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Im Kraftwerk Datteln 4 läuft der Probebetrieb.

Energieversorgung

Datteln 4: Bis Mitte Februar sind 500 Megawatt verfügbar  

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Das Kraftwerk Datteln 4 speist bereits Kohlestrom ins Netz ein. An der Strombörse EEX ist die Anlage bis Mitte Februar mit einer Verfügbarkeit von 500 MW gemeldet.  

  • Das Dattelner Kraftwerk ist mit der Hälfte seiner Kapazität bereits jetzt am Markt verfügbar. 
  • Das bleibt vorerst bis Mitte Februar so.
  • Der BUND kritisiert Unipers Stillegungs-Vorschlag.


    Das Uniper-Kraftwerk Datteln ist offenbar im mehrwöchigen Probebetrieb. Nachdem vor Weihnachten das Kraftwerk an zwei Tagen nur kurz mit dem Stromnetz synchronisiert war, meldet das Unternehmen auf der „Transparenz-Seite“ der Strombörse EEX seit Mittwoch bis zum 15. Februar eine konstante Nichtverfügbarkeit von 552 Megawatt. Im Umkehrschluss heißt das, das Kraftwerk ist mit etwa 500 Megawatt verfügbar, also etwa mit der Hälfte seiner Kapazität. Uniper speist damit, wenn die Verfügbarkeit auch abgerufen wird, bereits große Mengen Kohlestrom ins Netz. Allerdings hat das Unternehmen ab dem 15. Februar bis Ende Juni eine komplette Nichtverfügbarkeit gemeldet, der Zeitraum, in dem Strom ins Netz gegeben wird, endet also erstmal Mitte Februar – Stand jetzt.

    Das hatten wir zuvor berichtet: 


    Dr. Thomas Krämerkämper vom Umweltverband BUND spricht von einer "Unverschämtheit": Das Kraftwerk Datteln 4, so der jüngste Vorschlag, solle unbedingt ans Netz. Dafür bietet der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper an, alle seine anderen Kohlekraftwerke abzuschalten. Krämerkämper sagt, alle anderen Uniper-Anlagen zusammengenommen, inklusive der Brankohlekraftwerke, hätten im vergangenen Jahr nicht die Leistung von Datteln 4 erreicht. Hinzu komme, dass es bei einigen nicht um eine Abschaltung, sondern nur um eine Umwandlung in Gaskraftwerke gehe. Es handle sich beim Uniper-Vorschlag also nicht um einen Beitrag zum Kohle-Ausstieg, sagte Krämerkämper unserer Zeitung.   

    Das war der ursprüngliche Stand der Dinge:

Ursprünglich hatte es in Medienberichten geheißen, die Synchronisation stehe erst in diesem Januar an, später war doch von Dezember die Rede. Auf der Internetseite www.smard.de, die die Bundesnetzagentur betreibt, lässt sich nachvollziehen, dass das Kraftwerk vor Weihnachten zweimal kurz mit dem Netz verbunden war: am 19. Dezember zwischen 13 und 17 Uhr und ein weiteres Mal am 20. Dezember zwischen 10 und 15 Uhr. Die maximale Leistung, die dabei erreicht wurde, lag bei 229 Megawatt – etwa einem Fünftel der Leistungskapazität der Anlage. 

Dattelner Anlage wird für Last-Zustände getestet

„Das ist so, als würde man beim Auto den Motor anmachen und einmal kurz aufs Gas treten“, erläutert ein Branchen-Kenner. Nun wird die Anlage noch in diversen Last-Zuständen getestet. Wenn sie dann bei der Strombörse EEX als für den regulären Betrieb verfügbar gemeldet ist, wird es ernst. Dann sollte das Kraftwerk, jedenfalls in Zeiten, in denen das wirtschaftlich ist, durchgängig Strom produzieren. Unmittelbare rechtliche Hürden muss das Unternehmen nicht mehr nehmen, um in den regulären Betrieb zu gehen: Der Betreiber hat die nötige immissionsschutzrechtliche Genehmigung.

Der Protest wird nicht nachlassen

Freilich sind auch die Klagen gegen das Kraftwerk noch nicht hinfällig, und der zivilgesellschaftliche Protest gegen das milliardenteure Projekt dürfte im gerade begonnenen Jahr eher noch weiter zunehmen als nachlassen. Der Kraftwerks-Fachmann des Umweltverbandes BUND, Dr. Thomas Krämerkämper, sagte unserer Zeitung, er sei verwundert, dass das Kraftwerk erst im Sommer in Betrieb gehen solle. „Wenn es doch schon praktisch betriebsbereit ist, warum nicht im Februar oder März, wenn der Strombedarf besonders hoch ist?“ 

Hintertür für Verhandlungslösung?

Krämerkämpers Vermutung: Das Unternehmen wolle sich noch eine Tür für eine Verhandlungslösung offen halten. Bekanntlich sollte laut Kohlekompromiss zwischen Betreiber und Regierung über Datteln 4 verhandelt werden – mit dem Ziel, dass gegen eine Entschädigung das Kraftwerk gar nicht erst ans Netz geht. Aber offenbar gibt es bisher keine Einigung. Der letzte Stand war aber, dass die Verhandlungen weiter laufen. Weil im Sommer viel Sonnen-Energie im Netz ist, die die konventionellen Erzeuger verdrängt, ist diese Zeit oft für die Kohlekraftwerks-Betreiber eine auslastungsschwache. Daher Krämerkämpers Irritation, dass Uniper ausgerechnet im Sommer mit dem Regelbetrieb starten will. Dennoch lässt es sich technisch begründen, dass zwischen der ersten probeweisen Netz-Synchronisation und dem Regelbetrieb etwa ein halbes Jahr vergeht. Im Falle des Trianel-Kraftwerks war das erste Kohlefeuer mitsamt erster Stromeinspeisung am 2. Weihnachtstag 2012, im Juli 2013 wurde das Kraftwerk an das Konsortium übergeben, erst seit Dezember 2013 ist die Anlage ganz offiziell im Dauerbetrieb. Krämerkämper ist sich derweil sicher, dass es nur eine Frage der Zeit sein wird, dass das Kraftwerk wieder vom Netz genommen wird. Dass es das als Enddatum im Kohlekompromiss genannte Jahr 2038 erreichen wird, hält er für ausgeschlossen.

Wird das Kohlekraftwerk ans Netz gehen? Die Entscheidung zu Datteln 4 ist gefallen!

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