfen lassen.

Tipps gegen Zecken - so wird man nicht gestochen

Für die anstehende Zeckensaison hat die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald noch einige Tipps. So kommt man ohne Zeckenstiche durchs Jahr: 

  • Aufenthaltsorte von Zecken meiden. Zecken leben in Gebüsch und ungemähten Wiesen, wer sich auf den vegetationsarmen Waldwegen aufhält, reduziert den Zeckenkontakt erheblich. Entgegen der verbreiteten Meinung klettern Zecken nicht auf Bäume und lassen sich auf ihre Opfer fallen.
  • Helle und geschlossene Kleidung tragen. Feste Schuhe, lange Hosen und Oberteile machen es der Zecke schwer, sich in die Haut zu verbeißen. Auf heller Kleidung sieht man die kleinen Blutsauger schneller als auf dunkler.
  • Zeckenschutzmittel sollen die Zecken fernhalten. Neben Mitteln, die in der Drogerie gekauft werden können, helfen auch natürliche Mittel gegen Zecken. So soll laut Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Lavendelöl das Risiko eines Zeckenstiches ebenfalls mindern. Das Öl sollte auf Schuhe und Strümpfe geträufelt werden.
  • Nach einem Spaziergang in der Natur sollte die Kleidung und der Körper nach Zecken angesucht werden. Zecken fühlen sich besonders in Kniekehlen, Achselhöhlen und im Schritt wohl. Besonders junge Zecken sind schwer zu erkennen, sie sind nur 0,5 Millimeter groß.
  • Auch Haustiere brauchen Schutz gegen Zecken. Entsprechende Mittel gibt es in der Apotheke oder beim Tierarzt. Nach dem Aufenthalt im Freien sollten Tiere auf Zecken abgesucht werden.

Und als ob Zecken nicht schon genug wären, kommt mit den steigenden Temperaturen auch noch die nächste nervige Angelegenheit: Stechmücken - aber diese Tipps und Hausmittel halten einem die Plagegeister vom Laib. 

Video: Gefährliche Krankheiten nach einem Zeckenstich und woran man sie erkennt

Haben die Tipps nicht funktioniert und die Zecke hat doch zugestochen, sollte sie so schnell wie möglich entfernt werden - umso geringer ist die Gefahr einer Infektion. Bevor die Zecke entfernt wird, sollte sie laut SDW auf keinen Fall mit Öl, Klebstoff oder Creme erstickt werden.

Zecken am Körper: So entfernt man sie richtig

Die Zecke wird mit einer Zeckenzange, Zeckenschlinge, Zeckenkarte oder den Fingernägeln entfernt. Dabei muss das Spinnentier direkt am Saugrüssel gepackt werden - also unmittelbar an der Hautoberfläche - und vorsichtig heraus gehebelt werden.

Es sollte vermieden werden, die Zecke zu zerquetschen, denn so erhöht sich das Infektionsrisiko. Anschließend sollte die Stichstelle gewaschen und mit Alkohol desinfiziert werden. mai

*RUHR24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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