Ein Bündel Müll liegt am Kanal.
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Immerhin zusammengelegt, aber leider nicht entsorgt: Müll nahe der Drucksbrücke.

Von Einmal-Grills bis Scherben

Der Müll ist ein großes Ärgernis an der „Kumpel-Riviera“

  • Tamina Forytta
    vonTamina Forytta
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An sommerlichen Tagen wie zurzeit ist das Kanalufer ein beliebter Aufenthalts- und Abkühlungs-Ort. Doch mit den Badegästen an der „Kumpel-Riviera“ kommt und bleibt auch der Dreck.  

  • Wer ist für die Entsorgung zuständig?
  • Grundstückeigentümer ist die Wasserstraßen-und Schiffahrtstsverwaltung des Bundes.
  • Aber die Kommune kümmert sich um den Müll.

Einmal-Grills, Chipstüten, Getränkedosen, Flaschenscherben sind ein unschöner Anblick. In einem Leserbrief thematisierte Frank Wolf kürzlich die Zustände. Das, was man beispielsweise am Dortmund-Ems-Kanal vorfinde, sei mit normalem Menschenverstand nicht zu erklären. „Was dort an Müll hinterlassen wird, gleicht schlimmsten Bildern aus Elendsgebieten dieser Welt“, findet Wolf. Aber wer muss für Ordnung sorgen am Kanal beziehungsweise diejenigen rüffeln, die mit der kinderleichten Regel „Müll gehört in den Mülleimer“ offenbar schon überfordert sind?

Waltrop: V+E versucht, täglich zu sammeln

Grundstückseigentümer ist die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) bzw. der Bund. Die entsprechenden Kreise oder kreisfreien Städte seien für die Abfallentsorgung zuständig, teilt Timo Freitag vom WSV auf Nachfrage mit. Wahrgenommen werde die Aufgabe des Sammelns und Entsorgens in der Regel durch die jeweilige Kommune. So ist das auch in Waltrop. Im Moment versuche man täglich, den Müll an den Kanälen aufzusammeln, wenn die Personalsituation es zulasse, hieß es vom Ver- und Entsorgungsbetrieb (V+E).

Waltroper Ordnungsamt appeliert immer wieder

Martin Voskort, Leiter des Fachbereichs Sicherheit, Ordnung und Verkehr bei der Stadt Waltrop, der von der Einhaltung der Corona-Regeln bis zum Thema Wahlen viele Dinge im Blick behalten mus, kennt das leidige Problem mit dem Müll am Kanalufer und ärgert sich selbst darüber. Allerdings sei es kaum machbar, festzustellen, wer den Müll hat liegen lassen. Zu Kontrollen an den vielen Kanal-Kilometern sei man personell auch nicht in der Lage. Man könne nur immer wieder appellieren, dass die Menschen die Benimmregeln beachteten.
Voskort wehrt sich indes gegen den Vergleich, den Frank Wolf in seinem Leserbrief gezogen hatte. Wolf erklärte sinngemäß, dass am Kanal niemand die Müllsünder kontrolliere, während auf dem Supermarkt-Parkplatz allzu schnell ein „Knöllchen“ geschrieben wird, wenn man die Parkscheibe vergisst oder die Parkzeit überschreitet.

Kaum erkennbar, wer der Verursacher war

Martin Voskort: „Anders als bei einem parkenden Auto mit Nummernschild kann man allgemein bei zurückgelassenem Müll selten erkennen, wer der Übeltäter war.“ Von daher seien im Nachgang Verfahren kaum machbar, weil der Adressat fehlt.
Regelmäßig würden die Kanalstrecken auch von den zuständigen Einrichtungen des WSV kontrolliert, erklärt Timo Freitag. Dabei würde wenn möglich auch Müll beseitigt – gerade, wenn dies für die Sicherheit der Schifffahrt notwendig sei. Flächendeckend könne man jedoch den Unrat nicht entsorgen. Wer von Mitarbeitern der Wasser- und Schifffahrtsämter dabei beobachtet wird, Abfall liegen zu lassen, werde auf das Fehlverhalten hingewiesen; Verwarnungen oder Ähnliches spreche man aber nicht aus, so Timo Freitag.

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