An vielen Stellen in der Waltroper Innenstadt gibt es Draht, der die Tauben daran hindern soll, sich niederzulassen
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Die Stadttauben in Waltrop sind vielerorts keine gern gesehenen Gäste.

Verein „Ruhrpottmöwen“

Eiertausch und Notfütterung: Tierschützer wollen sich um die Waltroper Stadttauben kümmern

  • Simone Hollenhorst
    vonSimone Hollenhorst
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Jeder kennt sie - die Tauben in der Waltroper Innenstadt. Doch ganz gleich ob man die Tiere mag oder nicht: Seit dem Corona-Lockdown finden Stadttauben weniger Nahrung, vielen von ihnen geht es schlecht. Jetzt will sich der Verein „Ruhrpottmöwen“ verstärkt um die Tiere in Waltrop kümmern.

Tauben haben in unserer Gesellschaft keinen leichten Stand. Besonders die Stadttauben, die tagein, tagaus rund um den Marktplatz unterwegs sind, vor Bäckereien und Eisdielen Essensreste aufpicken und ihren Kot auf Dächern und Fenstersimsen hinterlassen, sind vielen Waltropern ein Dorn im Auge. „Ratten der Lüfte“, der Spitzname fällt fast immer, wenn es um Tauben geht.

Für andere hingegen gehören die Tiere zum Stadtbild, insbesondere zum Ruhrgebiet, wo Taubenschläge früher zur Familie dazugehörten wie Hunde oder Katzen heutzutage.

Weniger Menschen - weniger Nahrung für die Tauben

Fest steht: Den Waltroper Stadttauben geht es seit Beginn des Corona-Lockdowns stetig schlechter. Weil weniger Menschen in der Stadt unterwegs sind, finden die Tiere weniger Nahrung. Der Verein „Ruhrpottmöwen“ will sich jetzt um die Tiere kümmern. „Viele Tauben waren in einem sehr schlechten Zustand“, sagt Mareike Völker, die mit zwei weiteren Mitstreitern zum Waltroper Team der „Ruhrpottmöwen“ gehört. Einige Fundtiere seien so abgemagert gewesen, dass sie nur noch 200 Gramm auf die Waage gebracht hätten.

Eier durch Attrappen ersetzen

Deshalb hat der Verein mit einer Notversorgung der Stadttauben begonnen, die Tiere werden dabei minimal gefüttert. „Sonst platzen die Tier-Pflegestellen aus allen Nähten“, erklärt Völker. Bevor Tauben-Gegner auf die Barrikaden gehen: Die „Ruhrpottmöwen“ wollen zudem verhindern, dass sich die Taubenpopulation in der Stadt unkontrolliert vermehrt, das Leid der Tiere noch größer wird. Funktionieren soll das mit dem sogenannten Eiertausch. Dazu spüren die Tierschützer die Nester der Stadttauben auf und ersetzen dort die Taubeneier durch Gipseier. Die Tauben brüten dann auf Attrappen, folglich gibt es weniger Jungtiere und die Population wird im Laufe der Zeit eingedämmt. Es werden also auf lange Sicht weniger Tauben und nicht mehr.

Bei zwei Nestern hat das schon geklappt

Bei zwei kleinen Nestern in Waltrop hat das schon funktioniert, berichtet Mareike Völker. Die waren am Bunker an der Ecke Dortmunder Straße/Ostring, die Tierschützerin hatte sie dort zufällig entdeckt. Mit einer Leiter bewaffnet hat die 28-Jährige die Nester erreicht und die Gipseier darin platziert. Es folgten wöchentliche Kontrollen. „Mittlerweile sind die Nester verwaist“, sagt Mareike Völker. Der Eiertausch war also erfolgreich.

„Wo sind die Nester?“

Jetzt wollen die Ruhrpottmöwen weitermachen und fragen daher: „Wo sind die Taubennester in Waltrop? Wo brüten die Tiere?“ Die Tierschützerinnen freuen sich über Hinweise von allen Waltropern, damit sie den Eiertausch fortsetzen können. Damit es den Tieren nicht noch schlechter geht. Und die Tauben nicht zur Plage werden.

Wer den „Ruhrpottmöwen“ Nester melden oder den Verein unterstützen möchte, findet alle Informationen und Kontaktmöglichkeiten unter www.ruhrpottmoewen.de

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