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Camping-Hochburg Waltrop

Wenn die Parzelle ruft...

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Waltrop - Waltrop hat sage und schreibe sieben Campingplätze. Jetzt, im Winter, ist es recht ruhig, aber die Sehnsucht nach der Parzelle ist groß...

Temperaturen um den Gefrierpunkt und schneeregnerisches Wetter lassen so manchen dieser Tage sehnsüchtig an Urlaub und sommerliche Freizeitvergnügen denken. Ein Ort, an dem viele Urlaub und Freizeit verbringen, ist der Campingplatz Königsmoor. Dort ist es zurzeit zwar sehr ruhig, aber was ein echter Camper ist, dem lässt auch im Winterhalbjahr keine Ruhe, ob mit seiner Parzelle alles in Ordnung ist.

Alle 14 Tage wird Bingo gespielt

Ellen („Auf dem Campingplatz duzen sich alle“), 76 Jahre alt, Hauptwohnsitz: Bochum, hat seit 48 Jahren einen Stellplatz auf der Anlage im Königsmoor. Im Sommerhalbjahr verbringt sie sechs Monate komplett auf dem Campingplatz: „Ich hab doch hier alles“, sagt sie, weist auf Mikrowelle, Sitzecke, Ofen. Am Mittwoch war die Dauercamperin mit Sohn Torsten kurz da – der führte seine Mutter am Valentinstag zum Essen in den „Yachthafen“ aus – schaute mit ihr nach dem Rechten. Wenn’s geht, ist Ellen auch beim Bingo-Spiel dabei, alle 14 Tage freitags, mit Willy Bitter, der den Campingplatz Königsmoor managt. „Man muss doch was bieten für die alten Herrschaften“, sagt Bitter. Überhaupt: Als Hebamme habe er noch nicht einspringen müssen, sagt er schmunzelnd, aber ansonsten ist er ziemlich multifunktional im Einsatz.

Jetzt, im Winter, nutzt er die Zeit, in der weniger Gäste vor Ort sind, um kleinere Wartungsarbeiten zu erledigen. Im Sommer ist volles Programm: Willy Bitter bietet dann Radtouren an, macht Büroarbeiten, sieht zu, dass am Schwimmbecken alles funktioniert, lädt ein zu Gymnastikkursen – und immer mal wieder muss er auch als Seelentröster einspringen. Auf sicherlich 60 Beerdigungen sei er schon gewesen, seit er im Jahr 2008 den Campingplatz übernahm, den zuvor sein Vater geführt hatte. „Der Campingplatz ist wie ein kleines Dorf.“ Seit 1971 gibt es den Platz, der 290 Dauercamping-Parzellen hat. „Da muss man sich dann auch schon mal die Zeit nehmen und auf die Menschen eingehen“, sagt Bitter, dem der Platz zusammen mit seinen drei Brüdern gehört.

„Jetzt ist immer Sonnenschein“

Früher, sagt Bitter, sei er oft grantig zur Arbeit gegangen. Er lernte Technischer Zeichner, arbeitete dann als Grafiker und im Marketing. „Aber jetzt ist immer Sonnenschein“, sagt er – auch wenn der Job auch bedeutet, quasi rund um die Uhr ansprechbar zu sein.

Sieben Campingplätze gibt es insgesamt in Waltrop (siehe Grafik). Klaus Eickenscheidt führt den östlichsten, in den Wiesen nahe dem Datteln-Hamm-Kanal. 240 Dauercamping-Plätze hat die Anlage, und die Gäste kommen aus dem gesamten Ruhrgebiet. Viele seien Rentner, die die Gegend zum Spazierengehen schätzten. „Camping hat sich in den letzten 30, 40 Jahren gewaltig verändert“, meint Eickenscheidt. Früher sei es den Leuten darum gegangen, aus der Stadt rauszukommen, ab ins Grüne, seine Ruhe haben. Heute wollten speziell jüngere Leute mehr, führen nach Holland oder suchten einen Campingplatz am See. Und dann: Den Campingwagen abstellen und keine Arbeit mehr haben.

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