Foto: Nikolai Huland
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Befragung

Händler sehen ihre Zukunft pessimistisch

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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WALTROP - Für die Fortschreibung des Einzelhandelskonzeptes, die die Stadt in Auftrag gegeben hat, wurden im Mai 2018 Geschäftsleute befragt, wie zufrieden sie mit der wirtschaftlichen Entwicklung ihres Geschäftes im Rückblick auf die vergangenen fünf Jahre waren und wie optimistisch oder pessimistisch sie der Zukunft entgegenblicken. Das Ergebnis gibt Anlass zur Sorge.

Nur ganz wenige sind im Rückblick unzufrieden mit der Geschäftsentwicklung, aber 29 Prozent der Befragten sehen für die nächsten fünf Jahre schwarz. Wenn man davon ausgeht, dass auch unter den elf Prozent, die dazu keine Angaben gemacht haben, noch Pessimisten sind, wirft das ein wenig erfreuliches Schlaglicht auf die Stimmung bei den Innenstadt-Händlern. Auch die Beteiligung (28 Händler) hätte größer sein dürfen. Mehr noch: Die Gesellschaft für Absatz- und Marktforschung (GMA) aus Köln, die den Auftrag für das Konzept bekommen hatte, fragte die Händler auch nach ihrer Einschätzung, wie attraktiv die Innenstadt als Einkaufsort ist. Nicht ein einziger antwortete, sie sei in den letzten Jahren attraktiver geworden, aber 79 Prozent gaben an, die Attraktivität habe nachgelassen. Die Gründe kennen nicht nur die Einzelhändler, sondern jeder Bürger, der durch die Fußgängerzone läuft. Beklagt werden die Leerstände und der Umstand, dass das Verhältnis zwischen Filialenbetrieben und inhabergeführten Geschäften nicht mehr stimmt – mit dem Resultat, dass Waltrop an Individualität einbüßt. Ein schwacher Trost ist, dass Wirtschaftsförderer Thomas Paschek aus Gesprächen mit seinen Kollegen in anderen Städten weiß, dass es dort meist nicht anders aussieht – mitunter sogar noch schlechter. Betroffen von der Negativ-Entwicklung sind insbesondere „Mittelzentren“, zu denen auch wesentlich größere Städte als Waltrop – darunter Recklinghausen, Gelsenkirchen und Lünen – zählen. Als „Oberzentren“ in der Region werden nur Dortmund und Bochum genannt.

Fachmarkt für Zoobedarf „wünschenswert“

Am 21. März, 17 Uhr, ist das Einzelhandelskonzept Thema im Rats-Fachausschuss.

Die 85-seitige Studie der GMA enthält eine Fülle von Zahlen, Daten und Fakten zur Einzelhandels-Situation und daraus abgeleitete Empfehlungen für die Zukunft, die unsere Zeitung in weiteren Berichten aufgreifen wird. Ins Auge fallen die „branchenbezogenen Entwicklungspotenziale“ in der Innenstadt, differenziert nach kurz-, mittel- und langfristigem Bedarf. Beim kurzfristigen Bedarf wird klar: Hinsichtlich der Nahrungs- und Genussmittel ist Waltrop trotz der bevorstehenden Edeka-Eröffnung unterdurchschnittlich aufgestellt, bei Gesundheit und Körperpflege mit zwei Drogeriemärkten, sieben Apotheken, mehreren Sanitätshäusern und einer Parfümerie überdurchschnittlich. Geschäfte für Blumen und Zimmerpflanzen gibt es genug, aber ein Fachmarkt für Zoobedarf wäre „wünschenswert“, sagen die Autoren. Beim mittelfristigen Bedarf könnte man sich sowohl bei Büchern, Schreib- und Spielwaren eine Ausfächerung oder Erweiterung vorstellen. Indes: Gerade diese Waren stehen durch den Online-Handel massiv unter Druck. Eher die Konkurrenz durch die Mittel- und Oberzentren in der Umgebung ist es, die einer – ebenfalls gewünschten – Ansiedlung von Bekleidungsgeschäften entgegensteht. Besonders Sportbekleidung fehlt in Waltrop. Was den langfristigen Bedarf angeht: Auch bei Elektrowaren wäre eine Angebotserweiterung eine gute Sache – die große Konkurrenz durch die Nachbarstädte macht dies aber zu einem schwierigen Unterfangen.

Umfrage zeigt: Es sieht düster aus um die Zukunft von Waltrops Innenstadt

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