Dattelnerin (41) verhaftet

Patientin war wohl Krankenhaus-Brandstifterin

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Waltrop - Die Frau, die am Montagabend nach übereinstimmenden Zeugenaussagen versucht hat, das St.-Laurentius-Stift in Brand zu setzen, ist gefasst. Dienstagvormittag haben Polizeibeamte die 41-Jährige in ihrer Wohnung in Datteln festgenommen. Die Tatverdächtige ist eine ehemalige Patientin des Krankenhauses, das spezialisiert ist auf die Behandlung psychisch kranker Menschen.

Auf eigenen Wunsch habe die Dattelnerin ihre Therapie jedoch abgebrochen, teilt das Krankenhaus mit. „Wir bedauern sehr, dass es jetzt zu einem solchen Vorfall gekommen ist“, sagt Jens Köster, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am St.-Laurentius-Stift. Köster erklärt: „Leider führen psychische Erkrankungen in seltenen Fällen zu gesetzeswidrigen oder gewalttätigen Handlungen. Die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten solcher Vorfälle kann durch eine konsequente psychiatrische Behandlung jedoch deutlich reduziert werden.“ Eben genau so eine Behandlung, die die 41-Jährige abgebrochen hat. „Ich bin deshalb froh, dass die Polizei die verantwortliche Patientin schnell und wohlbehalten aufgefunden hat“, sagt Jens Köster.

Staatsanwalt beantragt "Unterbringung"

Wie Polizeisprecher Michael Franz auf Nachfrage unserer Redaktion mitteilt, sei die mutmaßliche Brandstifterin noch am Dienstag vernommen worden. Der zuständige Staatsanwalt habe daraufhin die „Unterbringung“ der Frau angeordnet. Franz erklärt: „Wenn jemand offensichtlich krank ist, dann können wir die Person nicht einfach ins Gefängnis stecken.“ Je nach Belegung werde die Frau nun in ein JVA-Krankenhaus gebracht. Teppich in Brand gesetzt Mit einem Brandbeschleuniger hatte die Dattelnerin am Montag gegen 19 Uhr den Teppich im Eingangsbereich der Klinik in Brand gesetzt. Dabei wurde die ehemalige Patientin von dem Pförtner beobachtet, der umgehend Feueralarm auslöste. Gleichzeitig lösten auch die automatischen Brandmeldeanlagen aus.

Rauch war größtes Problem

Nach Angaben des Krankenhauses hätten ein Patient und ein Besucher den brennenden Teppich ins Freie gezogen. Die Feuerwehr, die kurz darauf eintraf, löschte den Brand. Größtes Problem war indes die starke Rauchentwicklung. Der Pförtner erlitt nach Angaben des Krankenhauses eine Rauchgasvergiftung und musste vom Notarzt behandelt werden. Er wurde vorübergehend vom Dienst freigestellt.

Der Krankenhausbetrieb konnte am Dienstag wieder aufgenommen werden. Durch das Feuer entstand indes kaum ein Schaden, wohl aber durch den beißenden Rauch. Eine Spezial-Reinigung des Erdgeschosses wurde bereits veranlasst.

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