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Hölzerner Hammer auf Richterbank

Gerichtsprozess

Mit dieser ungewöhnlichen Tatwaffe griff ein 26-Jähriger seinen Nebenbuhler an

Nach einem Prügelangriff auf einen Nebenbuhler in Waltrop weiß ein 26-jähriger Mann aus Castrop-Rauxel jetzt endgültig seine Strafe. Die Tatwaffe war keineswegs gewöhnlich...

Sechs Monate und zwei Wochen Haft auf Bewährung bekam er. Die Tatwaffe, mit der er um sich geschlagen hatte, war ein Kinder-Tretroller.

Es geschah im Waltroper Westen

Es war der 28. Oktober 2018, als der Angeklagte vor einem Wohnhaus im Westen von Waltrop die Fassung verloren hatte. Auslöser war ein heftiger Streit mit dem Ex-Partner seiner damaligen Freundin. Erst wurde gepöbelt, dann provoziert, am Ende flogen die Fetzen. Beim Verlassen des Hauses hatte sich der 26-Jährige einen geparkten Kinder-Tretroller gegriffen und war damit „durch die Luft wirbelnd“ auf den Kontrahenten losgegangen. Resultat: eine blutende Wunde am Arm sowie ein Kratzer an der Nase. 

Mann aus Castrop-Rauxel hat keine Chance auf Milde

Doch damit noch nicht genug: Nachdem sich die Streithähne anschließend noch prügelnd auf dem Boden umhergewälzt hatten, hatte sich der Angeklagte zunächst kurzzeitig entfernt, war dann aber mit zwei Pflastersteinen in der Hand zurückgekehrt. Zum Schluss hatte er dem Kontrahenten, als der bereits in seinem Pkw saß, auch noch aus Wut in die Beifahrertür getreten. Das Amtsgericht Recklinghausen hatte den 26-Jährigen am 12. Juni 2019 wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung zu sechs Monaten und zwei Wochen Haft auf Bewährung verurteilt. 

Berufungsprozess am Bochumer Landgericht

Weil der „Tretroller-Täter“ diese Strafe allerdings für zu hoch gehalten hatte, war es am Donnerstag zu einem Berufungsprozess am Bochumer Landgericht gekommen. Richter Nils Feldhaus nahm den Bemühungen für eine mildere Strafe jedoch sofort den Wind aus den Segeln: „Die Strafrahmen im Gesetz sind nicht dazu gemacht, immer nur am unteren Rand herumzukrebsen.“ Oder anders: Hier und heute stehen die Chancen auf Milde gleich Null. Der 26-Jährige zog daraufhin seine Berufung zurück. Damit ist das erste Urteil rechtskräftig.

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