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Rund 180 Bürger waren am Mittwochnachmittag in den großen Sitzungssaal des Rathauses gekommen, um ihre Fragen loszuwerden und ihrem Ärger Luft zu machen.

Brücken-Gipfel im Rathaus

WSA hofft auf September und Bürgermeisterin findet Felling "ganz in Ordnung"

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Waltrop - Das Interesse war groß, die Diskussion weitestgehend sachlich, wiewohl angespannt – und zu verbindlichen Zusagen haben sich Volker Schlüter, Leiter des Wasserstraßen und Schifffahrtsamtes (WSA) Duisburg-Meiderich, und Brücken-Sachbereichsleiter Oliver Jaswetz am Ende nicht hinreißen lassen. Im Gepäck hatten sie dafür diverse Botschaften, die eher von Hoffnung geprägt waren.

Zum Beispiel diese, dass die Brücke im September wieder befahrbar sein soll. Diese Bauzeitenplanung sei just am Mittwochmorgen noch einmal durch die ausführenden Baufirmen bestätigt worden, verkündete Jaswetz. Wie berichtet, versucht sich seit mittlerweile einem Jahr und neun Monaten die ARGE Stahlbau Magdeburg/Wilhelm Scheidt daran, die Hebewerkbrücke fertigzustellen. Ursprünglich waren dafür neun Wochen angesetzt.

Probleme waren offenbar nicht in Gänze bekannt

Hoffnung setzt Volker Schlüter unterdessen in den Umstand, dass sich nun „die Geschäftsführung der Baufirma eingeschaltet und die Baustelle als Leitung übernommen hat“. Das teilte der Amtsleiter gestern mit. Was Oliver Jaswetz zwischenzeitlich sagte, sorgte für ein Raunen im mit 180 Bürgern voll besetzen Ratssaal: „Wir hatten das Gefühl, dass die Chefetage nicht so 100-prozentig über die Ausmaße der Probleme hier informiert war.“ Eine bemerkenswerte Aussage angesichts des Umstands, dass es doch normalerweise die Aufgabe des Bauherren ist, seinem Auftragnehmer die Dringlichkeit und Wichtigkeit seines Vorhabens deutlich zu machen.

Immerhin: Jaswetz wusste – wenn auch erstmals – von einem „konstruktiven Gespräch“ mit der ARGE zu berichten. Auch dies lasse hoffen, dass der September-Termin eingehalten werden könne, betonte Volker Schlüter noch einmal.

Was passiert, wenn es nicht passiert?

Was denn passiere, wenn die Brücke im September doch nicht freigegeben werden kann, wollten die Bürger wissen. „Kommt dann endlich eine Behelfsbrücke?“ Eine konkrete Antwort gab es darauf nicht, doch betonte Volker Schlüter, dass es vermutlich die schnellste Lösung sei, auf die Fertigstellung der neuen Brücke zu setzen. „Zumindest dann, wenn die Firma so arbeitet, wie sie es angekündigt hat.“ Was Oliver Jaswetz dann sagte, ließ derweil tief blicken: „Ja, die Brücke ist schlecht, aber nicht so schlecht, dass wir sie wegwerfen müssen.“ Immerhin: Das WSA hat von seiner übergeordneten Generaldirektion nun die Erlaubnis bekommen, der ARGE zu kündigen, sollte sie erneut nicht so arbeiten wie angekündigt.

Bürgermeisterin zeigt sich kritikresistent beim Punkt Verkehrssicherungspflicht

Kein gutes Bild machte derweil Bürgermeisterin Nicole Moenikes beim Thema Felling. Die Umleitungsstraße befindet sich bekanntlich in desaströsem Zustand. Bei dem Hinweis von Anwohner Hermann Fries, dass die Stadt hier eine Verkehrssicherungspflicht habe und dass man diese besser wahrnehmen müsse (Schlaglöcher flicken), entgegnete sie ernst: „Ich bin da gerade noch drüber gefahren – ich fand die Straße eigentlich ganz in Ordnung.“ Ein Aufschrei ging durch den Saal. Angenommen hat sich die Bürgermeisterin von dieser Kritik offensichtlich nicht allzu viel, sagte aber zu, den Punkt trotzdem noch einmal an den V+E weiterleiten zu wollen.

WSA-Leiter Schlüter äußerte sich auch noch zur Frage von Entschädigungen. Er übermittelte, dass die Rechtsabteilung seiner Behörde der Auffassung sei, dass Bürger und Gewerbetreibende keinen Anspruch darauf hätten. 

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