Ein Mann wirft Kartons in einen Altpapiercontainer.
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Altpapier ist keine Quelle großer Erlöse mehr.

V+E-Mitarbeiter erklärt

China und die Waltroper Müllgebühren - da gibt es einen Zusammenhang

  • Markus Weßling
    vonMarkus Weßling
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Manchmal sind es globale Entwicklungen, die bis nach Waltrop durchschlagen. So ist es auch beim Thema Altpapier.

Christoph Telaar vom Waltroper Ver- und Entsorgungsbetrieb (V+E) erzählt die Geschichte von einem Containerschiff, das, mit Altpapier beladen, von Rotterdam nach China fuhr. „Noch während das Schiff auf hoher See war, hat China beschlossen, die Anforderungen für die Qualität des Altpapiers heraufzusetzen – das geladene Altpapier erfüllte die Anforderungen nicht, das Schiff musste mitsamt Ladung wieder umkehren.“ 2015 nahm China laut Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung (bvse) rund 30 Mio. Tonnen Altpapier ab, um es zu recyceln. Im vergangenen Jahr waren es gerade einmal noch 10 Mio. Tonnen, wie „tagesschau.de“ berichtet.

Am Ende der Kette

Es ist nicht der Waltroper V+E, sondern der Kreis, der die Verträge mit den Entsorgungsunternehmen abschließt. Der Kreis teilt mit, dass die Verwertererlöse sinken – und Waltrop steht ganz am Ende der Kette und hat keinerlei Einfluss auf die Preisentwicklung.

Bürger sortieren gut

Dabei gebe es jedenfalls in Waltrop keinen Grund, über das Sortier-Verhalten der Bürger zu klagen, sagt Telaar. Aber für die Ansprüche des chinesischen Marktes ist das, was da aus Deutschland kommt, eben inzwischen insgesamt nicht mehr gut genug.
Früher war Altpapier eine Quelle, aus der die Kommunen stattliche Erlöse erzielen konnten. Die halfen, die Abfallgebühren für die Bürger stabil zu halten. Im Bereich um die 200.000 Euro lag Waltrop mal bei den Altpapier-Erlösen, „jetzt erreichen wir 100.000, wenn wir Glück haben“, sagt Telaar. Bei einem Gesamt-Gebührenvolumen von zwei Millionen Euro macht das schon einiges aus.

Es gibt auch positive Effekte

Glücklicherweise gibt es auch Effekte, die sich positiv auf die Gebührenrechnung auswirken: Weil Waltrop wächst, kann der V+E seine Fixkosten, etwa für den Betriebshof, durch mehr Gebührenzahler teilen – die Belastung für den Einzelnen sinkt.

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